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1. Erfahrung: Induzierung sexueller Missbrauch und MPS

 
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Jenny Doe
Admin


Anmeldedatum: 29.11.2006
Beiträge: 8715

BeitragVerfasst am: 02.12.2006, 09:33    Titel: 1. Erfahrung: Induzierung sexueller Missbrauch und MPS Antworten mit Zitat

Fehldiagnose Multiple Persönlichkeitsstörung und sexueller Missbrauch
© Jenny Doe, Januar/Februar 2007
(für eine Vervielfältigung und Veröffentlichung ist mein Einverständnis einzuholen)

Teil 1

1992 begab ich mich in eine psychosomatische Klinik.
Gründe für meine Entscheidung, mich in Therapie zu begeben, waren meine Probleme auf meinem Arbeitsplatz (Mobbing etc.) und dass ich mich selber als sehr ambivalent wahr nahm und ich von widersprüchlichen Gefühlen hin- und her gerissen wurde. Beispiel: Einerseits wollte ich mit meiner Mutter, die mich in meiner Kindheit wie der letzte Dreck behandelt hat, nichts mehr zu tun haben, andererseits jedoch suchte ich sie immer wieder auf. Ich war hin- und her gerissen zwischen Hass und Wut einerseits und Hoffnung, dass sie einmal zu mir sagen würde: "Du bist meine Tochter und ich liebe Dich", dass sie mir einmal ihre Liebe schenkt andererseits. Dieses Hin und Her meiner Gefühle machte es mir unmöglich, mal eine vernünftige Entscheidung zu treffen.
Während einer Atemtherapiesitzung wurde mein Körper ganz schwer und ich hatte das Gefühl, in einen Brunnen zu fallen. Plötzlich legte meine Therapeutin eine Decke über mich. Ich schreckte auf und hätte vor Kopfschmerzen schreien können. Ich hatte das Gefühl, zwei Köpfe zu haben.
Nach dieser Atemtherapiesitzung teilten mir meine Therapeutin und meine Oberärztin mit, dass ich eine Multiple Persönlichkeit sei und meine Therapeutin forderte mich auf, mit dem Kopf zu reden, ihn zu fragen, was er auf dem Herzen hat.
Ich glaubte dieser Diagnose, denn sie lieferte mir eine Antwort auf meine Frage, warum ich so ambivalent bin, warum meine Gefühle so widersprüchlich sind.
Ich kam der Aufforderung meiner Therapeutin nach und suchte "meine Innenpersonen". Nach drei Tagen glaubte ich neun Persönlichkeiten entdeckt zu haben. Ich nannte meine Sehnsucht nach einer Mutter, "Jani", meinen Hass meiner Mutter gegenüber "Jessica", … So wurden meine widersprüchlichen Gefühle personifiziert und ich kam der Aufforderung meiner Therapeutin nach und begann mit diesen "Persönlichkeiten" zu reden. Ich hielt meine eigenen widersprüchlichen Gedanken für "Stimmen der anderen".
Mit der Diagnose "Multiple Persönlichkeitsstörung" stand auch erstmalig der Verdacht des sexuellen Missbrauchs in meiner Kindheit, als Ursache „meiner Multiplen Persönlichkeitsstörung“ im Raum. Vor dem Klinikaufenthalt hatte ich das Buch „Aufschrei“ von Truddi Chase gelesen. Das Buch handelt von einer Frau, die aufgrund extremer sexueller Gewalt in der Kindheit multipel wurde. Und wenige Tage nach der Diagnose „Multiple Persönlichkeitsstörung“ erhielt ich die neue abonnierte „Ema-Ausgabe“ (September 1992), die einen Bericht von einer Multiplen Persönlichkeit beinhaltete. Michaela Huber erklärt in diesem Text, dass die Ursache der Multiplen Persönlichkeitsstörung in der Regel sexueller Missbrauch in der Kindheit sei. Beide Texte, sowohl das Buch „Aufschrei“ und der Text „MPS“ von Michaela Huber, machten mir damals Glaube, dass man nur multipel wird, wenn man in der Kindheit extremer Gewalt ausgeliefert war. Ich konfrontierte meine Therapeutin mit dem angelesenen Wissen, die bestätigte, dass die häufigste Ursache der Multiplen Persönlichkeitsstörung sexueller Missbrauch sei. Ich begann mich zu fragen, was man mir angetan hat, so dass ich multipel wurde, wer mich wo missbraucht haben könnte, ...
Am Ende dieser Therapie legte man mir eine Langzeittherapie nahe, um "meine Multiple Persönlichkeitsstörung" behandeln zu lassen.

Während der Wartemonate bis zum nächsten Klinikaufenthalt bekam ich Zweifel an der Richtigkeit der Diagnose "Multiple Persönlichkeitsstörung". Denn mit Klinikende, seit ich keinen therapeutischen Einflüssen mehr ausgesetzt war, hörte und sah ich nichts mehr von "meinen Persönlichkeiten".
Ich war völlig verunsichert, ob ich nun multipel bin oder nicht, ob ich nun missbraucht worden bin oder nicht. Ich wandte mich an eine ambulante Analytikerin, die Jahre lang in Amerika gelebt hat und dort mit Multiplen Persönlichkeiten gearbeitet hat. Ich erklärte ihr, dass ich nicht multipel sein kann, da ich keine Stimmen höre, keine Zeit verliere, keine unterschiedliche Handschriften habe, … Sie erklärte mir: „Wenn Sie sich als gespalten wahrnehmen, dann sind Sie auch multipel. Es gibt zwar klare Kriterien für MPS, doch diese Kriterien seien bei jedem unterschiedlich ausgeprägt“.
Diese Therapeutin verunsicherte mich noch mehr als ich ohnehin schon verunsichert war. Ich beendete die Therapie nach wenigen Stunden und kam zu dem Schluss, dass die Multiple Persönlichkeitsstörung in meinem Fall fehldiagnostiziert wurde.

1993 begab ich mich in eine psychoanalytische Klinik, wo ich neun Monate verweilte.
Die Diagnose "Multiple Persönlichkeitsstörung" konnte von meiner Analytikerin nicht bestätigt werden.
Während dieses Klinikaufenthaltes wurde mir der Glaube induziert, dass meine Symptome (Verspannungen, Kopfschmerzen, Arbeitsprobleme, ...) auf einen sexuellen Missbrauch in der Kindheit hindeuten würde an den ich mich deshalb nicht erinnern kann, weil ich die Erinnerungen daran verdrängt und vergessen hätte. Fest machte sie diese Interpretation an der Tatsache, dass ich im Jugendalter mehrmals (von einem Nachbarn, einem Mitschüler und meinem ehemaligen Lebengefährten) sexuell belästigt bzw. missbraucht wurde. Frei nach dem Motto: "Einmal Opfer, immer Opfer", fragte sie mich, ob ich meine Missbraucher nicht unbewusst sexuell begehrt hätte, ob ich mir nicht unbewusst gewünscht hätte, dass er mit mir schläft. Sie interpretierte das so, dass ich Sexualität nicht von Liebe trennen könnte, ein Problem, das seinen Ursprung in der Kindheit haben müsste. Ich glaubte damals dieser Interpretation. Ich glaubte ihr deshalb, weil ich mich in der Tat nicht gewehrt hatte, mit mir habe machen lassen, alles über mich ergehen ließ.
Erneut fragte ich mich, wer mich wie und wo missbraucht haben könnte.

Ich fuhr an einem Wochenende nach Hause und konfrontierte meine Mutter mit der Frage, ob ich in meiner Kindheit sexuell missbraucht wurde. Meine Mutter begann zu erzählen: Mein Vater hätte neben mir liegend masturbiert, er hätte sie mehrmals vergewaltigt, der Vater meines Vaters sei ein Pädophiler gewesen und wegen Kindesmissbrauch inhaftiert worden, als ich 2 Jahre als war, er hätte sie vergewaltigt, während ich in der Ecke saß und zugesehen hätte, sie selber sei von ihrem Stiefvater sexuell missbraucht worden und ihre Geburt sei das Ergebnis einer Vergewaltigung im zweiten Weltkrieg durch einen Russen, …
Meine Mutter tischte mir eine Geschichte nach der anderen auf. Damals glaubte ich den Geschichten meiner Mutter, denn sie harmonierten mit der Interpretation meiner Analytikerin, ich sei in meiner Kindheit missbraucht worden. Erst viele Jahre später bekam ich Zweifel an der Glaubwürdigkeit meiner Mutter, aus vielen Gründen. Viele ihrer Geschichten, die sie mir von klein auf eingetrichtert hatte, stellten sich als Lüge heraus. Meine Eltern ließen sich scheiden, als ich 3 Jahre alt war. Meine Mutter hatte in all den Jahren nicht unversucht gelassen meinen Vater schlecht zu machen, wo sie nur konnte. Von klein auf erzählte sie mir eine Lüge nach der anderen über meinen Vater. Und meiner jüngeren Schwester erzählte meine Mutter ganz andere Geschichten. Auf die Frage meiner jüngeren Schwester, warum sie den Kontakt zu ihrer Schwester (die Schwester meiner Mutter ist mit dem Bruder meines Vaters verheiratet) abgebrochen habe, erklärte meine Mutter ihr, der Ehemann ihrer Schwester (also der Bruder meines Vaters) hätte mich sexuell missbraucht, woraufhin sie, als fürsorgliche Mutter, selbstverständlich den Kontakt zu ihrer Schwester abgebrochen hätte.

Meine Mutter war die Lüge in Person. Ich erfuhr erst im Alter von 12 Jahren von der Existenz meiner beiden älteren Geschwister. Meine Mutter hatte ihre ersten beiden Kinder nach der Geburt ins Heim abgeschoben und es vorgezogen, zwei neue zu kriegen. Als ich 12 Jahre alt war standen plötzlich meine älteren Geschwister vor der Türe. Meine älteste Schwester beließ es bei wenigen Besuchen. Auf meine Frage, warum meine ältere Schwester nicht mehr kommen würde, antwortete meine Mutter mir, sie wäre aufgrund eines bewaffneten Banküberfalls mit Geiselnahme inhaftiert worden. Über meine andere Schwester erzählte sie mir, sie sei Heroinabhängig und würde auf den Strich gehen.
Meine Mutter tischte mir noch weitere Lügen auf, was aber den Rahmen hier sprengen würde. Erst viele Jahre später, als ich Zweifel an der Richtigkeit meiner Erinnerungen bekam und damit auch Zweifel an der Glaubwürdigkeit meiner Mutter, überprüfte ich all ihre Geschichten, wandte mich an die Staatsanwaltschaft und schaltete eine Rechtsanwältin ein, …

Einige Tage nachdem ich meine Mutter mit einem möglichen Missbrauch konfrontiert habe, fragte mich die Sozialtherapeutin in der Klinik ganz direkt, ob ich von meinem Vater missbraucht worden sei. „ich kann mich nicht erinnern, ich glaube ja“ (Zitat aus meinem Tagebuch), antwortet ich verunsichert.

Wenige Tage später sprachen wir in der Psychodramagruppe, die nur aus Inzestopfern bestand, über den „Teufelskreislauf des sexuellen Missbrauchs“: Wenn die Eltern in ihrer Kindheit missbraucht wurden, dann missbrauchen unsere Eltern auch uns und wenn wir den Teufelkreislauf nicht durchbrechen, dann werden auch wir unsere Kinder missbrauchen, lautete das Fazit. Ich saß wie angewurzelt da, unfähig ein Wort über die Lippen zu bringen. In meinem Kopf ratterten die Gedanken: Meine Mutter wurde sexuell missbraucht, der Vater meines Vaters war ein Pädophiler, also gibt es keinen Zweifel, dass auch ich von meinem Vater sexuell missbraucht wurde und in mir eine Täterin schlummert, die darauf wartet, sich an kleine Kinder zu vergehen.
Ich entschloss , sobald ich wieder zu Hause bin, mich sterilisieren zu lassen. Denn so was möchte ich meinen Kindern nicht antun, schwor ich mir. Ich hielt meinen Schwur, suchte nach meinem Klinikaufenthalt meinen Frauenarzt mit der Bitte um Sterilisierung auf, der meiner Bitte jedoch aufgrund meines Alters jedoch nicht nachkam.

Von allen Seiten wurde ich in die Missbrauchsrichtung gedrängt und manipuliert. Ich war völlig verunsichert fagte ich mich: "Kann es sein? Wurde ich missbraucht und habe den Missbrauch völlig vergessen?"
Ich begab mich auf die Suche nach meinen vergessenen Erinnerungen und meinen Missbrauchern. Ich stellte mir vor, wie und wo mein Vater und meine Opa mich missbraucht haben könnten. Vor meinem imaginären Auge entstanden Bilder. Je häufiger ich diese Bilder sah, desto realistischer wurden sie, bis ich nicht mehr sagen konnte, was wahr und was falsch ist.

Während dieses Klinikaufenthaltes wurde ich regelrecht darauf getrimmt meine Träume als "Hinweise meines Unterbewusstseins" zu sehen und in diesen die Wahrheit und Realität zu suchen. Jeden Morgen wurde ich gefragt, was ich geträumt habe und auch während meiner Therapiesitzung wurde endlos an meinen Träumen ruminterpretiert und in diese sexuelle Inhalte hineininterpretiert.
Die kontinuierliche Beschäftigung mit meinen angeblich verdrängten Erinnerungen nahm Einzug in meine Träume. Ich begann plötzlich von Inzest zu träumen, was im Zirkelschluss als Beweis dafür angesehen wurde, dass ich tatsächlich missbraucht wurde. Vor diesem Klinikaufentahlt hatte ich solche Träume nicht.
Schon währen dieses Klinikaufenthaltes gab es erste Anzeichen dafür, dass mich dieses willkürliche Ruminterpretieren an meinen Träumen und die endlose Suche nach meinen angeblich verdrängten Erinnerungen, regelrecht in die Psychose trieb. Einige Tage nach meinem Besuch bei meiner Mutter träumte ich, ich hätte meinen Vater getötet. Als ich aufwachte tat ich das, was ich jeden Tag tat, ich suchte die Wahrheit in meinen Träumen, mit dem Ergebnis, dass ich nicht mehr sagen konnte, ob meine Vater nun lebt oder tot ist, ob ich ihn umgebracht habe oder nicht.

Ich verließ die Klinik neun Monate später in dem Glauben, ein Missbrauchsopfer zu sein.
Die Diagnose Multiple Persönlichkeitsstörung wurde zwar ausgeschlossen und durch das Borderline-Syndrom (ebenfalls eine Fehldiagnose, denn ich leide "nur" unter einer Depersonalisation, wenn ich in Stresssituationen gerate) ersetzt, dennoch verließ ich diese Klinik in dem Glauben, multiple zu sein, aus drei Gründen:
Zum einen hatte mich der analytische Ansatz regelrecht in die Dissoziation getrieben. Neun Monate lang, teilweise bis zu sechs Stunden am Tag, wurde dort in meiner Kindheit rumgebohrt. Der analytische Ansatz nagelte mich regelrecht an der Opferrolle fest, warf mich zurück in die Kindheit und ließ mich im Kindzustand stagnieren. Gleichzeitig jedoch forderte meine Analytikerin von mir, dass ich neben den ganzen Therapiesitzungen drei Mal die Woche arbeiten gehe, einen Arbeitsversuch wage. Während mein Gefühl auf der Kindheitsebene stagnierte, forderte der Alltag von mir, den Verpflichtungen einer Erwachsenen nachzukommen. Ich war dem Allem nicht gewachsen, hoffnungslos überfordert. Der induzierte Glaube, missbraucht worden zu sein, riss mir schon völlig den Boden unter den Füßen weg. Hinzu kam die kontinuierliche Beschäftigung mit all dem, was meine Muter mir angetan hat und in diesem ganzen Chaos sollte ich auch noch arbeiten gehen. Ich zersplitterte völlig und depersonaliserte bis zur Selbstauflösung. Ich hatte das Gefühl, neben mir zu stehen, mich von außen zu beobachten. Ich schwebte wie im Trance umher und hatte das Gefühl, dass alles passiert gar nicht, das alles passiert nicht mir. Ich hatte das Gefühl, das bin nicht ich, die da in der Klinik ist, die über ihre Kindheit redet. Ich verlor mich völlig selber.
Zum anderen war es der Glaube, missbraucht worden zu sein, der eine Multiple Persönlichkeitsstörung wieder wahrscheinlich werden ließ. Da ich mich an keinen Missbrauch erinnern konnte, muss sich jemand anderes an ihn erinnern können, glaubte ich damals.
Und zuguter Letzt war es die Tanztherapie, die in mir den Glauben entstehen ließ, doch multipel zu sein. Noch bevor ich die Möglichkeit hatte irgendetwas über mich zu erzählen, erklärte mir die Analytikerin sofort, dass all ihre Klienten mit ihr tanzen "dürfen". Ich erschrak und erklärte ihr, dass ich das nicht möchte. Sie drohte mir mit einem Rauswurf aus der Klinik, wenn ich die Therapie "verweigere". Sie ließ mich tanzen, selbst als ich eine Stirnhöhlenvereiterung und Fieber hatte, ließ mich diese Therapeutin tanzen. Diese Tanztherapie war einfach nur schrecklich für mich. Sie erinnerte mich an meine Missbrauchserfahrung, die ich im Jugendalter machen musste. Er war Fotograf, ich stand ihm Modell, stellte meinen Körper zur Schau, ich sagte "Nein", doch er nahm sich, was er wollte. Die Analytikerin zwang mich, meinen Körper vor meinen männlichen Mitpatienten zur Schau zu stellen, nahm meine Hand und zerrte mich über die Tanzfläche. Ich sagte "Nein", doch sie nahm sich was sie wollte. Ich hatte während der Tanztherapie das Gefühl, das sei nicht ich, die da tanzt. Ich sah mich von außen, stand neben mir und sah mich tanzen. Dass man dieses Phänomen "Depersonalisation" nennt, das wusste ich damals nicht und das erklärte mir auch keiner. Und so verließ ich die Klinik in dem Glauben, doch eine Multiple Persönlichkeit zu sein.

Gebracht hat mir dieser Klinikaufenthalt so gut wie gar nichts. Er hat mir nicht dazu verhelfen können, andere Verhaltensweisen, als die mir bekannten, zu erlernen. Und er hat mir auch keine Problembewältigungsstrategien mit auf den Weg gegeben. Das einzige, was ich in dieser Klinik gelernt habe war, dass meine Eltern an allem Schuld sind. Sie hat mir einen Sündenbock geliefert, dem ich die ganze Schuld für meine Probleme in die Schuhe schieben konnte und sie hat mich darin bestätigt und bestärkt, dass meine Symptome, nach all dem, was meine Eltern mir angetan haben, berechtigt sind und ich ja nichts dafür kann. Er hat mich nicht nur an der Opferrolle festgenagelt, sondern diese auch noch bestätigt, bekräftigt und gefördert.

Ich verließ diese Klinik in dem Glauben multipel zu sein und von meinem Vater und Opa sexuell missbraucht worden zu sein. Erinnern konnte ich mich nicht. Ich glaubte "nur " missbraucht worden zu sein.

Vier Tage nach meiner Entlassung kaufte ich mir das Buch "Trotz allem" (Ellen Bass und Laura Davis, Trotz allem. Wege zur Selbstheilung für sexuell missbrauchte Frauen, Berlin 1990). Nachdem ich dieses Buch gelesen hatte, hatte ich endgültig keinen Zweifel mehr daran, missbraucht worden zu sein.
Es waren in erster Linie Sätze wie
Wenn Du dich nicht an deinen Missbauch erinnern kannst, du bist nicht die einzige. Viele Frauen können sich nicht erinnern, und manche werden sich nie erinnern. Das heißt nicht, dass du nicht missbraucht worden bist“(Seite 73),
Am Anfang musst du dich vielleicht daran erinnern, dass du überhaupt missbraucht wurdest“(Seite 62),
"Im Anfangstadium kann dein Glaube an deine Erinnerungen kommen und auch wieder verschwinden
Es gibt kein richtig oder falsch, wenn es um das Erinnern geht" (Seite 62),
"Auch wenn deine Erinnerungen unvollständig sind, auch wenn deine Familie darauf besteht, dass niemals etwas geschehen ist, musst du dir trotzdem glauben. Auch wenn dir das, was du erlebt hast, zu extrem vorkommt, um möglich zu sein, oder nicht schlimm genug, um als Missbrauch zu gelten, und auch wenn du denkst: „Ich habe es mir bestimmt nur ausgedacht“, oder „Kein Mensch würde das mit einem Kind machen“, muss du dich mit der Tatsache deines Missbrauchs abfinden, und zwar immer wieder neu“ (Seite 78),
"Wenn du dich nicht an solche konkreten Geschehnisse erinnern kannst, und trotzdem das Gefühl hast, missbraucht worden zu sein, stimmt es vermutlich" (Seite 20)
"Wissen um Missbrauch beginnt oft mit einem winzigen Gefühl, einer Intuition oder vagen Ahnung. Es ist wichtig, dass du deiner inneren Stimme vertraust und von dort aus weiterarbeitest. Geh davon aus, dass deine Gefühle richtig sind. Bis jetzt hat noch keine Frau, mit der wir gesprochen haben, zuerst gedacht, sie sei vielleicht missbraucht worden, und später entdeckt, dass es doch nicht stimmte. Es läuft immer andersrum: dem Verdacht folgt die Bestätigung. Wenn du glaubst, du seist missbraucht worden, und dein Leben zeigt entsprechende Symptome, dann stimmt es auch". (Seite 21)
"Die Psyche besitzt ungeheure Verdrängungskraft. Viele Kinder können den Missbrauch vergessen, sogar während er geschieht. ... Die Fähigkeit zu vergessen erklärt, wieso so vielen erwachsenen Überlebenden gar nicht klar ist, dass sie missbraucht worden sind". (Seite 36)
sowie
Ein Nebenprodukt des Vergessens ist das Gefühl, in mehr als eine Person gespalten zu sein“ (Seite 36),
die ich nicht nur dick unterstrich, sondern, die mich zudem sehr verunsicherten und mich dahingehend manipulierten, einfach zu glauben, dass ich missbraucht wurde.
Es war dieser Konsens zwischen der Interpretation meiner Analytikerin "meine Symptome würden auf einen verdrängten Missbrauch hindeuten", den Geschichten, die meine Mutter aufgetischt hatte und dem, was ich in dem Buch "Trotz allem" las, der in mir jeglichen Zweifel im Keim erstickte. Auch das Buch „Trotz allem“ machte mir Glaube, das es völlig normal ist, dass ich mich nicht an einen Missbrauch erinnern kann, dass man einfach glauben muss, missbraucht worden zu sein, wenn man unter Verspannungen, Kopfschmerzen und Arbeitsproblemen leidet.

Mir ging es sehr schlecht. Ich brach all meine sozialen Kontakte ab, zog mich in die völlige Isolation zurück, reichte die Erwerbsunfähigkeitsrente ein und brach den Kontakt zu meinem Vater und dem Rest der Familie ab, die alle einen Missbrauch an mir "verleugneten", die "nicht bereit waren, ihre Schuld zuzugeben"
Ich wandte mich an Wildwasser und ließ mir Adressen von Therapeuten geben, die mit Missbrauchsopfern zusammenarbeiten.

1994 begann ich eine ambulante Gesprächstherapie. Ziel meiner Therapie war, meine Erinnerungen an den verdrängten Missbrauch wiederzuerlangen. Ich möchte dieser Therapeutin keinen Vorwurf machen. Sie holte mich dort ab, wo ich stand, als ich ihre Praxis betrat: Ich glaubte bereits ein Missbrauchsopfer zu sein.
Um mir beim Wiedererinnen "behilflich zu sein", erzählte mir meine Therapeutin von ihrem eigenen Missbrauch und stellte mir Suggestionsfragen derart: „Mit was assoziieren Sie die Bockwurst, die sie bei ihrem Opa nicht essen mochten?“
Zwei Jahre lang suchte ich meine Erinnerungen und war hin- und hergerissen zwischen einerseits dem Wissen, dass ich nicht missbraucht wurde, andererseits war mein Kopf voll von Bildern, wie mich mein Vater, mein Onkel, mein Opa, meine Mutter, ... missbraucht haben. Meine Erinnerungen wurden immer absurder. Ich wusste nicht mehr, was ich glauben sollte, was wahr und was falsch ist. Mal war ich so fest davon überzeugt, missbraucht worden zu sein, dass ich versuchte mir das Leben zu nehmen und der Polizei als Grund für meinen Selbstmord "Inzest" nannte. Ein anderes Mal sagte ich öffentlich "Therapie ist Gehirnwäsche. Wenn man einem Klienten etwas oft genug sagt, dann glaubt der das". Das, was da mit mir passiert ist, würde man in der Psychose "Doppelte Buchführung nennen". Doch wenn es um Missbrauch geht, dann wird diese „Doppelte Buchführung“ als völlig normal angesehen und das Wissen, nicht missbraucht worden zu sein, wird nur als "Verleugnung", "nicht Wahrhaben wollen" abgetan und völlig ignoriert. Jahre lang wurden die ganzen Bilder, die in meinem Kopf infolge meiner endlosen Suche nach meinen verdrängten Erinnerungen entstanden waren, als „Botschaften des Unterbewusstsein“, angesehen und ich wurde aufgefordert, diesen Bildern zu glauben, sie als wahr, real erlebt anzusehen. „So was denkt man sich nicht aus“, machte man mir Glaube.
Ich bekam infolge der kontinuierlichen Suche nach "meinen" verdrängten Missbrauchserinnerungen schlimme Alpträume und sogennante "Körpererinnerungen" wie Unterleibsschmerzen, allesamt Symptome, die ich vor Therapiebeginn nicht hatte und die während meiner Therapie als Beweis dafür angesehen wurden, dass ich missbraucht wurde.

Nach zwei Jahre verlagerte sich der Schwerpunkt in meiner Therapie von der Suche nach meinen angeblich verdrängten Erinnerungen hin zum Thema "Alltagsstruktur". Denn ich litt unter meiner Erwerbsunfähigkeitsrente. Mit Verlagerung des Themas verschwanden auch schlagartig sämtliche Symptome. Ich hatte keine Alpträume mehr und litt auch nicht mehr unter "Körpererinnerungen".
All meine anderen Symptome, wie Verspannungen, sexuelle Unlust, Kopfschmerzen, …, Symptome, die während meiner Therapien als zweifelsfrei Indizes für einen verdrängten Missbrauch angesehen wurden, verschwanden als ich die Kündigung bei meinem Arbeitsgeber einrechte und damit nicht mehr dem beruflichen Stress und dem Mobbing ausgesetzt war.
Ich bekam Zweifel an der Richtigkeit der Diagnose "Multiple Persönlichkeitsstörung" und erkannte, dass man mir in der Therapie falsche Erinnerungen induziert hatte. Ich meinem Tagebuch formulierte ich dies wie folgt:
„Mir stellt sich die Frage, bin ich nun eine Multiple Persönlichkeit oder sind es nur Persönlichkeitsanteile? Bin ich einbildungskrank oder ist es nur meine Fähigkeit aus meinem Körper zu verschwinden und meine Gefühle abzuspalten? Zweimal habe ich die Diagnose Multiple Persönlichkeitsstörung erhalten. Der Rest der Therapeuten konnte sich darüber nur amüsieren. (…) Ich weiß nicht mehr, was ich glauben soll, ich weiß nicht mehr, wer ich eigentlich bin. Ich denke, mit einer der Gründe, warum ich für mich keine Antwort finden kann ist, dass ich zuviel über die Multiple Persönlichkeitsstörung weiß und versuche, Vergleiche zu ziehen. Ich suche zum Beispiel nach unterschiedlichen Handschriften, Stimmen usw., alles, was eine Multiple Persönlichkeit prägt. Doch ich kann nichts finden und dennoch sind die Schwankungen vom Kleinkind zum Erwachsenen zu groß. Dennoch habe ich das Gefühl, dass sich das alles mehr in meinem Kopf abspielt und ich frage mich, wie haben Betroffene ihren Personen Namen gegeben? Meine mir bekannten Persönlichkeiten haben auch Namen, doch ich weiß nicht mehr, wie sie zustande kamen, ob ich sie ihnen nur vom Kopf gegeben habe. (…) Ich fühle mich verarscht, als wäre Therapie nur eine Gehirnwäsche, Worte, die der Patient glaubt, wenn man sie ihm oft genug einredet. Alles habe ich geglaubt, ich habe es geglaubt, als mir mein erster Therapeut sagte, dass es nur Persönlichkeitsanteile sind, ich habe geglaubt, als man mir in der psychosomatischen Klinik sagte, ich sei eine Multiple Persönlichkeit, ich habe es geglaubt als man mir in der analytischen Klinik sagte, ich bilde mir alles nur ein, ich habe es geglaubt als mir der Rest der Welt sagte, ich würde mich nur von meinem Körper und meinen Gefühlen abspalten. Ich habe es geglaubt und mit mir machen lassen. Jetzt weiß ich nicht mehr, wer ich bin, nicht mehr, was ich bin, nicht mehr wohin ich gehöre. (…) Ich habe Zweifel, dass man mir helfen kann. Ich habe Zweifel bei jeder Therapiestunde. Zuviel ist passiert, zuviel Gehirnwäsche wurde mit mir gemacht. “.
Ich wandte mich wieder dem Leben zu, baute mir meinen Freundeskreis wieder auf, ging wieder eine Beziehung ein, holte mein Abitur nach und begann mit meinem Psychologiestudium.

Sechs Jahre lang, von Oktober 1994 bis Mai 2000 war mir klar, dass ich keine Multiple Persönlichkeit bin. Fünf Jahre lang, von September 1995 bis Mai 2000, beschäftigte mich ein möglicher sexueller Missbrauch überhaupt nicht mehr.
Und auch meine Gesprächstherapeutin konnte eine Multiple Persönlichkeitsstörung bei mir nicht bestätigt.

1997 entschied ich mich für eine Körperwahrnehmungstherapie. Bereits nach 20 Minuten fragte mich diese Therapeutin, ob ich von meinem Vater sexuell missbraucht worden sei. Ich fragte sie, wie sie darauf käme. Sie erklärte mir, dass sie das von dem Moment an gewusst hätte, als ich ihre Praxis betrat. Sie sagte etwas von "Intuition" und dass sie Missbrauchsopfer an ihrer Körperhaltung erkennen würde. Ich beließ es bei dieser einen Stunde, denn das Thema "Sexueller Missbrauch" war für mich erledigt.


Zuletzt bearbeitet von Jenny Doe am 23.10.2016, 11:46, insgesamt 20-mal bearbeitet
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Jenny Doe
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BeitragVerfasst am: 25.01.2007, 08:53    Titel: Antworten mit Zitat

Teil 2

1998 verstarb meine Mutter. Ich wusste nicht, was ich fühlen sollte. Gefühle von Trauer, Erleichterung, Wut, Liebe, … rissen mich hin und her, spielten mit mir Tauziehen. Ich kam mit ihrem Tod nicht klar. Ich begann eine tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie.
Dass sich meine Therapeutin in Ausbildung zur Psychoanalytikerin befand wusste ich zu Therapiebeginn nicht, dass sich. Das hatte sie mir verschwiegen, obwohl ich ihr erzählt hatte, wie sehr mir der psychoanalytische Ansatz während meines dritten Klinikaufenthaltes geschadet hat und sie genau wusste, dass ich nach meinen Erfahrungen in der psychoanalytischen Klinik, für mich eine Psychoanalyse nicht mehr zur Diskussion stand.

Ich hatte die Praxis meiner Therapeutin mit dem Vorsatz, eine Kurzzeittherapie von 20 Stunden machen zu wollen, um mich mit dem Tod meiner Mutter auseinandersetzen zu können, betreten. Doch es blieb nicht bei dem Thema „Tod der Mutter“ und auch nicht bei 20 Stunden. Aus meinem Vorhaben 20 Stunden Therapie zu machen wurden vier Jahre, die mit der Diagnose „Multiple Persönlichkeitsstörung“, dem Glauben rituell in einem Satanskult missbraucht worden zu sein und mit dem Therapieabbruch von Seiten meiner Analytikerin endeten.

Sie bohrte unaufhörlich und willkürlich in meiner Kindheit rum, riss alte Wunden wieder auf, ohne mir zu sagen, wie ich mit dem, was sie aufriss, umgehen kann, ohne mir Problembewältigungsstrategien mit auf den Weg zu geben. Diese Therapie nagelte mich regelrecht in meiner Kindheit und der Opferrolle fest. Ich lebte nur noch in der Vergangenheit und beschäftigte mich mit nichts anderem mehr als mit dem, was meine Mutter mir alles angetan hat. Ich verlor zunehmen mehr den Bezug zur Realität. Die Realität wurde mit jedem Tag immer unerträglicher. Ich fühlte mich plötzlich mit all dem, womit ich vor Therapiebeginn keine Probleme hatte, völlig überfordert. Der Alltag wurde zu einer einzigen unerträglichen Belastung. Es war, als wäre meine Mutter wäre nie gestorben. Es war als wäre ich immer noch das kleine Kind, das ich einst war, so als würde ich noch immer bei meiner Mutter leben und meine Kindheit hätte in Wahrheit noch gar kein Ende gefunden. Nacht für Nacht träumte ich, ich müsste wieder zurück zu meiner Mutter, ich müsste meine eigene Wohnung aufgeben und wieder bei ihr einziehen. Mehrmals passierte es mir, dass ich nach den Sitzungen bei ihr nicht in meine eigene Wohnung fuhr, sondern mich plötzlich vor dem Haus meiner Mutter wieder fand. Ich hatte massive Probleme damit mir bewusst zu machen, dass ich dort nicht mehr lebe, dass ich vor über 10 Jahren von zu Hause ausgezogen bin.
Sie trieb mich Sitzung für Sitzung von einem extremen Gefühlszustand in den nächsten, die so schmerzhaft waren, dass ich glaubte, ich würde den Verstand verlieren. Alles, was sie aus mir herausholte, übermannte mich einer solchen Heftigkeit und Intensität, dass ich glaubte, ich gehe kaputt. Zwei mal rannte ich während der Sitzung gegen die Wand, bis ich Sternchen sah. Mehrmals stand ich nach meinen Sitzungen am Treppengelände und starrte in meinen Tod, der mir wie eine Erlösung erschien. Ich konnte diese Schmerzen nicht mehr ertragen. Ich begann mich selber zu verletzen, um diesen seelischen Schmerz nicht mehr spüren zu müssen.
Nach jeder Sitzung verspürte ich eine innere Leere, das Gefühl der totalen Selbst- und Realitätsentfremdung. Ich schwebte wie im Trancezustand durch eine Welt, die mir wie ein Marionettenspiel erschien. Ich nahm nichts mehr um mich herum wahr, so als hätte man mich mit Drogen voll gepumpt. Ich schwebte auf Wolken, vegetierte nur noch wie im Trancezustand in einer Welt umher, von der ich nicht sagen konnte, ob sie nun wirklich existiert oder nicht. die Verbindung zwischen meinem Gehirn und meinen Körperteilen brach völlig ab. Mehrmals passierte es mir, dass ich mitten auf der Straße stehen blieb, unfähig weiter zu gehen. Ich konnte meine Beine nicht mehr bewegen.
Ich bekam massive Gedächtnisprobleme, Probleme, Störungen, die ich vor Beginn dieser Therapie nicht hatte und auch heute nicht mehr habe. Ich konnte mich nicht mehr an die vergangenen Sitzungen erinnern. Sie erschienen mir wie ausradiert, so als hätten sie nie stattgefunden.
Bis heute ist es mir nicht möglich, mich an irgendeine Therapiesitzung während der ersten zwei Therapiejahre bei ihr zu erinnern.

Bei mir war genau das passiert, was Prof. Hans-Joachim Markowitsch von der Universität Bielefeld in seinem Text „Gedächtnisverlust trifft immer öfter junge Menschen“ (http://www.dolomiten.it/nachrichten/artikel.asp?KatId=ed&ArtId=80434) beschreibt und wovor er warnt:
Wie alt bin ich? Bin ich verheiratet? Wo bin ich zur Schule gegangen und was ist mein Beruf? Retrograde Amnesie heißt ein solcher Verlust von Erinnerungen. Dieser Gedächtnisverlust kann nach einem Unfall oder einem Schlaganfall eintreten.
Aber auch dauerhafter Stress, Angst oder Depression können Auslöser für eine Amnesie sein, wie Prof. Hans-Joachim Markowitsch von der Universität Bielefeld berichtet. Besonders betroffen bei einer solchen psychogenen Amnesie ist das autobiografische Gedächtnis.
In der Bielefelder Gedächtnisambulanz untersuchen der Neuropsychologe und sein Team bis zu 50 Patienten im Jahr. "Negativer Stress hat Auswirkungen auf das Gehirn, und Gedächtnisverlust ist eine der möglichen Konsequenzen", sagt Markowitsch. "Besonders junge Menschen zwischen 20 und 35 Jahren sind davon betroffen. Ursache dafür sind vermutlich die ersten Rückschläge im Erwachsenenalter und Orientierungslosigkeit." Wie viele Menschen in Deutschland betroffen seien, könne nicht genau ermittelt werden, weil es in vielen Fällen falsche Diagnosen gebe - viele Betroffenen landeten dann in einer Psychiatrie.
(…)


Je länger ich bei ihr in Therapie war, desto schlechter ging es mir. Je schlechter es mir ging, desto mehr brauchte ich sie. Je mehr ich meine Therapeutin brauchte, desto abhängiger wurde ich von ihr. Je abhängiger ich von ihr wurde, desto mehr verlor ich mich selbst und desto unfähiger wurde ich, bei mir selber zu bleiben, auf meine Gefühle zu hören. Je mehr ich mich selber verlor, desto verzweifelter suchte ich mich und wurde anfällig für Manipulationen, Suggestionen und Spekulationen und war fast dankbar, wenn mir jemand sagte, wer ich bin, wenn mir jemand Erklärungen dafür lieferte, warum es mir mit jedem Tag schlechter und schlechter ging.
Ich konnte diese Therapie nicht beenden. Ich brauchte meine Therapeutin in jener schrecklichen Zeit wie keinen anderen Menschen auf dieser Welt, wie die Luft zum Atmen. Ich war hochgradig abhängig von ihr.
Mir ging es so schlecht, wie noch nie zuvor in meinem Leben. Ich war nicht mehr in der Lage meinen Alltag zu meistern, brach den Kontakt zu all meinen Freunden ab, beendete meine Beziehung und zog mich in die völlige Isolation zurück, in eine Wohnung, die ich in eine Höhle umgewandelt hatte. Der einzige soziale Kontakt, den ich noch hatte, war diese Therapeutin.

Zwei Jahre waren verstrichen seit Therapiebeginn. Im Mai 2000 stand ich am Fenster und starrte aus der Leere in die Leere. Die Welt um mich herum existierte nicht mehr. Die Stimme meiner Therapeutin erschien mir wie ein weißes Rauschen, wie eine Stimme aus einer fernen Welt. Die Vergangenheit hatte mich wieder und war mit der Gegenwart zu einer unzertrennlichen Einheit verschmolzen. Wieder spürte ich den ganzen Schmerz meiner Kindheit. Wie tausend Nägel bohrte er sich durch mich hindurch. Ich hörte das Schweigen meiner Mutter, spürte ihre Schläge, die mir einst die Seele aus dem Körper schlug, spürte ihre Kälte, an der ich einst erfror. Ich fühlte mich so klein, so entsetzlich klein und hilflos. Ich wollte schreien: „Halt mich, bitte halt mich“. Doch ich schwieg, denn ich wusste, wie wichtig meiner Analytikerin die Distanz zu ihren Klienten war. Ich schwieg und schluckte. Der Schmerz war unerträglich. Der Wunsch zu sterben wurde immer größer. Eine erneute Zurückweisung hätte ich nicht ertragen können. Ein erneutes „Nein, ich halte Dich nicht“, hätte mich um den Verstand gebracht. Ich schwieg und starrte aus dem Nichts ins Nichts.
Die zwei Worte „Multiple Persönlichkeitsstörung“ holten schlagartig ins hier und Jetzt zurück.

Einerseits hatte ich Zweifel an dieser Diagnose. Andererseits sprach vieles für die Diagnose:
Die Tatsache, dass ich erneut, zum zweiten Mal im Lauf meiner Therapiekarriere, die Diagnose Multiple Persönlichkeitsstörung erhielt, verunsicherte mich sehr. „Wenn zwei Therapeuten, eine Oberärztin und eine Psychiaterin zu derselben Diagnose gelangen, dann muss diese stimmen“, dachte ich damals.
Und zum anderen verspürte ich nach den zwei Jahren Therapie bei dieser Therapeutin ein starkes Entfremdungsgefühl mit selbst und dem Kindheitszustand, in den sie mich Sitzung für Sitzung trieb, gegenüber. Und ich hatte massive Gedächtnisstörungen.

Mir war damals nicht klar, dass es sich bei meiner Gedächtnisstörung um eine stressbedingte Gedächtnisstörung handelt und diese stressbedingte Gedächtnisstörung nicht gleich „Zeit verlieren“, ist. Ich erkannte damals noch nicht, dass diese Therapie eine hochgradige Stresssituation für mich darstellte. Ich glaubte damals noch, dass das völlig normal ist, dass es mir immer schlechter geht. Ich glaubte damals, das müsste so sein, dass es mir schlechter geht, damit es mir eines Tages gut gehen kann. Ich glaubte damals, meine Therapeutin mit x Zusatzausbildungen, wüsste, was sie tut.
Und mir war nicht bekannt, dass der Kindheitszustand, in den mich meine Therapeutin durch ihr ewiges Rumgebore in meiner Kindheit trieb, nicht gleich „Innenperson“ ist.
All das begriff ich erst 5 Jahre später, als ich meinen immer wiederkehrenden Zweifeln an der Richtigkeit der Diagnose nachging und ich mich mit der Multiplen Persönlichkeitsstörung und der Gedächtnisforschung zu beschäftigen begann - das tat, was eigentlich Aufgabe meiner Therapeutin gewesen wäre, bevor sie bei mir die Multiple Persönlichkeitsstörung diagnostiziert und mich wie eine Multiple Persönlichkeit behandelt. Doch das erlaubte ihr das Grundprinzip der Psychoanalyse, die Wissenschaftsabstinenz, nicht.

Die Diagnose Multiple Persönlichkeitsstörung veränderte meine ganze Selbstwahrnehmung. Sie lenkte meine Aufmerksamkeit von mir völlig weg hin zu „den anderen“. Im Mittelpunkt meiner Therapie stand nicht mehr ich, sondern „das Kind“ und „die anderen“, die noch irgendwo in mir schlummern sollen. Und die galt es in meiner Therapie zu finde.
Als ich z.B. erzählte, dass es mir sehr schlecht geht und ich nicht mehr leben will, lautete die Frage nicht mehr: „Warum geht es ihnen schlecht, warum wollen sie nicht mehr leben“, sondern, wem von ihnen geht es schlecht, wer von ihnen will nicht mehr leben“. Die Ich-Form wollte meine Therapeutin nicht mehr hören. Vielmehr forderte sie mich auf, die Person, der es schlecht geht, zu suchen und mit ihr zu reden, ihr zu schreiben usw. und in meiner Therapie über sie zu reden.

Die Aufforderung, die Person zu suchen, der es schlecht geht, hatte zur Folge, dass vor meinem imaginären Auge Bilder von Persönlichkeiten entstanden.
Ich sah plötzlich das Kind, das ich einst war, vor mir. Ich sah plötzlich eine Frau mit einem Messer in der Hand vor mir. Mit jeder Therapiesitzung bei ihr entstanden immer mehr Bilder von Persönlichkeiten vor meinem Auge. Und durch ihre Aufforderung, mit den „Personen“ zu reden, entstand bei mir zunehmend mehr das Gefühl, „das bin nicht ich, das ist jemand anderes“. Ich begann mit „den anderen“, mit den imaginären Bildern zu reden. Dadurch wurden diese Bilder immer lebendiger, bis ich schließlich keinen Zweifel mehr daran hatte, multipel zu sein. Denn ich sah „meine Persönlichkeiten“ vor mir, vor meinem imaginären Auge, so als wären sie aus Fleisch und Blut. Und da sie vor mir standen, ich sie sah, konnten sie nicht zu mir gehören, nicht ich dachte ich damals. Meine Selbstwahrnehmung war völlig manipuliert und verändert worden.
Als diese Therapie ihr Ende fand, sah ich ca. 500 Personen vor mir, die ich als von mir unabhängige Persönlichkeiten wahrnahm.

In der Anfangszeit hatte ich massive Zweifel an der Richtigkeit dieser Diagnose. In den ersten Wochen nach der Diagnostik schrieb ich in mein Tagebuch: „Sind es wirklich Persönlichkeiten oder sind es Ambivalenzen und ich bin in Wirklichkeit eine Einheit und lediglich entscheidungsunfähig? Ich fühle mich alleine gelassen mit dieser Thematik. Mir geht es beschissen, unglaublich dreckig. Immer wieder verspüre ich den Wunsch Schluss zu machen, diesem ewigen Kampf, dieser ständigen inneren Unruhe ein Ende zu bereiten. (…) Die ganze Zeit, die ganzen Jahre dachte ich, ich sei eine Einheit und es ginge darum einen Mittelweg, einen Kompromiss zwischen meinen Ambivalenzen zu suchen.(…)“
Doch in den folgenden Monaten wurde in meiner Therapie buchstäblich alles (meine ambivalenten Gefühle, meine Erinnerungen, …) so uminterpretiert, dass es mit der Diagnose „Multiple Persönlichkeitsstörung“ harmonierte. Alles wurde nur noch durch die Brille der Multiplen Persönlichkeitsstörung betrachtet, interpretiert und uminterpretiert. Meine ganze Vergangenheit wurde umgeschrieben und der Diagnose angepasst.
Ich möchte im Folgenden ein paar Beispiele solcher Uminterpretationen nennen, die mir damals Glauben machten, dass ich tatsächlich multipel sei:

Immer wieder frage ich mich, kann man etwas, das sich im Kopf abspielt, in den Gedanken, in der Fantasie abläuft, wirklich als Persönlichkeiten bezeichnen?“ fragte ich mich in meinem Tagebuch. Ich las mich quer durch die Literatur zur Multiplen Persönlichkeitsstörung um Antworten auf meine Unsicherheiten zu finden. Ein Satz von der Diplom-Psychologin Michaela Huber machte mir damals Glaube, es handle sich bei den imaginären Bildern von Persönlichkeiten, die infolge der Aufforderung meiner Therapeutin, meine Innenpersonen zu suchen entstanden waren, tatsächlich um eine Multiple Persönlichkeitsstörung: „Multiple Persönlichkeiten leben mit einer reichhaltigen inneren Imagination(sfähigkeit): Die „Personen“ in ihnen sind ja im Grunde reine Fantasiegebilde (…)“ (Michaela Huber. Multiple Persönlichkeiten. Überlebenden extremer Gewalt. Seite 255).
Ich erkannte damals nicht, dass diese ganzen imaginären Bilder von Persönlichkeiten, die in meinem Kopf entstanden, das Ergebnis der Diagnose „Multiple Persönlichkeitsstörung“ und meiner Suche nach “meinen“ Persönlichkeiten war. Ich glaubte damals, „meine Persönlichkeiten“ würden sich mir jetzt erst zu erkennen geben, deshalb würde ich sie erst jetzt vor mir sehen.

Meine Analytikerin erklärte mir, dass die Multiple Persönlichkeitsstörung nichts anderes als eine Personifizierung von Gefühlen sei. Und genauso behandelte sie mich auch.
Wenn ich mich an meine Kindheit erinnerte, dann sah ich mich selber aus der Beobachterperspektive. Ich sah das kleine Kind, das ich einst war vor mir, sah, wie es zur Schule geht, wie es auf der Straße spielt, … Wenn ich mich aus der Beobachterperspektive an meine Kindheit erinnerte, dann verspürte ich keine emotionalen Regungen. Emotionen kamen erst dann ins Spiel, wenn ich mich auf konkrete Ereignisse, z.B. ein konkretes Ereignis auf dem Schulweg erinnerte.
Heute weiß ich, dass das völlig normal ist. Daniel Schacter spricht von „Felderinnerungen“, wenn man sich auf Gefühle konzentriert und von „Beobachtererinnerungen“, wenn man seine Aufmerksamkeit auf objektive Umstände richtet. Felderinnerungen gehen mit einem intensiven Empfinden einher. (Daniel L. Schacter. Wir sind Erinnerung. Rowohlt 2001. Seite 45 ff).
Meine Therapeutin sah mich, wenn ich mich an meine Kindheit aus der Beobachterperspektive erinnerte, ich also ohne emotionale Regungen über meine Kindheit sprach, als die „Gastgeberin“ an. Wechselte ich von der Beobachterperspektive zur Felderinnerung, dann sah sie das als „Switch“ und meine Felderinnerungen und Gefühle als „meine“ Innenpersonen an.
Meine Therapeutin bediente sich zur Behandlung „meiner Multiplen Persönlichkeitsstörung“ der Methode, ausschließlich nur mit der Gastgeberin /Moderatorin „meines Systems“ arbeiten und reden zu wollen und sah eine Beschäftigung mit „meinen Innenpersonen“ als eine Verstärkung und Förderung „meiner“ Multiplen Persönlichkeitsstörung an. Da sie meine Gefühlszustände, in die ich geriet, wenn ich mich auf Ereignisse in meiner Kindheit konzentrierte, für meine Innenpersonen hielt und in mir, wenn ich über meiner Kindheit aus der Beobachterperspektive ohne Emotionsbeteiligung sprach, die Moderatorin und Gastgeberin „meines System“ sah, forderte sie mein Gefühl auf wieder zu gehen, da sie nur „mit mir“, der Gastgeberin reden wollte.
Sie lehnte eine Beschäftigung mit all meinen Gefühlen, die sie für Innenpersonen hielt, komplett ab. Sie bohrte unaufhörlich in meiner Kindheit rum und forderte dann mein Gefühl, wieder zu gehen. Auch mein Gefühl, wieder das keine Kind zu sein, das ich einst war, ein Zustand, in den sie mich durch das kontinuierliche Rumgebohre in meiner Kindheit, hinein trieb, wurde von ihr als „Innenperson“ abgetan, mit der man sich nicht beschäftigen darf, da das meine Dissoziation ja ihrer Auffassung nach, verstärken würde.
Spürte ich ein Gefühl, dann wurde ich aufgefordert, die „Innenpersonen“, die das Gefühl fühlte, zu suchen und mit ihr zu reden, sie zu fragen, wer sie ist, was sie fühlt, … und meiner Analytikerin dann, stellvertretend für „meine Innenpersonen“ sagen, was sie mir erzählt hat. Konkret sah das beispielsweise so aus: Fühlte ich mich wieder klein und von ihr in meine Kindheit zurückversetzt und dort festgenagelt, dann wurde ich von ihr aufgefordert wieder in den emotionslosen Zustand zurückzukehren – sprich meine Gefühle zu unterdrücken - dieses Kind (mein Gefühlszustand) zu suchen, mit ihm in Kontakt zu treten und zu reden, es zu fragen, warum es denn traurig ist und dann meiner Therapeutin erzählen, was mir das Kind erzählt hat, was das Kind fühlt. Äußerte ich Selbstmordabsichten, wurde ich aufgefordert, die „Person“ zu suchen, die sich umbringen will und ihr helfen, damit sie sich nicht umbringt.
Durch diese Methode wurden all meine Gefühle personifiziert, in einen imaginären Körper verpackt und ich begann in der dritten Person über meine Gefühle zu reden. Die Ich-Form wollte sie nicht mehr hören. Durch diese Methode entstand bei mir zunehmend mehr das Gefühl, meine Gefühle würden nicht zu mir gehören.
Da sie mich für eine Innenperson hielt, wenn ich mich an konkrete Ereignisse in meiner Kindheit erinnerte und die zu dem Ereignis gehörenden Gefühle fühlte, wurden nicht nur meine Gefühle, sondern auch noch meine Erinnerungen an meine Kindheit auf „Persönlichkeiten“ verteilt. In mir entstand das Gefühl, nicht in habe am Bett meiner scheinbar kranken Mutter gesessen, sondern „die Schuldige“, nicht ich habe mein Abitur nachgeholt, sondern „die Abiturientin“, nicht ich war mal bei den Zeugen Jehovas gewesen, sondern „die Zeugin Jehovas“, …
So wurde mein ganzes Leben umgeschrieben und der DIS-Diagnose angepasst, bzw. so umgeschrieben, dass die DIS-Diagnose bestätigt wurde.
Die Bilder von Persönlichkeiten, die in meinem Kopf entstanden waren, waren Assoziationen. Mit jedem Gefühl und mit jeder Erinnerung assoziiere ich was: Wut ist männlich und hat kurze Haare (so entstand „Joey“), ein Rebell trägt Lederklamotten (so entstand „Rocker), eine Aufsässige hat eine Punkfrisur (so entstand „Jessica“), eine Zeugin Jehovas trägt ein Kleid und hat lange Haare, …
Und auch Namen sind Assoziationen. Mit jedem Namen assoziiere ich was. „Jennifer“ assoziiere ich mit Weiblichkeit und Selbstsicherheit“, „Jessica“ mit Aufsässigkeit, „Jana“ mit Schuldgefühlen, …
Wenn Frau (...) mich fragt, wer draußen ist, dann kann ich Ihr oftmals nur mit einem Achselzucken antworten. (...) Ich habe Schwierigkeiten zu erkennen, wer draußen ist, welche Gefühle und Gedanken wem zuzuordnen sind. Meine Innenpersonen haben keine Gesichter, keine Stimmen, keine Namen und scheinen sich nur durch veränderte Gefühlszustände zu erkennen zu geben, die ich plötzlich fühle. (...) Mit Namen assoziiere ich etwas: Der Verbrecher bricht ein, die Lügnerin lügt, ... Jennifer ist die Frau, die ich immer sein wollte, Jani ist mein Spitzname, Jessica ist die kesse und freche Göre. In dem Moment, in dem sie (die postulierte Innenperson) einen Namen hat, wird sie für mich als real existierende Persönlichkeit wahrnehmbar. Namen sind etwas, was einem eine Identität verleiht. Erst wenn ich ihre Gesichter sehe, ihre Namen kenne oder ihre Stimme höre wird sie für mich zu etwas Greifbaren“, erklärte ich in meinem Tagebuch den Prozess der Entstehung von Pseudo-Innenpersönlichkeiten.

So entstanden bei mir „komplette Persönlichkeiten“, von der jede über ihre eigene Erinnerung verfügte, spezifische Gefühle fühlte, ihren eigenen Körper hatte, einen eigenen Namen hatte, …
Bis vor ca. einem halben Jahr war ich nicht mehr in der Lage meine Gefühle wahrzunehmen und sie als zu mir Gehörig wahrzunehmen. Das alles habe ich erst wieder in meiner derzeitigen Therapie lernen müssen. Es war ein mühsamer Prozess die ganze induzierte Dissoziation wieder rückgängig zu machen.

Colin Ross warnt: „Sie haben erst dann eine Multiple diagnostiziert, wenn Sie mit den Alternativpersonen gesprochen haben“ und Michaela Huber betont, dass man erst dann beim Klienten eine Multiple Persönlichkeitsstörung in Erwägung ziehen kann, wenn „zu mindestens zwei verschiedenen Zeitpunkten immer ein charakteristischer „Wechsel“ im Ausdruck, in der Mimik, Gestik, der Stimmlage etc. auftritt, so dass Sie die andere „Person“ beim nächsten und übernächsten Mal „wieder erkennen“ (Michaela Huber. Multiple Persönlichkeiten. Überlebende extremer Gewalt. Seite 151 ff).
Doch genau das hat meine Analytikerin nicht getan. Ihre Methode, nur mit der Gastgeberin reden zu wollen, verbot ihr regelrecht zu überprüfen, ob die Diagnosekriterien für die Multiple Persönlichkeitsstörung auf mich überhaupt zutreffen.

Es kam noch zu weiteren Personifizierungen.
Ich bekam, wie bereits erläutert, massive Gedächtnisstörungen. Ich war nicht mehr in der Lage, mich an meine Mutter zu erinnern oder daran, wo ich zur Schule gegangen bin. Alles war wie ausgelöscht. Im Laufe meiner Therapie wurden auch meine Gedächtnisstörungen personifiziert und erhielten die Namen: „Persönlichkeit, die die Mutter nicht kennt“, „Persönlichkeit, die den Vater nicht kennt“, „Persönlichkeit, die den Stiefvater nicht kennt“, „Persönlichkeit, die die Lebensgefährtin nicht kennt“, … Da ich jedoch in Zeiten, in denen es in meiner Therapie etwas ruhiger verlief, „plötzlich“ wieder Zugriff auf meine Erinnerungen hatte und ich mich „plötzlich“ wieder an meine Mutter, an meine Schul- und Abiturszeit erinnern konnte, dachte ich, dass es sich bei diesen scheinbar plötzlich wiedererlangten Erinnerungen um „Erinnerungsinnenpersonen“ handeln müsste, also um noch weitere in mir existierende Innenpersonen, die sich im Gegensatz zu den anderen „Persönlichkeiten“, an die Mutter, den Vater, den Stiefvater, … erinnern können, und nannte diese „Personen“, „Mäuschen“, „die Schuldige“, „die Arbeiterin“, „die Nichts“, ……Auch diese „Persönlichkeiten“ ordnete ich, wie meine personifizieren Gefühle und Erinnerungen, während meiner Therapie in einer so genannten „Inneren Landkarte“ kreisförmig um mich herum an.

Auch meine eigenen Tagebuchaufzeichnungen galten als Indize für die Richtigkeit der Diagnose „Multiple Persönlichkeitsstörung“ und gleichzeitig widersprachen sie der Diagnose. Während ich in mein Tagebuch schrieb hatte ich keinen Zweifel daran, dass ich das bin, die hier vor dem Computer sitzt und über ihre Gefühle schreibt. Doch kurze Zeit später konnte ich mich nicht mehr an das erinnern, was ich soeben geschrieben habe.
Es gab für mich damals nur eine logische Schlussfolgerung für dieses Phänomen. Nicht ich hatte diese Tagebuchaufzeichnungen geschrieben, sondern eine Innenperson, die vorgibt, ich zu sein. „Was mich massiv ärgert ist, dass solche Aufzeichnungen unter meinem Namen geäußert werden“, schrieb ich in mein Tagebuch.

In ruhigeren Zeiten hatte ich keine Gedächtnisstörungen. Ich konnte mich plötzlich wieder an all das erinnern, worauf ich zuvor keinen Zugriff hatte.
Dieses plötzliche Wiedererinnern machte mir damals Glaube, die amnestische Barriere zwischen mir und meinen Persönlichkeiten erfolgreich überwunden zu haben. Ich hielt jedes „plötzliche“ Wiedererinnern für Co-Bewusstsein und glaubte, dass ich schon hervorragend mit den anderen Persönlichkeiten kommunizieren könnte.

Meine Amnesien während dieser Stresssituation bezogen sich stets auf Ereignisse, an die ich mich noch kurz vor der Amnesie erinnern konnte und ich erinnerte mich wieder, sobald die stressinduzierende Situation ihr Ende fand oder es etwas ruhiger in meinem Leben wurde. Doch dass es sich bei diesen Amnesien um stressbedingte Gedächtnisstörungen und nicht um „Zeit verlieren“ handelt, wurde mir erst bewusst, als die Stresssituation „Psychotherapie“ ihr endgültiges Ende fand und ich keinen weiteren Einflüssen mehr ausgesetzt war, die mich immer wieder aufs Neue in die Richtung drängten, alles durch die Brille der Multiplen Persönlichkeitsstörung zu sehen und zu interpretieren.

Hätte meine Analytikerin sich mal etwas näher mit der Multiplen Persönlichkeitsstörung beschäftigt, statt einfach drauf loszudiagnostizieren und loszutherapieren, dann wäre sie vielleicht auf den Hinweis von Michaela Huber gestoßen,: „Positive Antworten auf derartige Fragen (Amnesiefragen) müssen nicht zwangsläufig auf eine MPS schließen lassen. Manche Betroffene haben auch eine andere Dissoziierungsstörung, etwas eine Depersonalisationsstörung, bei der der sie sich von ihrem Körper und ihrer Person (und manchmal auch von ihrer Umgebung) abgetrennt fühlen, alles nur „wie von fern“ erleben, „so als wäre das nicht ich“.

Immer wieder fragte ich mich, warum ich vor dieser Analyse, acht Jahre lang, nichts mehr von meinen angeblichen Innenpersonen, die ich 1992 in der psychosomatischen Klinik glaubte entdeckt zu haben, gehört hatte und warum ich jetzt, infolge der Diagnose wieder begann andere Persönlichkeiten in mir wahrzunehmen.
Ich suchte nach Erklärungen für ihre Jahre lange Abwesenheit, las mich quer durch Bücher über die Multiple Persönlichkeitsstörung und interpretierte die acht Jahre Abwesenheit meiner „Innenpersonen“ so, dass während der vergangenen Jahre wohl eine Innenperson aktiv gewesen sein muss, die entweder die anderen Persönlichkeiten verleugnet hatte oder die nichts von ihrer Multiplizität wusste und/oder dass sich alle zurückgezogen hatten, weil meine Analytikerin in der analytischen Klinik und meine Gesprächstherapeutin eine Multiple Persönlichkeitsstörung bei mir ausschlossen.
Da sich meine Gedächtnisstörungen auch auf meine Vergangenheit bezogen und während meiner Therapie meine ganze Kindheit, - Jugend- Abiturszeit, …, all die Erinnerungen, auf die ich keinen Zugriff mehr hatte, so uminterpretiert wurden, dass diese mit der Diagnose „Multiple Persönlichkeitsstörung“ harmonierte, erschien mir die Erklärung von der anderen Persönlichkeit, die vor Beginn meiner ambulanten Analyse aktiv gewesen sein soll und die das Abitur gemacht hat und damit Trägerin der Erinnerungen an die Zeit vor der Therapie ist, absolut logisch.

Immer wieder beklagte ich, dass ich aber keine Stimmen höre, mir keiner antwortet. Doch statt die Diagnose zu überprüfen erhielt ich nur die Standardantwort: Es sei nicht ihre Aufgabe mir beim Aufbau der Kommunikation behilflich zu sein. Es sei meine Aufgabe meine Persönlichkeiten zu suchen, mit ihnen in Kontakt zu treten und mit ihnen kommunizieren zu lernen. „Ihrer anderen multiplen Klientin würde es schon wesentlich besser gehen“, erklärte sie mir und gab mir das Gefühl, ich würde mich nicht genügend bemühen, „meine Persönlichkeiten“ zu finden.
Und so suchte ich und suchte ich bis ich vor lauter imaginärer Bilder im Kopf nicht mehr wusste, was wahr und was eingeredet ist.
Die Tatsache, dass ich keine Stimmen höre, wurde als der eindeutige Beweis dafür angesehen, dass ich die Gastgeberin sein muss, die noch nicht in der Lage ist mit ihren anderen Persönlichkeiten zu kommunizieren, die noch amnestisch den anderen gegenüber ist.
Dass das Stimmenhören ein wesentliches Kriterien der Multiplen Persönlichkeitsstörung ist, das schien meine Analytikerin nicht besonders zu interessieren.

Ich beschäftigte mich mit nichts anderem mehr als mit meiner angeblichen Multiplen Persönlichkeitsstörung. Ich begann mich mit der Diagnose Multiple Persönlichkeit zu identifizieren, mein Verhalten, ja, mein ganzes Leben dieser Diagnose anzupassen. Ich begann in Wir-Form zu denken und zu reden, so wie es sich für eine Multiple Persönlichkeit gehört, beendete meine zweijährige Beziehung, brach den Kontakt zu all meinen Freunden ab, zog mich völlig in die Isolation zurück, beschäftigte mich Tag und Nacht nur mit mir selber, achtete auf jede kleine Unstimmigkeit in meinem Verhalten, auf jeden Stimmungs- und Gefühlswechsel, die/den ich dann einem Innenpersonenwechsel ansah, ließ mich, bis zu meiner endgültigen Exmatrikulation von der Uni beurlauben, gründete eine Selbsthilfegruppe für Multiple Persönlichkeiten, die mein Zuhause wurde und abonnierte sämtliche Selbsthilfezeitschriften für Multiple Persönlichkeiten.
Es war ein Leben unter einer Lupe. Jede kleinste Veränderung in meiner Stimmung, in meinen Gedanken und Gefühlen ließ in mir die Frage entstehen: „Steckt da eine Innenperson dahinter?“
Ich begann von Innenpersonen zu träumen und meine Träume als Botschaften von „meinen“ Innenpersonen anzusehen. Alles, was in meinem Leben geschah, jedes Gefühl, das ich fühlte, jeder Gedanke, den ich hatte, schrieb ich dem Einfluss mir fremder Personen zu. Mein Problem, dass ich abends nicht in der Lage war meinen Tag zu rekonstruieren, weil ich wie im Trance umhergeirrt war, alle Reize um mich herum ausgeblendet hatte und meiner Umwelt keine Aufmerksamkeit geschenkt hatte, galt als Beweis dafür, dass ich, was für Multiple Persönlichkeiten typisch ist, „Zeit verloren“ habe. Ebenso fand meine Unfähigkeit vergangene Therapiesitzungen zu rekonstruieren durch den Begriffe „Zeit verlieren“ und „Innenpersonenwechsel“ eine ganz logische Erklärung. Meine widersprüchlichen Gefühle, die mich abwechselnd füllten und mein Verhalten und Denken determinierten, wurden ebenfalls als Innenpersonenwechsel angesehen. Derealisationszustände wurden mit einem Flashback erklärt. Meine eigenen Gedanken wurden plötzlich zu etwas, was man „Stimmen anderer Persönlichkeiten“ nennt. Mein Depersonalisationsgefühl „das bin nicht ich, die diese Gefühle fühlt“, das Gefühl neben mir zu stehen, mich von außen beobachten zu können, galt als Beweis für die Existenz von mir unabhängiger Persönlichkeiten.

Mein Therapieziel war es, als ich ihre Praxis betrat, einen Mittelweg zwischen meinen widersprüchlichen Gefühlen zu finden, um mal in der Lage zu sein Für und Wider gegeneinander abzuwägen und um mal eine vernünftige Entscheidung treffen zu können, anstatt mich von meinen widersprüchlichen Gefühlen in meinen Entscheidungen hin- und her reißen zu lassen.
Doch ich zersplitterte immer mehr. Je mehr meine Identität in Stücke zerhackt wurde, desto mehr verlor ich meine Zweifel an der Richtigkeit der Diagnose, bis ich mich schließlich nichts mehr als zu mir gehörig wahrnehmen konnte und ich keinen Zweifel mehr daran hatte, multipel zu sein.
Meine ganze Identität war während dieser Therapie auf Persönlichkeiten verteilt worden. Meine Aufmerksamkeit war von mir weg auf Persönlichkeiten gerichtet worden, die der Auffassung meiner Therapeutin zufolge, irgendwo in mir schlummern sollen.

Doch ich dachte damals, dass sei völlig normal, dass ich mehr und mehr zersplitterte, ich dachte, dass muss so sein, dass erst mal alles in mir differenziert wird, damit es anschließend integriert werden kann. Ich glaubte damals, dass alles seine Richtigkeit hat, denn Michaela Huber schreibt:
Wo vorher also Ahnungen waren: Da ist jemand, die hat das und das erlebt und der geht es so und so, wird durch das laut Aussprechen und Diskutieren sowie das bildliche Darstellen der inneren Seelenlandschaft vieles deutlicher und kann sich selbst begreifen.
Viele Kritiker der TherapeutInnen, die mit Multiplen arbeiten, bringen vor: Diese TherapeutInnen würden durch ihr Eingehen auf das „Wahnsystem“ der Betroffenen die Multiplizität erst schaffe. Man mag es erstaunlich finden: Ja, das stimmt in gewisser Weise. Es ist zwar kein „Wahnsystem“, sondern die Multiple hat tatsächlich eine Fülle durch starke amnestische Barrieren voneinander getrennter Persönlichkeitsanteile, die sich jeweils als „Ich“ fühlen und jeweils voll und ganz die Kontrolle über Denken, Fühlen und Handeln der Gesamtperson übernehmen. Doch dadurch, dass die Therapeutin diese zulässt und die Klientin auch noch ermuntert, ihre jeweils unterschiedlichen Persönlichkeitsanteile („Personen“) „da“ sein zu lassen, und diese jeweils individuell anspricht und behandelt, wird zunächst das Multipelsein gefördert, als eine Differenzierung eintritt“.
(Michaela Huber. Multiple Persönlichkeiten. Überlebende extremer Gewalt. Seite 269).
Menschen, die wirklich multipel sind, mag das Erstellen einer inneren Landkarte hilfreich sein. Doch wenn die Multiple Persönlichkeitsstörung fehldiagnostiziert wird, dann kann das Erstellen solcher Landkarten fatale Folgen haben.

Ich erstellte eine Innere Landkarte nach der anderen, ordnete sämtliche meiner personifizierten Gefühle um mich herum an, bis ich keinen Überblick mehr über meine „Innenpersonen“ hatte. Als ich die Anzahl von ca. 100 Innenpersonen erreichte, hörte ich auf innere Landkarten zu zeichnen und meine „Persönlichkeiten“ zu beschreiben, … Ich hatte total den Überblick über meine „Innenpersonen“ verloren, oder anders ausgedrückt, ich hatte meine Identität, mein Ich verloren. Meine Identität war nur noch ein in Einzelteilen zerhacktes Puzzlespiel. Durch das Erstellung so genanter ´“Innerer Landkarten“ wurde mir visuell vor Augen geführt, dass „meine Gefühle, Erinnerungen, Fähigkeiten, Gedanken, … außerhalb von mir stehen, also nicht ich sein können, nicht zu mir gehören können, denn sie schwirrte ja kreisförmig um mich herum.

Auch dieser Satz von Michaela Huber mag auf Klienten, die wirklich multipel sind, zutreffen:
Die meisten „Gastgeberinnern“, die ich kennen gelernt habe oder von denen ich gehört habe, wollten ganz entschieden keine multiple Persönlichkeit sein und treiben so lange Zeit ein Versteckspiel mit der Therapeutin, selbst wenn sie die Wahrheit schon ahnten. (…) doch auch dann, wenn die Multiple als solche erkannt wurde, weigert sich die Gastgeberin oft lange, an die Diagnose zu glauben, und verhält sich über längere Zeit hinweg wenig kooperativ“ (Michaela Huber. Multiple Persönlichkeiten. Überlebende extremer Gewalt. Seite 200).
Bei Menschen, bei denen die Multiple Persönlichkeitsstörung fehldiagnostiziert wurde, kann diese Annahme von der Gastgeberin, die sich weigert ihre Multiplizität anzunehmen, fatale Folgen haben.
In meiner Therapie wurde meine berechtigten Zweifel an meiner Multiplizität als „Verleugnung“, und nicht „Nicht Wahrhaben Wollen“ interpretiert. Und auch ich glaubte damals, ich will nur einfach nicht glauben, dass ich multipel bin, ich will nur einfach nicht multipel sein, ich muss es einfach akzeptieren lernen und nach Beweisen suchen, die die Diagnose bestätigen. Ich suchte und suchte nach Beweisen für die Richtigkeit der Diagnose und ignorierte Tagebuchaufzeichnungen derart:
Manchmal ertappe ich mich dabei, dass ich überlege, zu welcher Persönlichkeit ein Gefühl gehört und frage mich, warum die Gefühle so plötzlich umschlagen, wer da aus welchem Grund aktiv ist. Doch dann finde ich den Gedanken, in mir könnten mehrere Persönlichkeiten sein, wieder lächerlich. Ich würde sagen, ich habe es einfach gelernt in einer bestimmten Situation adäquat zu reagieren. Ich habe einfach gelernt, dass man nicht fühlen darf, wenn man nicht enttäuscht werden möchte und nicht will, dass Menschen Schwächen ausnutzen und sich darüber lächerlich machen. Ich habe durch meine Mutter gelernt, dass man nicht weinen darf, dass man schlucken muss. Ich kann das mit der Multiplen Persönlichkeitsstörung einfach nicht glauben. Hirngespinst! Einbildung! Ich schäme mich dafür. Ich will sie (meine Therapeutin) nicht wieder sehen. Wie soll ich ihr nach all dem Schwachsinn, den ich ihr erzählt haben, den ich geschrieben habe, noch in die Augen gucken? Wie soll ich mit ihr vernünftig weiterarbeiten, so weiterarbeiten wie bisher, wenn das Hirngespinst ständig blockiert? Ich möchte am liebsten sterben. (...) Erwarte ich zu viel? Vielleicht habe ich gehofft und erwartet, dass sie mir helfen würde ich selber zu sein, eine Einheit zu werden, dass sie mir helfen würde an meine Gefühle heranzukommen. Ich weiß nicht, das Alles hat Dimensionen angenommen, mit denen ich nicht mehr zurecht komme, auf deren Basis ich nicht weiterarbeiten kann, nicht mehr so weiter machen kann wie bisher. Dieses Thema (die Multiple Persönlichkeitsstörung) wird Mittelpunkt bleiben. Irgendetwas stimmt da nicht, aber ich vermag nicht zu sagen was da nicht stimmt".

Ich konnte damals nicht sagen, was da nicht stimmt. Ich hatte nur das Gefühl, mich nicht mehr zu kennen, mich verloren zu haben, nicht mehr Ich zu sein und glaubte, meine Zweifel an der Richtigkeit der Diagnose wären auf den Einfluss irgendwelcher täterinfizierter Innenpersonen zurückzuführen, die ich noch nicht kenne. Ich glaubte damals, "meine" täterinfizierter Innenpersonen würden versuchen, mir mein Multipel-Sein wieder auszureden. Und so ignorierte ich meine immer wiederkehrenden Zweifel und suchte statt dessen nach Beweisen dafür, dass ich multipel bin. Ein niemals endender Teufelskreislauf!

So wie die Tatsache, dass ich mich nicht an einen sexuellen Missbrauch in meiner Kindheit erinnern konnte als eindeutiger Beweis dafür interpretiert wurde, dass ich meine Missbrauchserinnerungen verdrängt habe, so wurde auch die Tatsache, dass ich die Kriterien der Multiplen Persönlichkeitsstörung nicht erfüllte, als eindeutiger Beweis dafür angesehen, dass ich multipel bin. Alles wurde entsprechend der Diagnose uminterpretiert. Tatsachen, wie z.B., dass ich keine Stimmen hörte, galten als Beweis dafür, dass ich meinen Innenpersonen gegenüber amnestisch bin. Die Tatsache, dass ich mich nicht an den postulierten Missbrauch erinnern kann, galt als Beweis für die Existenz anderer Persönlichkeiten in mir, auf die ich meine Missbrauchserinnerungen abgespalten haben soll.
Und ich glaubte es. Ich glaubte es, weil, wie sollte und konnte ich wissen, wogegen ich amnestisch bin?
Dieses Amnesie-Totschlagargument zog sich durch all meine Therapie und machte mir Glaube, dass ich ja gar nicht wissen kann, ob ich multipel bin oder nicht, ob ich missbraucht worden bin oder nicht.

Es war mir, in Anbetracht der ganzen „Beweise“ für die Richtigkeit der Diagnose Multiple Persönlichkeitsstörung, trotz meiner immer wieder auftretenden Zweifel an der Richtigkeit der Diagnose, nicht mehr möglich zu erkennen, dass diese eine Fehldiagnose ist, dass alles nur so uminterpretiert wurde, dass die Diagnose ihre Bestätigung erhielt. Meine ganze Selbstwahrnehmung war infolge der Diagnose so massiv manipuliert und in die Irre geführt worden, so dass ich mich multipel wahrnahm. Meine Identität war so in Stücke zerhackt worden, so dass meine immer wieder kehrenden Zweifel sofort wieder im Keim erstickt wurden. Es war mir kaum noch möglich „meine“ Multiple Persönlichkeitsstörung in Frage zu stellen. Denn ich sah „meine Persönlichkeiten“ vor mir, ich sah jeden einzelnen mit seiner eigenen Geschichte, mit seinen spezifischen Gefühlen vor mir stehen. Diese ganzen „Beweise“ machten es mir unmöglich, Widersprüchen nachzugehen und auf meine immer wiederkehrenden Zweifel an der Richtigkeit der Diagnose zu hören. An jedem Widerspruch wurde in den folgenden fünf Jahren so lange rumgebastelt, bis dieser zu einem Beweis der Richtigkeit der Diagnose wurde. Mir wurde von allen Seiten (in der Therapie, in der Literatur, in den Foren für Multiple Persönlichkeiten, …) Glaube gemacht, dass Zweifel an der Richtigkeit der Diagnose das normalste auf der Welt ist, dass es zum Multipelsein dazugehört, dass man die Existenz der anderen Persönlichkeiten nicht wahrhaben will, leugnet
Ich konnte nicht mehr bei mir bleiben. Mich gab es nicht mehr. Ich vegetierte nur noch wie ein seelisches Frack umher, nahm nichts mehr, was um mich herum geschah, wahr. Ich fühlte mich wie in Trance versetzt, als würde ich unter einer Narkose stehen. „Alles ist so sinnlos, so hoffnungslos und unerträglich geworden. Ich habe das Gefühl, mich vollkommen verloren zu haben. Ich weiß nicht mehr was ich fühle, ich kann nicht mehr sagen, wer ich bin, was in mir vor sich geht“, beschrieb ich meinen Zustand in meinem Tagebuch.
Ich konnte nicht aufstehen und die Therapie beenden, weil ich nicht erkannte, wie sehr mir diese Therapie schadet, weil ich nicht mehr erkannte, dass ich in Wahrheit gar nicht multipel bin. Alles was gegen die Richtigkeit der Diagnose sprach, war so verdreht und uminterpretiert worden, dass daraus „Beweise“ geworden waren, meine ganze Selbstwahrnehmung war so verändert worden, dass ich mich als multipel wahrnahm und meine Identität war so in Stücke zerschlagen worden, so dass ich keinen Zweifel mehr daran hatte, unter einer Dissoziativen Identitätsstörung zu leiden.
Statt diese Therapie zu beenden diskutierte ich stundenlang, wochenlang, monatelang, zwei Jahre lang mit meiner Analytikerin rum, wie sehr mir ihre Methode schadet, nicht mit meinen Gefühlen, die sie für Innenpersonen hielt, arbeiten zu wollen. Ich erklärte ihr immer wieder, dass ich die Therapie bei ihr als reine Verstandestherapie empfinden würde und sie mich vollkommen retraumatisiert, dass ich daran kaputt gehen würde, dass sie erst so lange in mir, meiner Kindheit und meinen schmerzhaften Erinnerungen rumbohrt, bis ich vor Schmerzen schreien könnte und sie dann meinen Gefühlen „den Mund verbietet“, weil sie meine Gefühle für Innenpersonen hielt. Alles, was sie in mir aufriss, all die Leichen der Vergangenheit, die sie wieder ausgrub, nahm ich unverarbeitet wieder mit nach Hause und blieb drauf sitzen. Kontrollierte ich meine Gefühle hieß es nur „So geht das aber nicht, Sie müssen sich einlassen“. Ließ ich meine Gefühle zu, musste ich mir anhören „So geht das aber nicht, dass Sie, während ich mit Ihnen rede, hin- und herswitchen.
Nach jeder Diskussion änderte sie kurzzeitig ihre Methode, ging auf meine „Innenpersonen“ ein und brachte sogar den „Innenkindern“ einen Spielzeugkasten mit in die Sitzung, so dass in mir die Hoffnung wuchs, doch noch Hilfe zu erfahren. Doch schon kurze Zeit später war wieder alles wie vor der Diskussion und meine Gefühle wurden wieder völlig abgeblockt und ich erhielt nur noch als Antwort: „Sie können ja gehen, wenn es Ihnen bei mir nicht passt!“ und meine „Innenkinder“ (sprich, meine Gefühle) wurden wieder völlig ignoriert von ihr. Ich begann erneut mit ihr zu diskutieren. Ich hielt an der Hoffnung fest, sie würde irgendwann, wenn ich lange genug mit ihr rumdiskutiere, begreifen, dass mich ihre Methode kaputt macht.
Sie hat mich regelrecht darauf konditioniert, mich multipel zu verhalten. Saß ich wie eine Erwachsene im Sessel und sprach über meine Gefühle, dann wurde ich aufgefordert, die Innenperson, die diese Gefühle fühlt zu suchen, mit ihr zu reden, … Kroch ich jedoch wie ein Kleinkind mit dem Daumen im Mund auf dem Boden rum, dann passierte es zuweilen, dass sie trotz ihrer Auffassung, eine Beschäftigung mit den einzelnen Innenpersonen würde „meine“ Multiple Persönlichkeitsstörung fördern, auf das Kind (meine Gefühle) einging.
So ging das zwei Jahre lang. Wenn ich heute zurückdenke, möchte im am Liebsten vor Scharm im Erdboden versinken. Ich schäme mich maßlos dafür, dass ich wie ein Kleinkind auf dem Boden der Praxis rum kroch.
Die Tatsache, dass die Diskussionen zeitweise zum Erfolg führten, machten es mir unmöglich diese Therapie zu beenden. Ich fühlte mich wie das kleine Kind, das ich einst war, das bis zum Tod der Mutter um die Liebe, die Aufmerksamkeit und die Hilfe ihrer Mutter gekämpft hatte und an diesem sinnlosen und hoffnungslosen Kampf zerbrach. Ich verhielt mich wie das kleine Kind, das ich einst war. Ich war brav, mied es Kritik zu äußern, gehorchte, tat, was man mir sagt, schwieg, schluckte, aus Angst, meine Therapeutin könnte mich vor die Türe setzen, aus Angst sie zu verlieren. Ich zerbrach völlig an ihrem absolut widersprüchliches Verhalten, das von einem ewigen Hin und Her geprägt war. Ich spalte mich auf, buchstäblich. Ich spaltete das nach Hilfe schreienden Kind von ab, die Wut, die Hoffnung, den Hass, ... restlos alles, was mich und meine Identität ausmachte. Das eine Gefühl schrie: „Diese Therapeutin macht mich kaputt, ich will sie nie wieder sehen“. Das andere Gefühl erwiderte: „Ich will sie nicht verlieren, ich muss mich nur mehr bemühen, brav sein, dann wird bestimmt alles besser“. Ich war völlig zerrissen. Meine Gefühle lieferten sich einen heftigen inneren Bürgerkrieg, doch ich konnte sie nicht mehr als meine Gefühle, als zu mir Gehörig wahrnehmen.

Mit jedem Tag der verging, ging es mir schlechter und schlechter. Es verging kein Tag an dem ich nicht auf der Brücke stand, in die Tiefe starrte und mir von ganzem Herzen meinen Tod herbeisehnte, an dem ich nicht zum Alkohol griff um mich zu betäuben, an dem ich mich nicht selber verletzte. Mehr als einmal stand ich mit einem Messer in der Hand vor mir selber, in der Absicht, meine Persönlichkeiten einfach umzubringen. Ich war nicht mehr in der Lage zu erkennen, dass ich die Anderen bin. Ich sah sie vor mir stehen, wie reale Personen und dachte, ich könnte sie mit einem Messerstich töten.
Ich war am Ende. Buchstäblich. An ein normales Leben, an das Leben, das ich vor Beginn dieser Therapie geführt hatte, war nicht mehr zu denken. Ich war nur noch ein Häufchen Elend, das vor sich hinvegetierte.


Zuletzt bearbeitet von Jenny Doe am 13.10.2007, 03:46, insgesamt 4-mal bearbeitet
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Jenny Doe
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BeitragVerfasst am: 30.01.2007, 03:05    Titel: Antworten mit Zitat

Teil 3

Mit der Diagnose „Multiple Persönlichkeitsstörung“ stand auch wieder die Ursachenforschung, die Frage, warum ich eine Multiple Persönlichkeit bin, das Thema „abgespaltener und verdrängter sexueller Missbrauch in der Kindheit“ im Raum.
Suggestionsfragen waren nicht nötg. Die Diagnose „Multiple Persönlichkeitsstörung“ an sich war bereits eine Suggestion. Diese Diagnose impliziert bereits einen auf Innenpersonen abgespaltenen Missbrauch: „Fast alle Multiplen haben als Kind sexuelle Gewalt erlebt“ (Michaela Huber. Multiple Persönlichkeiten. Überlebende extremer Gewalt. Seite 51) und „Dissoziativ Gestörte und multiple Persönlichkeiten haben Gewalt in beinahe unvorstellbarem Ausmaß erfahren“ (Michaela Huber. Multiple Persönlichkeiten. Überlebende extremer Gewalt. Seite 185), schreibt Frau Huber. Und auch meine Analytikerin ging davon aus, dass ich sexuell missbraucht worden sei, sein muss, denn ich sei ja multipel.
Suggestionsfragen in der Form, wie sie mir einst meine Gesprächspsychotherapeutin stellte, waren nicht nötig, um mich dazu zu bewegen, nach der Ursache „meiner“ Multiplen Persönlichkeitsstörung zu suchen und einen sexuellen Missbrauch in meiner Kindheit anzunehmen. Die Ursache lag ja bereits auf der Hand: Sexueller Missbrauch. Und da ich mich an diesen nicht erinnern konnte, erfüllte ich automatisch im Zirkelschluss auch das 3. DSM-Kriterium für die Multiple Persönlichkeitsstörung, nämlich das der Amnesie. Und da ich glaubte, weit über 100 Innenpersonen bei mir gefunden zu haben, war klar, dass ich nicht von einem Klaps auf den Hintern multiple geworden sein kann, sondern, dass mir etwas ganz Schreckliches in meiner Kindheit wiederfahren sein muss.

Alles begann von Vorne: Die endlose Suche nach meinen Missbrauchern und meinen angeblichen vergessenen, verdrängten und auf Innenpersonen abgespaltenen Missbrauchserinnerungen, das Kreieren von Bildern in meinem Kopf, wer mich wie und wo missbraucht haben könnte, die Suche nach Beweisen, dass ich missbraucht wurde, … All die ganzen vielen Bilder, die September 1992 bis Oktober 1994 an, in meinem Kopf entstanden waren, wurden wieder aktiviert, wieder lebendig.
Ich glaubte damals, dass es mir nach meiner Gesprächstherapie, die ich für mich eigentlich, bis zum Beginn dieser ambulanten Psychoanalyse, als Erfolg erlebt hatte, deshalb wieder so schlecht gehen würde, weil meine Gesprächstherapeutin bei mir die Multiple Persönlichkeitsstörung übersehen hatte und es mir nicht gelungen war, mich an meinen sexuellen Missbrauch wieder zu erinnern. Ich glaubte damals, dass ich die Personen, die den Missbrauch erlebt haben, finden müsste und meine Erinnerungen wiedererlangen müsste, damit es endlich zu einer Heilung kommen kann.
Fünf Jahre war ich nur noch damit beschäftigt nach meinen Innenpersonen zu suchen, die den postulierten Missbrauch erlebt haben. Tag und Nacht beschäftigte ich mich mit nichts anderem mehr als mit meiner Therapie, meinen angeblichen Innenpersonen und meinen verdrängten Missbrauch. Ich lebte in der Angst, dass es jede Sekunde soweit sein könnte und plötzlich eine Innenperson von mir zum Vorschein kommt und sich vor Schmerzen auf den Boden schmeißt. Ich lebte in der Hoffnung, dass sich in der nächsten Sekunde des Tages die Person, die den Missbrauch erlebt hat, zum Vorschein kommt, damit es endlich zur Heilung kommen kann und ich endlich wieder leben kann. Wenn ich morgens die Augen öffnete war mein erster Gedanke, dass dieser Tag der Tag sein könnte und mein ersten Gefühlen waren Panik und Hoffnung zugleich. Wenn ich abends die Augen schloss wünschte ich mir, ich müsste sie nie wieder öffnen.

Jeder Versuch mit meinen angeblichen Innenpersonen in Kontakt zu treten, mit ihnen zu kommunizieren, sie zu fragen, wer sie missbraucht hat, ... scheiterte logischerweise, denn man kann nicht mit jemandem kommunizieren, der gar nicht existiert. Immer wieder beklagte ich, dass Kommunikation mit meinen „Innenpersonen“ nicht möglich sei, dass mir keiner antwortet. Sie ignorierte all meine Rückmeldung völlig. Statt sich zu fragen, ob ich wirklich multipel sein kann, wenn ich keine Stimmen höre und es Ihr selber nach zwei Jahren Therapie immer noch nicht möglich ist, meine „Innenpersonen“ wiederzuerkennen, behauptete sie “ dass meine Leute in der Versenkung verschwunden sind, weil ich zu nah an etwas dran bin, was so schwer auszuhalten ist, dass der Zustand der inneren Leere erträglicher zu sein scheint und mich davor bewahrt, mich diesem nicht Aushaltbarem zu nähern“. Und auch ich fragte mich: „Wieder zweifle und verzweifle ich an mir selber. Den ganzen Tag frage ich mich, was sie (meinen Innenpersonen) veranlasst so zu tun als gäbe es sie gar nicht, als existieren sie gar nicht und mir das Gefühl zu geben, mir das Alles doch nur eingebildet zu haben. Ist Frau (...) ihnen zu dicht auf den Fersen? Ist Frau (...) zu nah an die Schmerzen der Kinder rangekommen? Ziehen sie es vor zu schweigen, sich unsichtbar zu machen, weil eine Konfrontation mit ihren Schmerzen zu schmerzhaft wäre?“ Es gab nur eine Erklärung: sie wollen mich schützen und tun deshalb so, als gäbe es sie gar nicht.
So einfach war das: Die Tatsache, dass ich keine Stimmen hörte war nicht nur der unwiderlegbare Beweis dafür, dass ich „meinen Innenpersonen“ gegenüber amnestisch bin, sie war zudem auch noch ein Beweis dafür, dass ich missbraucht worden sein muss. Denn, wäre mir nicht etwas Schreckliches widerfahren, dann würden mir „meine Innenpersonen“ ja antworten.
Ich gab mir Mühe die Anderen in mir zu finden, mit ihnen in Kommunikation zu treten. Denn ich wollte, dass es mir besser geht und hatte panische Angst davor, dass mich meine Therapeutin mich mit den Worten: „Sie sind nicht therapiefähig, Sie bemühen sich nicht genügend, Sie weigern sich, die Verantwortung für sich zu übernehmen“, vor die Türe setzen würde. Ich hatte eine wahnsinnige Angst, die Frau, die mich völlig fertig machte und die ich gleichzeitig in jener schrecklichen Zeit wie die Luft zum Atmen brauchte, verlieren zu können, mit all den Wunden, die während dieser Analyse wieder aufgerissen worden waren und mit „meiner Multiplen Persönlichkeitsstörung“ alleine auf der Straße zu stehen. Ich lebte nur noch für sie, für die zwei Stunden in der Woche, in der ich sie sehen durfte.
Ich gab mir alle erdenkliche Mühe ihrer würdig zu sein, suchte nach meinen Innenpersonen bis ich glaubte sie gefunden zu haben, suchte immer weiter, da die, die ich glaubte gefunden zu haben, mir keine Antwort auf die Frage „wer mich wo und wie missbraucht hat“ geben konnten.
Die Fehldiagnose, ihre Methode, die Gehirnwäsche, der sich mich unterzogen hatte und ihr ganzes Verhalten mir gegenüber hatten gravierende Folgen. Ich dissoziierte bis zur völligen Selbstauflösung, spaltete ein Gefühl nach dem anderen von mir ab und glaubte, dass es sich bei all diesen abgespaltenen Gefühlen um mir, bis dato, unbekannte Innenpersonen handeln müsste. Je mehr ich dissoziierte, je mehr angebliche Innenpersonen ich glaubte gefunden zu haben, desto mehr begann ich zu glauben, dass es sich in meinem Falle um eine besonders stark ausgeprägte Multiple Persönlichkeitsstörung handeln müsse und ich in meiner Kindheit extremer Gewalt ausgesetzt gewesen sein, die extremer gewesen sein muss, als „nur“ ein sexueller Missbrauch. Bestätigt fand ich meine Angst in einen Satz von Frau Huber: „Je zahlreicher diese „Personen“, desto schwerer die Störung. Das absolute Extrem von fast tausend Persönlichkeits“splittern“, das ich einmal bei einer Multiplen beobachten konnte, stellt ein Übergangsstadium dar zum vollständigen Zerfall der Identität, bei dem es dann kein „Ich“ mehr gibt oder „Ich“ alles mögliche sein kann: die eigene Person genauso wie eine tote oder ein Tier oder ein Strauch oder eine Energie oder das Nichts, wie es bei (z.B. organisch bedingten) Psychosen oder bei der Schizophrenie zu finden ist“ (Michaela Huber. Multiple Persönlichkeiten. Überlebende extremer Gewalt. Seite 151).

Ich war völlig fertig. Ich sah vor lauter imaginären Bildern im Kopf die Realität nicht mehr.
Doch das fatale war, dass nicht nur meine Gefühle, meine wahren Erinnerungen, meine Fähigkeiten, … während dieser Therapie personifiziert wurden, sondern auch noch meine falschen Erinnerungen, die infolge meiner endlosen Suche nach „meinen“ verdrängten Missbrauchserinnerungen entstanden. Ich glaubte, bei den Missbrauchsbilder, die in meinem Kopf entstanden waren, würde es sich um Botschaften meines Unterbewusstseins und Botschaften meiner Innenpersonen, die nicht mit mir reden wollen, um mich zu schützen, handeln. Und die Akteure, die ich in diesen imaginären Bildern sah, hielt ich für Innenpersonen. Vor meinem imaginären Auge entstand z.B. das Bild von einem kleinen Mädchen in einem niedlichen Kleid, das mit seinem Vater durch Burge schweift und dort von ihm missbraucht wird. Ich nannte das kleine Kind „Püppchen“. So wurden meine falschen Erinnerungen personifiziert und mit in die innere Landkarte aufgenommen.

Doch dem noch nicht genug.
Während dieser Therapie wurde ich von meiner Therapeutin, die kurz vor dem Ende ihrer Ausbildung zur Psychoanalytikerin stand, zwecks Umwandlung meiner Therapie in eine Psychoanalyse, aufgefordert, das psychoanalytisch Institut aufzusuchen. Die Analytikerin dieses Institutes übernahm die Diagnose ihres Schützlings nicht nur vorbehaltlos und erklärte mir, ohne die Diagnose zu überprüfen, dass das normal sei, dass es mir in der Anfangszeit der Diagnostik so schlecht gehen würde. „Mit der Zeit wird es einfacher“, tröstete sie mich. Sie sagte zudem während unseres ersten Gespräches auch noch zu mir „das sie, nachdem sie sich meine selbstgemalten Bilder angesehen hat das Gefühl, die Vermutung hat, dass ich in meiner Kindheit von meiner Mutter verkauft wurde“
Diese haltlose Behauptung dieser Analytikerin war wie Öl im Feuer, riss mir regelrecht den Boden unter den Füßen weg und legte gleichzeitig einen nahrhaften Boden an, auf dem all die imaginären Bilder, die im Lauf meiner Analyse in meinem Kopf entstanden waren, sprießen und sich vermehren konnten und letztendlich in „Erinnerungen“ an einen rituellen Missbrauch in einem Satanskult mündeten.

In meinem Kopf entstanden Bilder, Bilder, von einer Mutter, die Hand in Hand mit ihrer kleinen Tochter, die Treppen eines kahlen Treppenhaus hinaufstieg und in eine Wohnung einkehrt, wo man bereits sehnsüchtig darauf wartete, über mich herfallen zu dürfen. Die Bilder in meinem Kopf wurden immer absurder. Am Ende glaubte ich, dass auch meine Mutter mich während dieser Zeremonien missbraucht hat. „Ich sehe Bilder von der Mutter. Das ist Quatsch, so was zu denken. Aber ich bin so verwirrt, weil die Bilder so real sind, weil ich dabei Ekel spüre und ihre Scheide rieche und ich mich dann übergeben muss. Ich sehe meine Mutter nackt vor mir. Ich fühlte plötzlich, wie ich ihren Körper berührt hatte. Ich roch plötzlich das Zeug zwischen ihren Beinen du habe den Mund voll von Schleim. Doch dann glaube ich, dass das Alles nur Einbildung ist, dass ich mich nur in diese Geschichte hineingesteigert habe. (...) Ich weiß, dass Männer mir etwas angetan haben. Es waren viele Männer und ich habe miterlebt, wie die jemanden getötet haben“, reihte sich nun nicht nur auch noch meine Mutter in die Reihe meiner zahlreichen postulierten Missbraucher ein, sondern es entstanden auch noch die ersten „Erinnerungen“ an brutale Morde, die ich mit ansehen musste. Diese ganzen Bilder, die in meinem Kopf entstanden waren, ließen keinen Zweifel mehr daran, dass ich organisiert missbraucht wurde.
Die Bilder in meinem Kopf wurden immer realer, meine Erinnerungen immer absurder.

Ich bekam schreckliche Alpträume. Erneut fand meine kontinuierliche Beschäftigung mit der Frage, was man mir in meiner Kindheit angetan hat, dass ich multipel wurde, Einzug in meine nächtlichen Träume. Es verging kaum eine Nacht in der ich nicht schreiend und schweißgebadet aufwachte.
Diese fünf Jahre, in denen ich als multiple Persönlichkeit lebte, waren die schrecklichsten in meinem ganzen Leben. Sie waren ein Trauma!

Nach jeder Therapiesitzung, in der ich über meine angebliche Multiple Persönlichkeitsstörung und „meine Erinnerungen“ sprach, verspürte ich ein Schamgefühl und konnte meiner Therapeutin nicht mehr in die Augen sehen. Ich fühlte mich wie ein Lügner ohne sagen zu können warum und worin diese Lüge bestehen könnte. Ich verspürte nur dieses nicht greifbare, diffuse Gefühl in mir, dass da irgendetwas nicht stimmt. Doch ich konnte nicht sagen, was nicht stimmt. In meinem Tagebuch formulierte ich dieses Gefühl des Unbehagens wie folgt: „Immer wenn ich mit Frau (...) über die anderen rede steigt in mir die Frage auf „Stimmt das alles wirklich oder bildest du es dir vielleicht nur ein? (…)„Zeitweise habe ich das Gefühl Frau (…) gar nicht zu kennen, so als existiere sie gar nicht, als wäre ich ihr noch nie begegnet, als wäre sie mir total fremd. Ich versuche mich an sie (meine Analytikerin) zu erinnern, an die vielen Stunden bei ihr, an meine Erfahrungen mit ihr, doch die Erinnerungen an sie wollen nicht zu mir zurückkehren, sie sind ausgelöscht. Ich weiß, dass die letzte Sitzung „Schuld“ an meiner Verfassung ist. Frau (…) sagte, dass es offensichtlich jemanden von mir gibt, der etwas erzählen möchte Aber es kann niemand etwas erzählen, weil es die Anderen in mir nicht gibt, weil das alles erfunden, erlogen, Betrug ist. Ich bin ich und ich bin eins. Dieses Gefühl, dass ich Frau (…) nicht kenne, will nicht weichen. Ich spüre eine massive Angst vor dieser unbekannten und distanzierten Frau. Ich weiß, dass das Quatsch ist, ich weiß dass ich Frau (…) seit drei Jahren kenne. Doch mein Gefühl sagt mir etwas anderes. Ich kann keinen klaren Gedanken fassen. Und genau das ist es, was mir solche Angst bereitet“.

Ich mied es über „meine Erinnerungen“ und „die anderen in mir“ zu reden. In sehr vielen Therapiestunden hüllte ich mich in Schweigen, fuhr nur mit Widerwillen zu meiner Therapeutin und war froh, wenn die Sitzung endlich vorüber war. „Manchmal spüre ich ihre Enttäuschung, wenn sie vergeblich versucht mir ein Wort zu entlocken. Manchmal spüre ich Wut wenn sie sagt, so ginge es aber nicht, so kämen wir nicht weiter. Manchmal möchte ich aufstehen, die Praxis verlassen und ihr sagen, vergessen sie es, ich bin hoffnungslos, bin es nicht wert, dass Sie Ihre Zeit mit mir vergeuden“, suchte ich einerseits die Schuld bei mir und fühlte mich andererseits von meiner Therapeutin massiv unter Druck gesetzt. Immer wieder sagte meine Analytikerin, dass das so nicht ginge, dass ich reden müsste. Die Angst, sie verlieren zu können, als nicht therapiefähig abgestempelt zu werden, veranlasste mich dazu, meine Zweifel immer wieder zu unterdrücken und meine Gefühle zu ignorieren und ihr von „meinen Missbrauchserinnerungen“ und den „anderen in mir“ zu erzählen. Doch nach jeder Sitzung, in denen ich „meine Erinnerungen“ und „die anderen“ thematisierte ging es mir unglaublich schlecht, so schlecht, dass ich nach fast jeder Sitzung einen Ort aufsuchte, an dem ich mich umbringen konnte. Nach einer dieser Therapiesitzungen schrieb ich in mein Tagebuch: „Plötzlich spürte ich wieder diese unbeschreibliche Todessehnsucht in mir. Ich sah mich wieder, wie ich dieses lange Messer durch mich hindurchjage und blutüberströmt zu Boden falle“.

Hilfesuchend wandte ich mich an eine Frauenberatungsstelle, schilderte der Sozialarbeiterin meine Probleme in der Therapie, mein Schamgefühl, wenn ich über "die anderen" rede und mich wie ein Kleinkind verhalte, mein Wunsch zu sterben, mein Schweigen in der Therapie, … und erhielt als Antwort, mein Suiziddrang und mein Schweigen in der Therapie seien darauf zurückzuführen, dass ich in der Vergangenheit von meinen Tätern auf Schweigen und Suizid programmiert worden sei.
Frau (...) sagte, dass es sich um „Schweigeprogramme“ und „Selbstmordprogramme“ handelt. Ich war erschüttert. Programmiert? Ich? dachte ich, ein Gedanke, der mir bisweilen als absurd erschien. Ich hatte zwar schon mal davon gehört, doch beim Lesen der Bücher über die Multiple Persönlichkeitsstörung habe ich das Kapitel „Programme“ überschlagen, weil ich dachte, das betrifft Dich nicht. (...) Am Abend nahm ich das Buch „Multiple Persönlichkeiten. Überlebende extremer Gewalt“ von Michaela Huber zur Hand und begann das Kapitel „Programme“ zu lesen. Das war ein fataler Fehler. In jedem zweiten Absatz fand ich mich wieder. Tränen und Wut stiegen in mir auf. Was hat man mir in meiner Vergangenheit angetan?“, verzweifelte ich völlig.
Fast alle von Frau Huber beschriebenen Programme (Michaela Huber. Multiple Persönlichkeiten. Überlebende extremer Gewalt. Seite 272 ff) trafen auf mich zu:
„Selbstverletzungsprogramme“: Dazu gehört: Sich zu schneiden, sich mit brennenden Gegenständen Wunden zuzufügen.
„Todesprogramme“: „Darunter fällt: sich selbst zu töten sowie bestimmte andere Menschen umzubringen“
„Schweige-Programme“ sollen das Opfer veranlassen, keine Informationen mehr über die Täter zu geben.
„Alptraum-Programme“: die Multiple soll von erschreckenden und/oder schmerzhaften Erinnerungen bzw. Bildern überflutet werden, und zwar während sie schläft.
„Isoltaions-Programme“ zielen entweder auf das Persönlichkeitssystem oder auf die Isolation von der Außenwelt ab. Innerhalb des Systems werden bestimmte „Personen“ durch amnestische Barrieren von helfenden bzw. in der Therapie kooperierenden „Personen“ abgeschottet.
„Therapie-Störungsprogramme“ zielen darauf ab, den psychotherapeutischen Erfolg zu blockieren bzw. zu verhindern. Dazu gehören „Programme“, durch die das Opfer darauf konditioniert wird, die Therapeutin nicht aufzusuchen, nicht an eigene Interessen zu denken, distanziert zu bleiben bzw. der Therapeutin ständig zu misstrauen, ihr Widerstand entgegenzusetzen bzw. sie zu belästigen.
„Recycling-Programme“ sollen bereits in der Psychotherapie assoziierte und bearbeitete Traumaerfahrungen der Multiplen rasch wieder dissoziieren“
„Cover-Programme“ sind von den Tätern „programmierte“ Erinnerungen, die dazu dienen sollen, die tatsächlichen Erinnerungen zu überdecken, von ihnen abzulenken oder sie zu verzerren. außerdem soll das Opfer auf diese Weise diskreditiert werden, indem es „Unglaubwürdiges“ erzählt.
(…)

Das, was ich über die Programme las, erklärte damals alles: Es erklärte meine Selbstverletzungen (Selbstverletzungsprogramm), meinen Wunsch, nicht mehr leben zu wollen (Todesprogramm), mein Schweigen in der Therapie (Schweigeprogramm), meine Alpträume (Alptraumprogramm), meine Isolation von der Außenwelt (Isolations-Programme), meinen Widerwillen zur Therapie zu fahren (Therapie-Störungsprogramme), meine Gedächtnisstörungen und Unfähigkeit, meine Therapiesitzungen zu rekonstruieren (Recycling-Programm) sowie die Tatsache, dass ich selber manche meiner Erinnerungen für absurd hielt (Cover-Programm). All das, was ich über Programme las, traf auf mich zu und ließ keinen Zweifel mehr offen, dass ich rituell in einem Satanskult missbraucht wurde und unter dem Einfluss von Programmen stand.

Die Diagnose „Multiple Persönlichkeitsstörung“ hat alle blind gemacht. Alles in meinem Leben wurde nur noch durch diese Brille gesehen und interpretiert. Wäre bei mir nicht die Multiple Persönlichkeitsstörung diagnostiziert worden, wäre kein Mensch auf dieser Welt auf die Idee gekommen, meinen Wunsch zu sterben, mein Schweigen in der Therapie, als „Suizidprogramm“ bzw. als „Schweigeprogramm“ zu interpretieren. Jeder vernünftige Mensch hätte mir nahe gelegt, eine Therapie, die mich in den Selbstmordtrieb, sofort abzubrechen. Doch durch die Brille der Diagnose „Multiple Persönlichkeitsstörung“ bekam alles, sämtliche meiner Probleme, Symptome, Träume, …, eine völlig neue Bedeutung und wurde als „für eine Multiple Persönlichkeit völlig normal“ angesehen.
Ich glaubte all diesen Interpretationen, aus dem ganz einfachen Grund: ich war nicht mehr in der Lage bei mir zu gucken, denn ein Ich gab es nicht mehr. Ich konnte nicht erkennen, dass es in Wahrheit diese Therapie war, die mich kaputt machte und mich nicht nur in die Psychose, sondern auch in den Selbstmord trieb. Ich konnte es nicht erkennen, ich war wie hypnotisiert, schwebte völlig depersonalisiert auf einer Wolke umher, über einen großen blauen Planeten hinweg. Alles erschien mir wie ein Traum. Selbst meine eigene Existenz.

Meine Analytikerin schloss einen rituellen Missbrauch durch einen satanischen Kult völlig aus und interpretierte meinen Suiziddrang als Eifersucht auf ihre Lebensgefährtin, mit der sie die Praxis teilte und sah mein Schweigen in der Therapie als eine Bestrafung ihrer Person an, weil sie nicht mich liebt sondern ihre Kollegin. Ich konnte diese Therapeutin nicht mal im Ansatz mehr Ernst nehmen. Sie wirkte auf mich hochgradig unglaubwürdig. Ich fragte sie nur, woher sie, in Anbetracht der Tatsache, dass sie sich weigert mit meinen „Innenpersonen“ zu reden und nicht mal ansatzweise in der Lage sei, meine „Innenpersonen“ voneinander zu unterscheiden und sie wiederzuerkennen, wissen will, dass ich nicht rituell in einem Satanskult missbraucht wurde? Ich warf ihr vor, „wenn sie mit allen von mir reden würde, dann würde sie auch erfahren, was wirklich in meiner Kindheit passiert ist“. Sie bezweifelte ebenfalls, dass ich unter dem Einfluss von Programmen stehe, räumte aber gleichzeitig ein, als Psychiaterin, noch nie etwas von dem Prinzip der Klassischen Konditionierung, dessen sich Täter bedienen, um ihren Opfern diese Programme zu induzieren, gehört zu haben. „Die Sprache der Diplom-Psychologen würde sie als Psychiaterin nicht sprechen“, erklärte sie mir. Von meiner Psychiaterin und Fachärztin für psychosomatische Medizin erhielt ich statt Hilfe nur „die bekannte Antwort: Ich sage Ihnen, was für mich möglich ist und Sie können dann entscheiden, ob Sie sich darauf einlassen oder gehen wollen – und mich mit Programmen zu beschäftigen, gehört nicht zu dem, was ich bieten kann. In dem Moment knallte es zwischen uns. Sie macht es sich nicht nur verdammt einfach, sondern bringt mich auch in höchste Lebensgefahr. Ich soll über diese Bilder in meinem Kopf sprechen, an vergessene Erinnerungen rankommen, aber mit einem Schweige- und Selbstmordprogramm will sie nichts zu tun haben“. Sie ließ mich vollkommen allein und verweigerte mir jede Form der Hilfe. Sie sah stillschweigend dabei zu wie ich in den Wahn und in den Selbstmord rannte.

Ich konnte meiner Analytikerin nicht glauben. Wie auch? Seit ich erstmalig eine therapeutische Praxis betrat, wurde ich von all meinen Therapeuten aufgefordert, meine Träume als Botschaften meines Unterbewusstseins, meine Symptome als Beweis für einen verdrängten Missbrauch, die vielen imaginären Bilder, die in meinem Kopf in Folge meiner kontinuierlichen Suche nach meinen Missbraucher, entstanden waren, als wahr anzusehen, die Bilder, die in meinem Kopf von „Persönlichkeiten“ entstanden waren, als real existierende Personen anzusehen, die Schuld für all mein Übel bei meinen Eltern zu suchen, … Seit Beginn meiner Therapiekarriere wurden alle meine Symptome und Probleme auf die Ursache „verdrängter Missbrauch“ zurückgeführt und auf diese eine Ursache reduziert. Sie selber glaubte daran, dass ich meine Erinnerungen an einen sexuellen Missbrauch vergessen und auf Innenpersonen abgespalten habe. Sie selber analysierte und interpretierte an meinen Symptomen und Träumen rum und sah sie als einen Beweis für einen verdrängten und auf Innenpersonen abgespaltenen Missbrauch an. Und plötzlich sollen meine Träume mir falsche Botschaften vermitteln und die imaginären Bilder, die ich Tag aus, Tag ein vor meinem imaginären Auge sah, falsch sein? Plötzlich soll mich mein Unterbewusstsein belügen und betrügen, nur weil ein ritueller Missbrauch ihre eigene Vorstellungskraft überstieg?
Zum aller ersten Mal während meiner Therapiekarriere wurde ich nicht, wie gewohnt, aufgefordert, die imaginären Bilder als real Erlebt anzusehen, sondern als Symbole. So interpretierte meine Analytikerin beispielsweise meine „Erinnerung“ daran, lebendig begraben worden zu sein, als Symbol für die Einsamkeit, mein Suiziddrang war für sie der unwiderlegbare Beweis dafür, dass ich eifersüchtig bin, …. Ich konnte sagen, was ich wollte: sie hatte Recht und ich verleugne.
Ich konnte mit Gewissheit ausschließen, dass ich eifersüchtig auf ihre Lebensgefährtin bin und dass dieser Sarg, den ich vor meinem geistigen Auge sah, nur ein Symbol ist. Ich nahm die Sargbilder in meinem Kopf, genauso wahr, wie alle anderen Bilder von einem sexuellen Missbrauch in meiner Kindheit, wie Erinnerungen wahr, wie etwas, was wirklich passiert war und ich tat das, worauf ich seit Therapiebeginn regelrecht getrimmt worden war: Ich suchte in meinen imaginären Bilder und in meinen Träumen die Wahrheit und Realität und glaubte den eingetrichterten Behauptungen: „Man könne sich so was nicht einbilden. Wenn man solche Bilder vor dem imaginären Auge sieht, dann hat man das auch genauso erlebt. Man muss das einfach glauben, denn die Bilder, die das Unterbewusstsein preisgibt, lügen nie.“

Ich begann zu glauben, dass sich hinter meinem Schweigen in der Therapie, meinen Selbstverletzungen, meinen Zweifeln an der Diagnose „Multiple Persönlichkeitsstörung“, an meinen Erinnerungen und meinem Selbstmordwunsch, von Täter programmierte „Täterpersönlichkeiten“ verbergen würde. Und so wurden auch noch meine Zweifel, mein Suiziddrang und mein Schweigen in der Therapie personifiziert, bekamen einen eigenen Körper und die Namen „der Täter“ und „der Konditionierte“. Auch diese „Persönlichkeiten“ nahm ich mit in die Innere Landkarte auf. Jeden auftauchenden Zweifel an meiner Multiplizität und an der Richtigkeit meiner Erinnerungen an einen sexuellen und rituellen Missbrauch schrieb ich von nun an diesen neuen Täterinnenpersonen zu.
Ich begann meine eigenen berechtigten Zweifel an der Richtigkeit meiner sexuellen Missbrauchserinnerungen und der Diagnose „Multiple Persönlichkeitsstörung“, zu bekämpfen und sie zu unterdrücken, gegen sie einen inneren Krieg zu führen, denn „meine Täter“ durften ja nicht gewinnen.

Doch nicht nur ich sah meine „Zweifler-Innenpersonen“, meine „suizidalen Persönlichkeiten“ und „Schweigepersönlichkeiten“ als etwas, was bekämpft werden musste, an. Auch meine Analytikerin vertrat die Auffassung, dass es für eine Multiple Persönlichkeit ganz normal sei, dass es Innenpersonen gibt, die versuchen die Therapie zu boykottieren und zu blockieren, der Therapeutin Vorwürfe machen, sie beschimpfen ... Äußerte ich Kritik an ihrer Methode, warf ich ihr vor, sie würde mich regelrecht in den Selbstmord treiben, ... dann wurden meine Rückmeldungen nur als etwas abgetan, was man nicht weiter Ernst zu nehmen braucht, da das ganz normal ist, dass sich während der Therapie früher oder später „Rebellen“ in einem multiplen System zu erkennen geben und Kritik an der Therapeutin üben und diese beschimpfen. Nicht die Therapeutin hat ihr Verhalten, ihre Methode, ihre Diagnose zu überdenken, sondern dieser rebellischen Innenperson gehört Benehmen beigebracht. Und genau dazu forderte sie mich auf. Ich soll die Innenperson, die Kritik an dem Verhalten und der Methode der Analytikerin äußert suchen und sie auffordern es bitte zu unterlassen, die Therapie zu blockieren.
Ebenso wurden meine Zweifel an der Richtigkeit der Diagnose „Multiple Persönlichkeitsstörung“ und an meinen Erinnerungen nur als etwas abgetan, was man nicht weiter Ernst zu nehmen braucht, da es ja für eine Multiple Persönlichkeit ganz normal ist, dass sie erstens nicht wissen kann, ob sie multipel ist oder nicht, weil sie ja ihren Persönlichkeiten gegenüber amnestisch ist und zweitens sich nicht jede Innenperson an den Missbrauch erinnert. Nicht die Richtigkeit der Erinnerungen und der Diagnose „Multiple Persönlichkeitsstörung“ müssen überprüft werden, sondern man hat nur noch nicht die Innenperson gefunden, die Träger der Erinnerung an den sexuellen Missbrauch ist. Also muss die Gastgeberin zum einen davon überzeugen werden, dass sie missbraucht wurde, missbraucht worden sein muss, da sie ja schließlich multipel ist und sie muss zum anderen davon überzeugt werden, dass sie multipel ist, was sie natürlich nicht wissen kann, weil sie ihren Persönlichkeiten gegenüber ja amnestisch ist, lauteten die Totschlagargumente.
All meine Zweifel, alle meine Versuche, mich zu wehren, wurden ignoriert und als „für eine Multiple Persönlichkeit völlig normal“ angesehen.
Ich kam aus diesem Teufelskreislauf nicht mehr raus.

Die Behauptung der Analytikerin, meine Mutter hätte mich an Männer verkauft sowie die Interpretation der Sozialarbeiterin, meine Zweifel, mein Wunsch zu sterben, mein Schweigen in der Therapie, mein Gefühl, ein Lügner zu sein, wenn ich über „die anderen“ und „meine Erinnerungen“ sprach, ließ in meinem Kopf eine ganze Bilderflut entstehen.
Von einem Opfern des rituellen Missbrauchs erfuhr ich, dass ihr eigener ritueller Missbrauch in der Nähe des Ortes stattgefunden haben soll, in dem mein Opa lebte. Aus der Literatur zum Satanismus wusste ich, dass es nicht selten nahe stehenden Familienmitgliedern sind, die in diesen organisierten Missbrauch involviert sind. Und wie meinen multiplen Freunden, so ging es auch mir an spezifischen Kult-Feiertagen wie Weihnachten und Ostern, sehr schlecht. Ich dachte an das, was mir meine Mutter einst über meinen Vater, Opa und meinem Onkel erzählt hatte und glaubte, meine ganze Familie wäre in einem organisierten Kult involviert gewesen. Ich dachte an das Ekelgefühl, das ich zeitlebens meiner Mutter gegenüber verspürte und fragte mich, ob nicht auch sie mich missbraucht hat. Ich erinnerte mich daran, dass mein Vater mir als Scheidungsgrund „Fremdgehen meiner Mutter“ genannt hatte und fragte mich, ob sie auch mich ihren Liebhabern angeboten hat, mich an Männer verkauft hat, wie die Analytikerin glaubte … Tag und Nacht jagten all diese Fragen und imaginäre Bilder durch meinen Kopf.
Die „Beweislage“ für einen tatsächlich erlebten rituellen Missbrauch erschien erdrückend. „Ich stehe unter Schweige- und Selbstmordprogramme, meine ganze Familie war in meinem Missbrauch verwickelt, ich leide unter einer extrem ausgeprägten Multiplen Persönlichkeitsstörung und bestehe aus ca. 500 Innenpersonen, alle meine Innenpersonen möchten mich schützen und verweigern deshalb eine Kommunikation mit mir, mir geht es von Tag zu Tag immer schlechter, …“ dachte ich und fragte mich, ob es mir deshalb heute so schlecht geht, weil die Erinnerungen an meinen rituellen Missbrauch noch verschüttet sind.
Und da ich als Multiple Persönlichkeit meinen Innenpersonen gegenüber amnestisch bin und ich noch lange nicht alle Innenpersonen in meinen System kenne, kann ich auch nicht wissen, ob nicht einer meiner Innenpersonen noch heute Täterkontakt hat, wurde mir in der Multiplen Szene induziert.
Ich war vollkommen verunsichert und wusste überhaupt nichts mehr, wusste nicht mehr, was nun der Wahrheit entspricht und was nicht. Wie konnte ich wissen, wer da alles mit mir unter einem Dach lebt und was meine Innenpersonen im Einzelnen erlebt haben, wenn ich meinen Innenpersonen gegenüber amnestisch bin? Wie konnte ich mir sicher sein, dass nicht vielleicht einer meiner Innenpersonen noch selber ein Täter war und noch heute ist, wenn ich meine Innenpersonen gar nicht kenne und nicht mit ihnen kommunizieren kann? Wie konnte ich mir sicher sein, dass eine meiner Innenpersonen nicht noch heute Kontakt zu meinen Tätern hat, und meine Täter regelmäßig über alle meine Aktivitäten auf dem Laufenden hält und ich jetzt nicht in Lebensgefahr schwebe, weil ich begonnen hatte, über meine Multiple Persönlichkeitsstörung zu reden? Fragen über Fragen. Verunsicherung über Verunsicherungen. Ich war nahe dran den Verstand zu verlieren.
In vermochte ich auf all diese Frage keine Antwort mehr zu geben. Tag und Nacht irrte ich aus Angst vor „meinen Tätern“ nur noch wie hypnotisiert durch die Straßen. Ich hatte panische Angst, wieder nach Hause zu gehen. Ich hatte keinen Zugriff mehr auf meine Erinnerungen, konnte meine Therapiesitzungen nicht rekonstruieren und wusste zeitweise nicht einmal mehr meinen Namen und mein Alter. Ich wusste nicht, was während der Zeit, in der ich völlig hypnotisiert durch die Straßen irrte, passiert war, schlussfolgernd konnte ich auch nicht mehr ausschließen, dass während dieser Zeit eine Innenperson von mir aktiv gewesen war und die Täter aufgesucht hatte. Jede Erinnerungslücke wurde zu einem einzigen Alptraum, jeder Trancezustand wurde zu einem einzigen Unsicherheitsfaktor. Ich verlor mich völlig in einem Wahn. Ich begann davon zu träumen, wie Innenpersonen von „meine Täter“ aufsuchen und war, wenn ich morgens aufwachte, nicht mehr in der Lage zu sagen, ob ich nun geträumt habe oder ob sich das wirklich ereignet hat. Überall sah ich plötzlich Männer, die mich verfolgen. Sie lauerten an jeder Straßenecke auf mich mit dem Ziel, mich zu töten. Jedes Telefonklingelzeichen ließ mich erstarren. Ich dachte „das sind die Täter, die versuchen die induzierten Selbstmord- und Selbstzerstörungsprogramme bei mir zu aktivieren“.

Ich begann „meine“ Täterinnenpersonen zu suchen. Ich suchte so lange bis ich plötzlich Männer vor meinem geistigen Auge sah, die kleine Kinder missbrauchen, Frauen, die ihren Körper verkaufen, Kinder, die andere Kinder töten, … und tat das, was ich seit der Diagnose „Multiple Persönlichkeitsstörung“ getan hatte: ich gab ihnen Namen und nahm sie mit in meine innere Landkarte auf.
Es ist schrecklich für mich zu wissen, dass in mir jemand lebt, der sich danach sehnt, kleine Mädchen zu missbrauchen, dass eine Frau in mir lebt, die in ihrem Körper nur einen Sinn sieht, nämlich ihn zu verkaufen und dass ein Verbrecher in mir träumt, Frauen zu vergewaltigen. Ich weiß zwar irgendwie, dass sie alle selber Opfer sind. In der Umgangssprache nennt man sie „Täterinfizierte“. Aber das will nicht in meinen Kopf. Ich schäme mich dafür, weil die ja eigentlich zu mir gehören sollen. Und ich habe Angst vor ihnen, Angst davor, dass es ihnen gelingen könnte, ihre Fantasien wahr zu machen. Diese Angst wird noch dadurch verstärkt, dass es mir manchmal nicht möglich ist zu sagen, ob ich etwas geträumt habe oder wirklich erlebt habe. Manchmal, wenn ich wieder zu mir komme, dann habe ich das Gefühl, dass all die Bilder, die ich während meiner Abwesenheit gesehen habe, Realität sind/waren, also sich kurz vor meinem „Aufwachen“ nach meinem Zeitverlust, ereignet haben. Es ist mir nicht möglich zu sagen, was ich getan habe, bevor ich wieder zu mir kam. Das war alles so verdammt realistisch, als würde es sich wirklich ereignen. Und das macht mir Angst“, beschrieb ich in meinem Tagebuch meine Angst und Unsicherheit.

Aus dem Buch von Michaela Huber wusste ich, dass „Zugangs-Programme“ den Tätern als „Eintrittskarte“ in das Persönlichkeitssystem der Multiplen dienen. „Der Zugang wird durch eine Vielzahl ankonditionierter Auslösereize geschaffen, dazu gehören: Pfiffe, elektronische Töne, bestimmte ausgesprochene Worte oder Sätze, Berührungen etc. Haben die Täter auf diese Weise Zugang zum Persönlichkeitssystem der Betroffenen gewonnen, können beliebige andere, vom Kult gesetzte „Programme“ ausgelöst werden“ (Michaela Huber. Multiple Persönlichkeiten. Überlebende extremer Gewalt. Seite 285).
Als ich Weihnachten eine automatisch angesagte Ziffernfolge von einer mir unbekannten Person auf meinem Anrufbeantworter vorfand, drehte ich völlig durch und dachte, das sei ein „Zugangs-Programm“, das mich in den Selbstmord trieben soll. Ich reagierte körperlich so heftig und verbrannte mir meinen Körper, dass ich einen Notarzt kommen lassen musste. Der Hinweis einer Freundin, dass es sich bei dieser Ziffernfolge um eine automatisch angesagte Bestellung handeln könnte, konnte mein Bewusstsein nicht mehr erreichen, konnte mich nicht mehr auf den Boden der Realität zurückholen. Es gab keine Realität mehr.
Kurze Zeit später fand ich einen Zettel mit meinem Nachnamen, einer mir unbekannten Adresse und einer Ziffernfolge in meinem Briefkasten fand und drehte ich völlig durch. Ich glaubte, dass es sich bei den Ziffern, wie bei der Nachricht auf meinem Anrufbeantworter, um einen Code handeln müsste, der darauf abzielt, meine täterinfizierten Innenpersonen zu einem Selbstmord aufzufordern.: „Als ich diesen Zettel in der Hand hielt durchfuhr mich eine unbeschreibliche Panik. Stammt dieser Zettel von den Tätern? Gibt es vielleicht Innenpersonen, die noch Täterkontakt pflegen? Gibt es Innenpersonen, die mit ihnen telefonieren und sie über den aktuellen Stand informieren? Bin ich vielleicht rituell missbraucht worden? Bin ich wirklich konditioniert worden? Diese Fragen lassen mich nicht los und ich wünsche mir sehnlich, das Geheimnis um diesen Zettel würde sich lüften, würde sich als harmlos erweisen. Doch selbst wenn sich das Geheimnis um diesen Zettel lüften würde, so blieben diese Fragen immer noch bestehen, weil sie aus vielen kleinen Bildern in mir geboren wurden. Doch über diese Bilder zu reden ist mir nicht erlaubt. Wann immer ich denke, das muss ich Frau (...) erzählen, fühle ich mich plötzlich als eine Lügnerin, die sich was zusammenreimt, aus den Fingern saugt. Es treten so Situationen auf, in denen ich nicht weiß, ob sie nun Wirklichkeit sind oder bloß ein Traum waren. Doch das beängstigende daran ist, dass sie so verdammt real wirken, als würde ich das wirklich erleben, als könnte ich das aus der Ferne, mit einem Schleier vor Augen alles beobachten. Jedes mal habe ich das Gefühl zu schweben, von der Erde abzuheben und wenn ich dann aufwache fühle ich mich wie benommen und irre erst einige Zeit orientierungslos, ziellos durch die Gegend, bis ich wieder zu mir komme und mich frage: War das jetzt ein Traum oder war es Wirklichkeit? Soll ich über diese Bilder in mir schreiben? Soll ich Frau (...) davon erzählen? Ich habe Angst, Angst, weil ich glaube, eine Lügnerin zu sein; Angst, weil ich glaube, dass in meinem Gehirn etwas nicht stimmt; Angst, dass es Wirklichkeit sein könnte. Ich habe Angst davor, dass sich alles als Lüge erweist und gleichzeitig Angst, dass das alles Wirklichkeit ist. Wo kommen diese Bilder so plötzlich her? Warum entstehen solche Bilder in meinem Gehirn? IST ES WAHRHEIT, IST ES WIRKLICHKEIT ODER IST ES EIN TRAUM, EINE LÜGE, EINE EINBILDUNG; EINE FANTASIE? ICH HABE ANGST, ANGST DAVOR, ES KÖNNTE VIELLEICHT WIRKLICHKEIT SEIN!
Die ganze Zeit über frage ich mich, wo kommen diese Bilder in meinem Kopf her? Sind sie eine Einbildung, ein Traum, Fantasie oder sind sie Wirklichkeit, Realität? Habe ich zuviel über diese Thematik gelesen und bin ich jetzt so manipuliert, dass ich glaube, dass auch mir das alles widerfahren ist? Ist dies wieder eins dieser Themen, bei denen ich Fantasie und Wirklichkeit nicht unterscheiden kann oder habe ich das alles wirklich erlebt? Wie kann ich die Lüge entlarven und die Wahrheit finden? Wie kann ich die Wahrheit bestätigen und die Lüge verwerfen? Will ich etwas Besonderes sein, wichtig sein, anders sein? Wie kann ich eine Antwort finden, eine Antwort, die mich von dieser Angst befreit, die Angst eine Lügnerin zu sein, Geschichten zu erfinden, die Angst, dass das alles Wirklichkeit ist."

In Wahrheit hatte der Briefträger diesen Zettel im Treppenhaus verloren und meine Nachbarin hat mir diesen in den Briefkasten geworfen.

Es wurde immer schlimmer, meine Erinnerungen wurden immer absurder:

Ich sah plötzlich Bilder vor meinem imaginären Augen, wie ich meine Analytikerin vergewaltigt habe: "Plötzlich nisteten sich in meinem Kopf Bilder ein, die nicht mehr weichen wollten und mich daran hinderten, in die Realität zurückzukehren. Ich sah, was ich ihr angetan hatte. Die Täter-Innenperson hatte sie an einen Baum gefesselt und sie zu etwas gezwungen, was sie nicht wollte. Diese Bilder, sie waren so verdammt realistisch, so als wäre das alles wirklich geschehen, als hätte ich ihr das wirklich angetan, so als wäre das Alles wirklich geschehen. Ich lag im Bett und heulte. Wie konnte das passieren. Selbst wenn sie mir verzeihe würde, was ich ihr angetan habe, ich kann es nicht. Ich habe sie zu etwas gezwungen, was sie nicht wollte. Und wieder verspüre ich diese unglaubliche Todessehnsucht in mir. So kann ich nicht weiterleben. Nicht mit dem, was ich ihr angetan habe.“

Ich glaubte, ich hätte Menschenfleisch essen müssen: „Es gab in den letzten Tagen einen kurzen Moment in dem ich das Gefühl hatte, dass ich verwestes Fleisch essen musste. Ich trau mich das gar nicht zu schreiben, aber es war das Gefühl, es wäre Menschenfleisch gewesen.“

Ich träumte: „Ein kleines Mädchen sitzt in einer riesen großen Kirche. Es sind noch weitere Kinder anwesend und alle starren auf die Priester in ihren blutroten Gewanden, die sich um den Altar herum versammelt haben. Die Priester wirken sehr ernst und beobachten die Kinder genau.“.

Meine „Erinnerung“ an die Satans-Kirche, in der ich rituell missbraucht worden sein soll, wies Ähnlichkeit mit der katholischen Kirche auf, die ich als Kind besucht hatte. Es gab nur eine logische Erklärung dafür: Der katholische Priester in der roten Kutte war in den Satanskult involviert.

Doch nicht nur der katholische Priester, sondern auch meine Therapeutin. „Ich hörte sie mit meinen Tätern telefonieren, hörte, wie sie über meine letzte Therapiesitzung berichtete. „Sie steckt mit meinen Tätern unter einer Decke, deshalb glaubt sie nicht, dass ich rituell in einem Satanskult missbraucht wurde“, begann ich zu glauben. Sie begann für mich eine Gefahr zu werden. Ich hatte panische Angst ihr etwas über „meine Innenpersonen“ und „meine rituellen Missbrauchserfahrungen“ zu berichten.

Ich stellte mir vor, ich würde endlich die Beweise dafür zu finden, dass ich missbraucht wurde. In meinem Kopf liefen ganze Filme ab, Filme, in denen ich spazieren ging und plötzlich meinen Missbrauchsort wiedererkannte. In diesen Filmen näherte ich mich meinem Missbrauchsort und fand die Beweise dafür, brutal missbraucht worden zu sein. Ich sah vor meinem imaginären Auge plötzlich Videoräume, in denen sich stapelweise Filme befanden, die meinen Missbrauch dokumentieren. Ich entdeckte in diesen Fantasien unterirdische Gänge, in denen noch überall die Leichen lagen. Ich fand ein tiefes Moor in dem die Skelette all der Kinder, die hingerichtet wurden, schwammen.
Ich verspürte Rachegelüste und stellte mir vor, wie ich meinen Vater, meinen Onkel, meinen Opa, meine Mutter, meine Therapeutin und den katholischen Priester, umbringen würde.

Ich glaubte, einen Bruder gehabt zu haben, der von Satansanhängern hingerichtet wurde: „Am Abend nach der vorletzten Therapiesitzung hat mich etwas bewogen, mir meine Kinderbilder erneut anzusehen. Zum ersten Mal fiel mir, auf, dass auf vielen Bildern, die bei meinem Großvater geschossen worden sind, ein kleiner Junge mit auf den Bildern ist. Wer ist dieser Junge? Diese Frage lässt mich nicht mehr los. Habe ich einen Bruder gehabt, der ums Leben gekommen ist? Auch diese Frage bleibt wieder nur eine dieser vielen ungeklärten Fragen“.

Ich glaubte, ich sei im Satanskult geschwängert worden und mein eigenes Kind wäre auf dem Altar hingerichtet worden war.
Ich glaubte, selber getötet zu haben.

Ich glaubte, lebendig begraben worden zu sein, sah Bilder vor mir, wie Frauen der Bauch aufgeschnitten wurde, wie Kindern bei lebendigem Leib das Herz rausgerissen wurde, ….

Ich bangte nicht nur um mein Leben, sondern auch um das meiner Therapeutin. „Es gibt Themen, über die ich nicht reden darf, über die ich schweigen muss – aus Sicherheit – weil uns sonst das Messer halbiert. Vorletzte Therapiesitzung berichtete ich über meine Angst, die Therapeutin könnte umgebracht werden. Ich lebe ich einer beständigen Angst, man würde meine Therapeutin umbringen, weil wir beginnen zu erzählen“.

Ich begann Stimmen zu hören und zu halluzinieren.
Überall sah ich meine Täter. Sie standen an jeder Straßenecke, beobachteten jeden meiner Schritte, bereit, mich in einem unbeobachteten Moment umzubringen. „Verfolgungswahr? Einbildung? Verfolgung?“, fragte ich mich. „Ich weiß es nicht. Das Einzige was ich weiß ist, dass nun auch der Tag für uns zu einem Albtraum geworden ist und wir, egal wohin wir gehen, tausend Blicke auf uns gerichtet spüren, die jeden meiner Schritte genauestens beobachten - wie in meinen Träumen. In mir drängt etwas, die Therapie bei Frau (...) abzubrechen, damit ich endlich wieder zur Ruhe kommen kann, damit wenigstens der Tag wieder sicher ist“.

Der Schattenmann verwandelt unsere Tage und Nächte in einen Alptraum. Er ist überall und immer da. Er beobachtet jeden unserer Schritte, überwacht jedes unserer Wörter. Er sitzt im Sessel, steht neben dem Bett und starrt auf uns herab. Er läuft neben uns her, nistet sich in unseren Träumen ein, verfolgt uns, steht hinter uns, legt sich auf uns, zwingt uns zum Schweigen, ... und will uns umbringen. Wir hören seine Stimme, wir riechen seinem Atem, riechen den Tod, die Verwesung. Wir spüren seine Berührungen, Berührungen einer kalten Hand, die unseren Körper erstarren lässt. Er ist der Schlüssel zu unserer Vergangenheit, er ist das schwarze Loch, das unsere Erinnerungen, unsere Vergangenheit, unsere Kindheit in sich aufgesaugt und verschlungen hat. Er verbirgt das Geheimnis unseres Seins.“

Es gab keine Sicherheit mehr. Nicht mal in der Praxis meiner Therapeutin konnte ich das Gefühl der Sicherheit erlangen. Als ich nach einer Therapiesitzung den Praxisraum verließ und die Diele betrat, sah ich plötzlich wieder diesen schwarzen Schatten vor mir. Er hatte ein Messer in der Hand und kam auf mich zu, hob die Hand und wollte das Messer in mich reinrammen. Ich schrie auf, rannte los durch die Diele, stolperte über meine eigenen Füße und knallte mit dem Kopf gegen die Wand. Ich sah Sternchen. Meine Analytikerin kam angerannt. Ich bekam keine Luft mehr und glaubte, ersticken zu müssen. Fürsorglich bot sie mir ein Glas Wasser an. Aus ihrer Fürsorge an jenem Tag wurden in der nächsten Sitzung heftige Vorwürfe, dass ich meine Innenpersonen nicht unter Kontrolle hätte.

Mein Suiziddrang wurde immer stärker. Tag für Tag stand ich auf der Brücke und starte in den in den Tod. Nur der Tod versprach mir noch Befreiung von meinem unerträglichen Leid. Der Fluss versprach mir, meinen Schmerz in die Ferne zu spülen.
Ich begann plötzlich Stimmen zu hören, die mich aufforderten, mich umzubringen, mich selber zu verletzen: „Plötzlich verspürte ich wieder diese unbeschreibliche Todessehnsucht in mir. Ich sah mich wieder, wie ich dieses lange Messer durch mich hindurchjage und blutüberströmt zu Boden falle. Immer wieder höre ich eine Stimme sagen: „Du musst es tun, Du musst Dich umbringen. Du hast keine Wahl“, und in mir entsteht dieser unbeschreibliche starke Drang mich umzubringen, nicht anders zu können. (...) Obwohl ich Frau (...) schon so oft von diesem Messer im Kopf und diesem Selbstmorddrang erzählt habe, nimmt sie mich nicht ernst und lässt mich mit dem Messer im Kopf die Praxis verlassen und sucht nach externen Erklärungsgründen und Auslöser dafür , warum ich mich umbringen will. Sie führt meinen Selbstmorddrang darauf zurück, dass ihre Freundin (lesbische Kollegin und Lebensgefährtin meiner Analytikerin) sie vor unserer Sitzung noch mal zu sich gerufen hat. Ich bin eifersüchtig und damit Punkt, sagte sie“.

Ich tat das, was ich seit ich wie eine Multiple Persönlichkeit behandelt wurde, tat: Ich gab meinen imaginären Bilder Namen. Ich gab dem Kind, dass auf dem Altar missbraucht wurde, den Namen „Sandy“, den Jungen, der lebendig begraben wurde, nannte ich „den Tapferen“ , … und verlieh meinen imaginären Bildern durch die Namensgebung eine Identität, machte sie dadurch zu eigenständigen Identitäten und nahm sie mit in meine innere Landkarte auf.

Man hatte mich in die Psychose getrieben.

Ich lebte zwischen zwei Realitäten, keine war mehr wahr. Ich lebte zwischen meinen Zweifel an der Richtigkeit all dieser „Erinnerungen“ und dem induzierten Glauben, dass meine Erinnerungen richtig sind - eine „Doppelte Buchführung“, die für die Psychose charakteristisch ist.
Ist es Wirklichkeit, ist es Fantasie? Ich weiß es nicht und denke, hör auf zu lesen, hör auf zu denken. Bin ich ein Opfer der Wirklichkeit? Bin ich ein Opfer der Fantasie? Ich weiß es nicht, stellte ich fest. „Schon seit Jahren frage ich mich, wann mir erstmalig der Gedanke kam, sexuell missbraucht worden zu sein. Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass mich meine Irrfahrten durch Kliniken und therapeutische Praxen sehr verwirrt haben. Jede Behandlung begann mit dem Ziel herauszufinden, wer ich eigentlich bin. Auf der Suche nach meiner Identität war ich für alles dankbar, was man mir diesbezüglich lieferte. Als man mir sagte, ich sei manisch-depressiv, fand ich das toll; endlich war ich was. Als man mir sagte, ich sei eine Borderline-Persönlichkeit, fand ich das toll; endlich war ich wer. Aber irgendwie passte das Alles nicht zu mir. Aber es musste doch stimmen, denn es waren ja Kompetenzen, die mir sagten, was und wer ich bin. Die haben doch Psychologie studiert, wie konnte ich mir da einbilden, mehr zu wissen als die? Als man mir sagte, ich sei multipel, glaubte ich das. Doch damit fand die Verwirrung kein Ende. Die nächste Kompetenz sagte mir, dass das nun wirklich nicht sein kann, dass ich mir meine Persönlichkeiten nur einbilden würde. Auch das scheine ich geglaubt zu haben, denn meine Innenpersonen verschwanden acht Jahre lang in der Versenkung. Also konnte ich nicht multipel sein. Ich bin so beeinflussbar, so manipulierbar, so dankbar für jedes Wort, das mir sagt, wer ich eigentlich bin. Ich kann nicht mit Gewissheit sagen, ob mir nicht einer der Kompetenzen und den Kopf gelegt hat, dass ich sexuell missbraucht worden sein muss, da ja all meine Symptome darauf hindeuten“ (...) Alles nur Einbildung. Es gibt euch nicht, es gibt die anderen nicht. Alles nur Lügen. Ich muss aufhören zu lügen, ich muss die Therapie beenden, bevor ich mich noch mehr in Lügen verstricke. (...) Was soll das? Warum bezichtige ich meinen Vater eines solchen Verbrechens? Er war der einzige, der mich je geliebt hat. (...) Diese Therapeutin ist der eigentliche Verbrecher. Sie unterstellt etwas, was sie sich aus den Fingern gesaugt hat, was in ihr Konzept passt: „Multiple Persönlichkeiten sind Opfer sexueller Gewalt“. Niemand hat mich sexuell missbraucht“.
„Sie sind der eigentliche Verbrecher: Es steht doch bereits jetzt schon (für Sie) fest, dass es einen Täter geben muss. Muss es ja, sonst wäre ich nicht multipel. Aber ich bin nicht multipel. Ich habe nur eine aufgeweckte Fantasie, erfinde all diese Persönlichkeiten. Aber in Wirklichkeit gibt es sie gar nicht“, schrieb ich in einem Brief an meine Analytikerin.
„Irgendjemand muss mich stoppen! Meine Fantasien beginnen ein Eigenleben zu führen. Meine Suche nach einer Antwort auf meine Fragen: „Warum bin ich multipel? Bin ich in meiner Kindheit sexuell missbraucht worden? Wen ja, von wem? War es der Vater, der Opa, die Mutter oder wurde ich gar von der Mutter verkauft und von mehreren Männern missbraucht“, bringt mich um den Verstand. Auf der Suche nach einer Antwort auf all diese Fragen entstanden in meinem Kopf Erklärungsversuche, in die ich mich so hineingesteigert habe, dass ich nicht mehr mit Gewissheit sagen konnte, ob diese nun Realität oder Fantasie sind. Ich war der festen Ansicht ein Kultopfer zu sein. Ich steigerte mich in diesen Wahn hinein, ließ in mir kleine Kinder entstehen, Stimmen laut werden, die mir meine Befürchtung bestätigten. Die ganze Welt wurde für mich zu einer Bedrohung. Ich sah überall schwarze Schatten, die mich verfolgen und mir nach dem Leben trachteten. Selbst meine Therapeutin wurde eine Gefahr. Ich konnte in ihr nur noch eine Spionin sehen, die mich aushorchte, um die Informationen über mich an meine Täter weiterzugeben. Ich wollte mich umbringen, bevor mich die schwarzen Schatten erwischen und mich zu Tode foltern.“

Ich konnte die Entstehung der Bilder in meinem Kopf nicht mehr stoppen. Jedes Wort, das ich hörte und las zog eine ganze Bilderflut nach sich. Das alles war zu einem automatisierten Prozess geworden. .
Ich wusste nicht mehr was wahr und was falsch ist, was Realität und was Fantasie ist.
Nur meine Zweifel, sie wussten es. Sie wiesen mich immer wieder darauf hin, dass ich mich völlig verrannt hatte. Sie versuchten immer wieder mich zurück in die Realität zu holen. Erfolglos, denn ich sah sie nur noch als ein täterinduziertes Programm an und ignorierte sie: „Ich frage mich, ob wir vielleicht jemanden im System haben, der absichtlich Lügen erzählt, um die Wahrheit zu verschleiern, um zu erreichen, dass man uns, wenn wir irgendwann die Erinnerungen wiedererlangen, nicht mehr glauben wird, dass man uns, nach den ganzen Geschichten, die wir erzählt haben, nicht mehr Ernst nehmen wird. Ich glaube nicht, dass diese Innenperson das absichtlich macht. Sie macht ihren Job.“.

Ich wandte mich an eine Rechtsanwältin und hinterlegte bei ihr die Namen all "meiner Täter", für den Fall, dass man mich umbringen würde.

Das Alles hatte Dimensionen angenommen, die sich jeglicher Möglichkeit des Beschreibbaren entziehen. Meine „Erinnerungen“ wurden mit jedem Tag, der verging, immer absurder. Die Fehldiagnose Multiple Persönlichkeitsstörung hatte mich regelrecht in den Wahn getrieben. Realität und Fantasie waren zu einer unzertrennbaren Einheit verschmolzen und meine Psychiaterin - der all meine Tagebuchaufzeichnungen bekannt waren, denn ich hatte ihr alle gegeben und nicht nur ihr, sondern auch dem analytischen Institut - stand daneben und sah stillschweigend dabei zu, wie ich nicht nur in die Psychose, sondern auch fast in den Selbstmord rannte.
Warum falle ich nicht tot um? Warum schlafe ich nicht einfach ein und wache nie wieder auf? Ich wünsche mir, ich wäre jene, die der Tod sanft in seinem Schoß wiegt. Ich wünsche mir, ich wäre jene, die das Leben nicht mehr zum Leben zwingt. Ich möchte sterben, diesem, ganzen Spuk ein Ende bereiten, mich an einen Ort begeben, wo ich endlich meine Ruhe habe und es die Vergangenheit und die Zukunft nicht mehr gibt. Ich möchte sterben, mich von dem schwarzen Loch verschlingen lassen, damit ich nicht mehr nur als halber Mensch durch die Welt laufen brauche. Ich will nicht mehr leben, ich will aus diesem Alptraum aufwachen. Ich habe alles verloren. Ich habe keinen Spaß mehr am Leben, keinen Spaß mehr morgens auszuwachen. Ich habe keine Hoffnung mehr, keine Hoffnung, eines Tages ich sein zu können, fühlen zu können. Ich war glücklich bis zu dem Tag, an dem diese Frau in mein Leben trat. Ich war glücklich, alles klappte. Ich hatte eine Freundin, die ich liebte, ein Studium, das mir Spaß machte, Freunde, mit denen ich durch die Wälder zog. Ich war glücklich bis zu dem Tag, an dem sie mir den Boden unter den Füßen wegzog, alles zerstörte, was mich glücklich machte, Leichen ausgrub und Särge öffnete und mir die Leichen sichtbar vor die Füße warf. Ich war glücklich bis zu dem Tag, an dem mir die Einsamkeit erbarmungslos ins Gesicht peitschte, mich in diesem Raum einsperrte und mich vor mich hinvegetieren ließ. Wenn ich all die vielen Menschen sehe wird mir bewusst, wie einsam ich geworden bin. Ich habe alles verloren, alles was mich glücklich machte. Ich hasse dieses scheiß Leben. Ich hasse diese Frau.“.
„Meine Therapie stagniert schon seit Monaten. Die Stunden plätschern ziellos und ungesteuert vor sich hin, unsere Kommunikation hat sich immer noch nicht verbessert und in mir häufen sich immer weiter die Stapel unidentifizierbarer, namenloser Innenpersonen. Ich komme mit der mir bekannten Anzahl von Innenpersonen nicht aus. Die „Liste der verborgenen Persönlichkeiten“ hat sich um einiges verlängert. Ständig melden sich irgendwelche neuen Innenpersonen und reihen sich zusammenhangslos in die Reihe der unverarbeiteten Innenpersonen ein. Ich habe es satt, diese scheiß VERSTANDESTHERAPIE endgültig satt. Ich mache Therapie, weil ich fühlen möchte, ich sein möchte. Ich habe meine Hoffnung verloren und bin fest entschlossen, mit jemandem über meine Problematik zu reden, der etwas von der Multiplen Persönlichkeitsstörung versteht. Wieder verspüre ich diese Angst, bei der falschen Therapeutin zu bleiben. Wieder verspüre ich diese Angst, dass es meine Sympathie für Frau (...) ist, die mir den Blick für die Wirklichkeit verschleiert. Wieder verspüre ich diese Angst, dass mich in Wirklichkeit meine Unfähigkeit loszulassen und mich auf etwas Neues einzulassen, daran hindert, diese Therapie abzubrechen. Wieder verspüre ich diese Angst, dass mich in Wirklichkeit meine Angst, Frau (...) verletzen zu können daran hindert, einen Therapeutenwechsel vorzunehmen. Ich spüre, wie der bloße Gedanke an einen Therapeutenwechsel Schuldgefühle in mir auslöst. Sie hat so viel in mich investiert. Ich kann sie doch nicht so vor den Kopf stoßen. Sie verfügt über eine Reihe von Erfahrungen und Kompetenzen. Sie verfügt über Stärken und Fähigkeiten, die in mir die Hoffnung und Erwartung weckten, von ihr adäquate Hilfe erfahren zu können. Sie weckte in mir den Eindruck ein Mensch, der scheinbar nur aus Stärken besteht, der vollkommen, perfekt, fehlerfrei ist. Sie gab mir das Gefühl genau zu wissen, was sie tut. Warum lässt sich mich in dem Gefühl der Unsicherheit und Hoffnungslosigkeit versinken? Warum entzieht sie mir ihre Hilfe? Wieder nagelt mich die Unsicherheit fest “, stellte ich frustriert fest. „Es ist schlimm für mich zu spüren, dass es mir nicht gut geht, ich aber nicht weiß warum. Ich weiß nicht, was in mir passiert ist. Es ist ganz offensichtlich so, dass sich meine Dissoziation verstärkt hat. Aber wieso? Ich habe keinen Zugang mehr zu mir selbst“.

Alle meine Hilferufe wurden ignoriert, kehrten wie ein ungehörtes Echo wieder zu mir zurück. Alle standen stillschweigend daneben und sahen zu, wie sich meine psychotischen Zustände von Tag zu Tag verstärkten, wie ich mehr und mehr in den Selbstmord rannte.

Nach vier Jahren Therapie setzte mich meine Analytikerin von Heute auf Morgen, ohne Ankündigung und Abschiedsgespräch einfach vor die Türe.
Ich betrat ihre Praxis wie immer. Sie sagte, sie hätte mit Kollegen gesprochen und die hätten ihr nahe gelegt, die Therapie zu beenden, was sie hiermit tun möchte. Sie saß wie ein Häufchen Elend da. Ich nahm ihre Hand, streichelte ihr Gesicht, tröstete sie und ging.
Ich raffte nichts. Dass dies meine letzte Sitzung war, kam nicht bei mir an. Ich fuhr nach Hause als wäre nichts passiert.
Erst zwei Tage später begriff ich, dass meine Analytikerin die Therapie beendet hat, dass ich sie nie wieder sehen werde. Ich rief sie an, doch sie legte nur mit dem Satz: „Sie hätte alles mit mir geklärt und ich hätte meine Abschiedsstunde gehabt, ich hätte die Therapie beendet“, den Hörer wieder auf.

Da stand ich nun in dem Glauben eine Multiple Persönlichkeit mit weit über 500 Innenpersonen mit sexuellen und rituellen Missbrauchserfahrung zu sein, alleine, ohne jegliche Hilfe, auf der Straße. Ich war völlig am Ende. Und sie war weg. Einfach weg, gab meinen Therapieplatz jemand anderem.
Ich wollte nicht mehr leben. Ich wusste nicht wie ich ohne meine Therapeutin weiter leben konnte. Sie war alles, was ich hatte, alles, was mir nach den vier Jahren Therapie bei ihr noch geblieben war. Außer ihr hatte ich nichts und niemanden mehr.
Ich griff zum Alkohol, ließ mich bis zur Besinnungslosigkeit vollaufen. Doch bevor ich auch noch die Tabletten schluckte, die ausgebreitet vor mir lagen, schaffte ich es mir Hilfe zu holen. Ich rief eine Sozialarbeiterin des Sozialpsychiatrischen Zentrums an, die sofort bei mir vorbei kam und sich um mich kümmerte.

Hilfesuchend wandte ich mich an die analytische Kollegin meiner Therapeutin, die ich bereits im Rahmen der Therapieumwandlung aufsuchen musste. Doch außer Vorwürfe und Schuldzuweisungen in meine Richtungen, außer Vorhaltungen, „das könnte ja auch kein Therapeut aushalten, dieses ständige Hin- und Hergeswitche zwischen den Innenpersonen, ich solle mal lernen, Verantwortung für mich zu übernehmen“, erfuhr ich keine Hilfe.
Ich wandte mich an mehrere Kliniken. Doch alle lehnten eine Behandlung mit der Begründung, ich sei für die Klinik nicht tragbar, ab.
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Wenn Du wissen willst wer Du bist, dann frag nicht andere, sondern dich selbst

Es ist besser für etwas gehasst zu werden, was man ist, als für etwas geliebt zu werden, was man nicht ist

Meine Therapieerfahrung: http://www.induzierte-erinnerungen.de/viewtopic.php?t=87


Zuletzt bearbeitet von Jenny Doe am 27.06.2007, 05:11, insgesamt 7-mal bearbeitet
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Jenny Doe
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BeitragVerfasst am: 31.01.2007, 10:49    Titel: Antworten mit Zitat

Teil 4

Da mich dieser Rauswurf, das Verhalten dieser Analytikerin mir gegenüber und ihre Therapiemethode schwer traumatisiert hatten und ich kurz vor einem Selbstmord stand, blieb mir nichts anderes übrig, als mich erneut auf die Suche nach einer neuen Therapeutin zu begeben.
Ich ließ mich bei meiner Suche nach einer geeigneten Therapeutin von dem Bedürfnis leiten eine Therapeutin zu finden, die bereit war, mit all „meinen“ Innenpersonen zu reden, um endlich mal in Erfahrung bringen zu können, was meine „Innenpersonen“ denn nun in ihrer Kindheit erlebt haben.

Ich fand eine Verhaltenstherapeutin, die nicht nur an einer Fortbildung zur Multiplen Persönlichkeitsstörung teilgenommen hatte, sondern auch über Erfahrungen in Zusammenarbeit mit Multiplen Persönlichkeiten verfügte.
Ich machte da weiter, wo die analytischen Therapie aufgehört hatte und erzählte ihr von den vielen Bildern, die im Lauf meiner analytischen Therapie in meinem Kopf entstanden waren, und von denen ich glaubte, dass sie wahr sind, wahr sein müssen, da ich noch immer der eingetrichterten Behauptung glaubte, es gäbe keine falschen Erinnerungen, alle imaginären Bilder seine Botschaften des Unterbewussteins und damit wahr - man muss einfach glauben missbraucht worden zu sein, auch wenn man sich nicht erinnern kann. Andererseits jedoch verspürte ich Zweifel an der Richtigkeit meiner Erinnerungen und äußerte diese auch ihr gegenüber.
Sie lud alle meine Innenpersonen“ ein, an der Therapie teilzunehmen und ging auf all „meine Innenpersonen“ ein.
Ich war überglücklich und fragte mich, warum um alles in der Welt ich es so lange bei dieser Analytikerin ausgehalten hatte, warum ich so lange mit mir habe machen lassen.

Zu Beginn unserer Therapie hatte sie nicht den geringsten Zweifel daran, dass ich wirklich multipel bin. Die Wechsel und die Unterschiede zwischen den einzelnen „Innenpersonen“ waren so offensichtlich, dass sie keinen Raum für Zweifel ließen. Ich hatte das ganze komplexe Störungsbild der Multiplen Persönlichkeitsstörung ausgebildet und war nicht mehr von einer wahren Multiplen Persönlichkeit zu unterscheiden. Ebenso hatte sie keinen Zweifel daran, dass meine Erinnerungen an den sexuellen und rituellen Missbrauch wahr sind und erklärte mir, dass die Tatsache, dass ich mich so detailliert an den Missbrauch und die Missbrauchsorte erinnern kann, gegen falsche Erinnerungen sprechen würde. Was für ein Trugschluss. Doch es sollte noch ein weiteres Jahr vergehen, bis ich begriff, dass es genau die Tatsache war, dass die Bilder, die in Folge meiner Suche nach meinen verdrängten Erinnerungen in meinem Kopf entstanden waren, im Lauf der Jahre mit immer mehr Details ausgeschmückt worden waren, die es mir unmöglich machte, meine falschen Erinnerungen zu entlarven und sie von wahren Erinnerungen zu unterscheiden.
Je häufiger ich die imaginären Bilder vor meinem Auge sah, desto realistischer wurden sie. Und jedes Mal, wenn ich in meinen Therapien über diese Bilder sprach, flossen neue Interpretationen mit ein und die Bilder wurden mit immer mehr Details ausgeschmückt und immer lebendiger.
Meine wahren Erinnerungen hatten sich über die Jahre hinweg verändert. Sämtliche natürlichen Erinnerungslücken waren mit falschen Erinnerungen gefüllt worden.
So kann ich mich z.B. nicht mehr an die Autofahrt mit meinem Vater in einen Vergnügungspark erinnern. An den Aufenthalt im Vergnügungspark hingegen kann ich mich erinnern. Solche natürlichen Erinnerungslücken, die dadurch entstehen, dass sich kein Mensch auf dieser Welt an jede einzelne Sekunde seines Lebens erinnern kann und nur das erinnert, was für ihn von Bedeutung ist, waren mit falschen Erinnerungen gefüllt worden, so dass ich begann zu glauben, mein Vater hätte mich während der Fahrt in den Vergnügungspark im Auto sexuell missbraucht. Dass es sich bei dieser Erinnerung um eine falsche Erinnerung handelt, beweisen Fotos, auf die ich stieß, und die belegen, dass ich nicht alleine mit meinem Vater im Auto saß, sondern zusammen mit anderen Erwachsenen und Kindern.
Ein anderes Beispiel: Infolge meines Glaubens, rituell in einem Satanskult missbraucht worden zu sein, entstand das Bild vor meinen Augen, lebendig begraben worden zu sein. Ich roch und schmeckte die Erde, spürte dieses Engegefühl, sah die Dunkelheit, spürte die Kälte, … dort unten in dem Sarg. Die Vorstellung lebendig begraben worden zu sein hatte Assoziationen in mir geweckt. Das Engegefühl war mir aus meiner Kindheit bekannt, während der ich mich oft in einem engen und dunklen Schrank versteckt habe. Aus einem Spielfilm, in dem ein Mann lebendig begraben wurde, wusste ich, wie das aussieht, wenn jemand lebendig begraben wird, wie er schreit und klopft, wie er um sein Leben kämpft. Der Geruch und der Geschmack der Erde waren mir von meiner Gartenarbeit her vertraut.
Es war genau diese Tatsache, dass falsche Erinnerungen an wahre Erinnerungen gekoppelt worden waren, die es mir so schwer machte zu erkennen, was wahr und was falsch ist.
Aus induzierten Bildern waren im Lauf der Zeit ganze Geschichten geworden, Geschichten, die so komplex an wahre Erinnerungen, an bekannte Emotionen und Gerüche, … gekoppelt und generalisiert und mit immer mehr Details ausgeschmückt worden waren und immer lebendiger geworden waren, so dass ich nicht mehr sagen konnte, was wahr und was falsch ist.
Symptome, Träume, Fantasie, wahre Erinnerungen, Körperwahrnehmungen, Sinneswahrnehmungen, … einfach alles, war komplett falsch miteinander assoziiert und verkoppelt worden.
Diese falschen Assoziationen und Verkopplungen kamen bei mir u.a. durch die analytische Methode der „freien“ Assoziation zustande. So frei, wie Analytiker glauben, ist diese Assoziation nicht. Der Abrufkontext spielt bei der „freien“ Assoziation eine ganz wesentliche Rolle. Wenn die Behauptung im Raum steht, die Symptome des Klienten würden auf einen verdrängten sexuellen Missbrauch hindeuten und das Therapieziel darin besteht, dem Klienten dabei „behilflich“ zu sein, sich wieder zu erinnern, dann besteht die Gefahr, dass alles, was „frei“ assoziiert wird, falsch an das Therapieziel „sich wieder zu erinnern“ gekoppelt wird.
Genau das war bei mir passiert. Alles wurde bei mir durch die Brillen „Verdrängter sexueller Missbrauch“ und „Multiple Persönlichkeitsstörung“ interpretiert worden. gleichgültig, was ich sagte, alles wurde bei mir nur noch durch diese Brille gesehen.

Zurück zu meiner Verhaltenstherapie:
Im Lauf unserer gemeinsamen Therapie bekam sie jedoch Zweifel an der Richtigkeit der Diagnose „Multiple Persönlichkeitsstörung“. Der Grund für ihre entstehenden Zweifel war der gleiche, der auch mich immer wieder zweifeln ließ und der mich letztendlich im Jahre 2005 bewog, meinen Zweifeln nachzugehen und mich mit der Multiplen Persönlichkeitsstörung und den Diagnosekriterien zu beschäftigen, nämlich das Kommen und Gehen, das plötzliche Entstehen und wieder Verschwinden meiner „Innenpersonen“.
Doch da meine Therapeutin plötzlich schwer erkrankte und sie die Therapie abbrechen musste, konnte sie mich damals nicht mehr auf den richtigen Weg zurückbringen. Als es ihr etwas besser ging und ich wieder etwas von ihr hörte, war mir bereits selber bewusst geworden, dass ich in Wahrheit gar nicht multipel bin und meine Erinnerungen nichts anderes als ein iatrogen erzeugtes Produkt waren.

Wie bereits während meiner analytischen Therapie, so ging es mir auch während meiner Verhaltenstherapie jedes Mal, wenn ich über „die anderen“ und „meine“ sexuellen und rituellen Missbrauchserinnerungen sprach, sehr schlecht. Immer wieder verspürte ich dieses diffuse Gefühl, „da stimmt was nicht“. Doch ich vermochte immer noch nicht zu sagen, was genau nicht stimmt, hüllte mich aus Scharm auch während dieser Therapie oft in Schweigen und führte dieses diffuse Gefühl und meine Zweifel weiterhin auf induzierte Täterprogramme zurück

Während dieser Therapie begab ich mich zusammen mit meiner Therapeutin auf Spurensuche. Ich wollte mich endlich wieder erinnern, wollte endlich das, was ich in meiner Kindheit erlebt habe, verarbeiten, um endlich leben zu können. Ich wollte endlich Beweise dafür, dass ich wirklich missbraucht wurde, in der Hand halten können. Ich fühlte mich wie ein Mensch ohne Vergangenheit.
Zusammen mit meiner Therapeutin suchte ich sämtliche Orte meiner Kindheit auf, von denen ich annahm, dort sexuell und rituell missbraucht worden zu sein. Doch der Anblick der Gefängnisse und Burgen ließ keine Erinnerungen in mir aufsteigen, er triggerte mich nicht mal ansatzweise. Es kehrten keine Erinnerungen an einen sexuellen oder gar rituellen Missbrauch zu mir zurück. Ich brach auch nicht zusammen als ich den Saal der Burg betrat, wo angeblich die rituellen Opferungen stattgefunden haben sollen. Es kehrten keine Erinnerungen an das, was ich dreizehn Jahre lang geglaubt habe, als Wahrheit angenommen und akzeptiert und gelebt habe - an das, was mein Leben und meine Familie zerstört hat - zu mir zurück.

Eigentlich hätte das wie der lang ersehnte Befreiungsschlag wirken müssen. Doch ich brach innerlich vollkommen zusammen. Ich war verärgert, verärgert darüber, dass erneut keine Erinnerungen zu mir zurückkehren wollten und brach in Tränen aus. Ich glaubte meinen Erinnerungen so greifbar nah zu sein. Es musste der Missbrauchsort sein! All die Jahre sah ich vor meinem geistigen Auge, wie ich dort in den Gefängnissen und Burgen missbraucht und gefoltert wurde. All die Jahre erlebte ich das Grauen vor meinem geistigen Auge immer und immer wieder. Tag für Tag verfolgten mich die Bilder von einem Leben in der Hölle. Ich war am Boden zerstört und fühlte mich wie ein Versager.
Auf der Suche nach einer Erklärung dafür, warum beim Aufsuchen der Orte meiner Vergangenheit keine Erinnerungen an einen rituellen Missbrauch zu mir zurückkehrten, gelangten meine Therapeutin und ich zu dem Schluss, dass diese Spurensuche vermutlich noch zu früh gewesen war und meine Innenpersonen noch nicht genügend Vertrauen in sie hätten.
Die folgenden Monate waren erneut von Spekulationen geprägt. Ich fragte mich, welche Erinnerungen zu mir zurückgekehrt wären, hätten meine „Innenpersonen“ meiner Therapeutin mehr vertraut und sich ihr gezeigt. Es entstanden weitere Bilder und Geschichten in meinem Kopf, Spekulationen, die allesamt hilflose Versuche darstellten, eine Erklärung und Antwort zu finden.
Die Panik vor meinen angeblichen Tätern wuchs. Ich dachte sie hätten erfahren, dass ich mich zusammen mit meiner Therapeutin auf Spurensuche begeben hatte und begann um das Leben meiner Therapeutin zu bangen.

Im Lauf der Jahre hatten sich meine falschen Erinnerungen generalisiert und auf Orte, die dem postulierten Missbrauchsort ähnlich sind, übertragen. Einst verspürte ich nur Angst wenn ich mich der Burg mit den Gefängnissen näherte, die ich für meinen tatsächlichen Missbrauchsort hielt. Im Lauf meine Psychoanalyse hatte ich eine generalisierte Angst vor Bugen und Gefängnissen entwickelt. Wenn ich eine Burg sah, die Ähnlichkeiten mit dem vermeintlichen Missbrauchsort hatte oder vergitterte Fenster, so stürzte ich innerlich vollkommen ab und vor meinem imaginären Auge lief ein ganzer Film ab. Die Tatsache, dass andere Burgen die gleiche Reaktion in mir auszulösen vermochten wie der Anblick der Burg, die ich für meinen Missbrauchsort hielt, diente wiederum als Beleg dafür, dass ich wirklich einst in den Gefängnissen rituell missbraucht wurde.
Als ich mit meiner Therapeutin spazieren und an einer Burg vorbei ging, hatte meine Verhaltenstherapeutin alle Hände voll zu tun, mich wieder in die Realität, ins Hier und Jetzt zurückzuholen. Ich zeigte die typischen Reaktionen eines Flashbacks. Ich sah all das, was ich glaubte, was man mir angetan hat, wie ein Film vor meinem geistigen Auge ablaufen, brach in Tränen aus und war nicht fähig, mich der Sprache zu bedienen.
Auch bei falschen Erinnerungen treten Flashbacks auf, die nicht von Flashbacks an wahre Erinnerungen zu unterscheiden sind. Die Reaktionen sind die gleichen.

Ich wandte mich an die Staatsanwaltschaft um in Erfahrung in Erfahrung bringen, ob die Geschichten, die mir meine Mutter einst über meinen Großvater erzählt hatte, wahr sind, und mein Opa wirklich wegen Kindesmissbrauch inhaftiert
Ich verfüge über keinerlei Erinnerungen an meine Kindheit und somit auch über keine spezifischen Erinnerungen an einen möglichen Missbrauch. Der Grund für meine Annahme, dass ich missbraucht worden sein muss ist der, dass ich zum einen eine Multiple Persönlichkeit bin, deren häufigste Ursache sexueller Missbrauch ist und zum anderen, dass immer wieder Bilder in Form von sog. Flashbacks auftreten und ich unter Albträumen leide. Ein weiterer Grund ist der, dass die Annahme nahe liegt, dass ich von (mindestens) zwei weiteren Familienmitgliedern missbraucht wurde. Hierzu möchte ich an dieser Stelle jedoch (noch) keine Angaben machen, da mir konkrete Beweise fehlen und ich niemanden zu Unrecht beschuldigen möchte. Diese Angaben stammen von Familienangehörigen, die jedoch nicht gerade sehr glaubwürdig sind und sich kontinuierlich selber widersprechen. Ich möchte mich nicht auf Angaben anderer stützen, sondern meine eigenen Erinnerungen wiedererlangen und dazu benötige ich so viele Informationen über Familienangehörige wie möglich“, schrieb ich in meinem Brief an die Staatsanwaltschaft.

Als ich diesen Brief abgeschickt hatte, geriet ich völlig in Panik. Eine multiple Freundin erklärte mir, dass es ein fataler Fehler von mir gewesen sei, mich an die Staatsanwaltschaft zu wenden, da auch die Justiz mit ihn den Satanskult involviert sei und meine Täter nun Bescheid wüssten, dass ich ihnen auf den Fersen sei.

Zu meinem eigenen Schutz reichte ich der Enquete-Kommission folgendes Schreiben ein:
Wir wissen nicht, warum wir Viele sind und was in unserer Kindheit passiert ist. Die Annahme, dass uns etwas in unserer Kindheit passiert ist, basiert in erster Linie auf Flashbacks, Bilder vor unserem geistigen Auge und Erzählungen der Mutter. Wir sehen 7 – 13 Priester vor einem Altar stehen. Man kann ihre Gesichter sehen. In den Bänken dieser Kirche sitzen zahlreiche Kinder mit versteinerten Blicken, die sich nicht trauen, sich zu bewegen oder ihren Blick durch den Raum schweifen zu lassen. Wir sehen Männer mit Affenmasken, die uns über ein einsames, weites Feld jagen. Wir sehen einen dunklen, leeren Kelleraum mit einem winzigen Fenster. Auf dem Boden dieses Kellerraumes sitzt ein kleines, unter Drogen stehendes Mädchen in einem niedlichen Kleid. Plötzlich öffnet sich die Türe, Männer treten ein. Was dann passiert weiß niemand. Wir sehen einen kleinen Videoraum. Links und Rechts befinden sich in den Regalen Videofilme. Gegenüber von den Regalen ist in Blickrichtung auf die Liege, eine Kamera aufgestellt. Wir sehen einen zuzementierten Teich, in den man die toten Kinder geworfen hat. Wir haben das Gefühl einen Bruder gehabt zu haben, den man umgebracht hat. auf vielen Kinderfotos ist ein kleiner Junge zusammen mit uns, dem Vater und die Mutter zu sehen. Ein kleiner Junge von uns berichtet davon, lebendig begraben worden zu sein. Als er dies erzählte hatten wir plötzlich den Geruch der Erde in unserer Nase. Wir hörten das Lachen zahlreicher Männer, hörten, wie Erde auf den Sarg geworfen wurde. Wir bekommen keine Luft mehr und verspürten eine massive Panik, ersticken zu müssen. Wir sehen einen großen hellen Saal mit großen Fenstern und Säulen, die die Decke stützen. In der Mitte dieses Saals sind auf dem Fußboden kreisförmige Muster aus kleinen Marmorsteinchen angebracht. Wir können die Muster nicht erkennen. wir sehen schwangere Frauen, denen man bei lebendigem Leib den Bauch aufgeschnitten hat, um das Embryo zu entfernen. Nachts wachen wir oft auf, weil wir Schritte hören. Wir kennen diese Schritte, doch wir können sie niemandem zuordnen. Wenn wir die Augen öffnen, dass sehen wir einen schwarzen Schatten an unserem Schlafzimmer vorbeihuschen oder unser Schlafzimmer betreten und auf uns zukommen. Wenn er an unserem Schlafzimmer vorbeihuscht, dann wissen wir, wir müssen aufstehen, wir werden im Wohnzimmer erwartet. Schweißgebadet, wie im Trance, stehen wir dann auf und gehen in das Wohnzimmer, wo der Schatten wartend auf uns im Sessel sitzt. Wir sehen Bilder, wie uns der Vater zwingt, ihn oral zu befriedigen, während die Mutter im Sessel sitzt und zuguckt. Wir sehen Bilder, wie wir Frauen oral befriedigen müssen. Wir riechen den Geruch, schmecken den Geschmack und müssen uns übergeben. Wir sehen Gefängnisse. wir sehen ein kleines Innenkind-Mädchen, das vom Vater und anderen Männern missbraucht wird. Eine männliche Innenperson gerät jedes Mal in Panik, wenn wir eine Arztpraxis betreten. Ärzte hatten ein kleines Innenkind-Mädchen von uns genäht. Wir sehen immer wieder Bilder vor uns, wie ein Herz entfernt wurde, wie das Blut auf den Boden fließt. wir haben das Gefühl, wir mussten mal Menschenfleisch essen. Oft erhalten wir Befehle aufzustehen und unsere Finger in die Steckdose zu stecken. Immer wenn wir über diese Flashbacks und Bilder im Kopf reden hören wir eine Stimme im Kopf sagen wir seien Lügner, würden Geschichten erfinden und schämen uns dafür, wieder einen solchen Quatsch erzählt zu haben“.

Ich war völlig zerrissen, hin und her gerissen zwischen meinen Zweifeln, das alles wirklich erlebt zu haben und der suggerierten Behauptung, dass man sich so was nicht ausdenken kann, dass alle imaginären Bilder wahr sind, wahr sein müssen, da das Unterbewusstsein einen nicht belügt.

Plötzlich erkrankte meine Therapeutin und meine Therapie fand ihr Ende.

Erneut stand ich alleine, ohne Hilfe, mit all den vielen Bildern des Grauens in meinem Kopf, auf der Straße.
Ich war völlig fertig. Tag und Nacht verfolgten mich die Bilder von einem sexuellen und rituellen Missbrauch und ich hatte zwei Therapeuten in Folge verloren. Ich fühlte mich alleingelassen und vollkommen überfordert mit all den Bildern in meinem Kopf, die so verdammt realistisch auf mich wirkten, dass ich sie für wahr hielt und gleichzeitig an deren Wahrheit zweifelte.

Ich begab mich erneut auf Therapeutensuche und begann eine tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie.
Ich erzählte ihr von „den anderen“ und „meinen Erinnerungen“ und meine Therapeutin machte dort weiter, wo ihre Vorgänger aufgehört hatten. Sie überprüfte die Diagnose Multiple Persönlichkeitsstörung nicht und hatte auch keinen Zweifel daran, dass meine sexuellen und rituellen Missbrauchserinnerungen wahr sind.
Doch wieder verspürte ich dieses diffuse und nicht greifbare Gefühl in mir, ein Lügner zu sein. Ich konnte auch ihr nicht mehr in die Augen gucken und fuhr nur widerwillig zu meiner Therapeutin. Ich zweifelte mit jedem Tag, der verging, mehr und mehr, doch ich konnte die Zweifel nicht greifen.
Ich beendete die Therapie kurz nach der Kassenbewilligung. Ich merkte, ich kann nicht mehr, ich bin am Ende. Ich merkte, dass ich nie zu mir selber finden werde, solange ich therapeutischen Einflüssen ausgesetzt bin.


Zuletzt bearbeitet von Jenny Doe am 03.02.2007, 04:56, insgesamt 3-mal bearbeitet
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Jenny Doe
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BeitragVerfasst am: 31.01.2007, 10:50    Titel: Antworten mit Zitat

Teil 5

Ich begann alle meine Tagebücher, in denen ich jede einzelne Therapiesitzung detailliert protokolliert habe und in denen ich festgehalten habe, wer wann was gesagt hat und wie ich darauf reagiert habe, zu studieren und eine Chronologie der Entstehung meiner Missbrauchserinnerungen zu erstellen.
Da ich bereits lange vor Therapiebeginn begonnen hatte, regelmäßig Tagebuch zu schreiben, konnte ich vergleichen, wie ich mich vor Therapiebeginn wahrgenommen habe und wie sich meine Selbstwahrnehmung über die Jahre hinweg verändert hat, an was ich mich vor der Therapie erinnerte und wie sich meine Erinnerungen über die Jahre hinweg verändert haben – wie meine falschen Erinnerungen entstanden sind.

Nicht nur meine sexuellen Missbrauchserinnerungen, sondern auch zahlreiche andere Erinnerungen, die ich für wahr hielt, stellten sich als falsch heraus.
So glaubte ich z.B., ich sei am Tag, als die Mauer fiel, in Prag gewesen. Tatsache ist jedoch, das sagten mir meine Tagebuchaufzeichnungen, dass ich vom Mauerfall zu Hause aus dem Fernseher erfuhr. Ich habe ganz offensichtlich „Ostblock“ und „Mauerfall“ miteinander assoziiert, wodurch diese falsche Verknüpfung entstanden war.
Ich glaubte all die Jahre, mich darin erinnern zu können, dass ich, als ich gerade laufen lernte, fast von einer herunterfallenden Wandbadewanne erschlagen worden wäre. Aus meinen Tagebuchaufzeichnungen erfuhr ich jedoch, dass diese Bilder von einer herunterfallenden Badewanne in meinem Kopf entstanden waren, nachdem mir meine Mutter diese Geschichte erzählt hatte. Ich habe mir ganz offensichtlich vorgestellt, wo die Wandbadewanne gestanden haben könnte und wie ein kleines Kind durch einen Raum läuft und wie die Wandbadewanne auf es hinabstürzt und diese Vorstellung für eine reale Erinnerung gehalten.
Ebenso verhält es sich mit „meiner Erinnerung“, als Kleinkind, fast in einem See ertrunken zu sein. Diese „Erinnerung“ entstand, nachdem mein Vater mir erzählt hat, er hätte mich vor dem Ertrinken gerettet.
Meine Tagebuchaufzeichnungen machten mir bewusst, wie anfällig das menschliche Gedächtnis doch ist, wie Erzählungen anderer Erinnerungen kreieren können, wie Interpretationen wahre Erinnerungen über die Jahre hinweg verändern können, wie wahre Erinnerungen falsch miteinander verknüpft werden können und wie natürliche Erinnerungslücken mit falschen Erinnerungen ausgeschmückt werden können.

Im Mai 2004 war mir endgültig klar, dass ich nicht missbraucht worden bin, dass es sich bei meinen Missbrauchserinnerungen um falsche Erinnerungen handelt, die nichts anderes als ein iatrogen erzeugtes Produkt waren.
Ich erklärte öffentlich, dass es sich bei meinen sexuellen und rituellen Missbrauchserinnerungen um falsche Erinnerungen gehandelt hat. Ich konnte nicht schweigen und meine Umwelt weiterhin in dem Glauben lassen, ich sei sexuell und rituell missbraucht worden. Ich verlor, wie erwartet, bis auf fünf, alle meine multiplen Freunde und jegliches Identitätsgefühl.
Zu erkennen, dass ich eine falsche Identität als Missbrauchsopfer gelebt hatte, falschen Erinnerungen Glauben geschenkt hatte, völlig grundlos meine ganze Familie verloren habe und unschuldige Menschen des Missbrauchs bezichtigt hatte, riss mir völlig den Boden unter den Füßen weg. Alles lag in Trümmern, meine Identität, mein ganzes Leben, mein Studium, das der Traum meines Lebens gewesen war, meine Familie, … einfach alles – und das alles völlig sinnlos, das alles nur aufgrund einer Ideologie, aufgrund von Therapeuten, die den Sinn ihres therapeutischen Daseins darin sehen, Missbrauchsopfer aufzuspüren.
Ich war fertig und kämpfte gegen meinen Wunsch an, sterben zu wollen.

Ich fühlte mich in jener Zeit völlig alleingelassen. Schlagartig verlor ich sämtliche meiner Freunde und jeder Versuch Hilfe zu erhalten scheiterte daran, dass das False Memory Syndrom in Deutschland noch relativ unbekannt ist bzw. in Frage gestellt wird und als etwas abgetan wird, was es gar nicht gibt. Hilfesuchend nahm ich Kontakt zu mehreren Therapeuten und Forschern in Deutschland auf, doch ich erhielt keine Antwort auf meine E-Mails und Briefe. Ich wandte mich schließlich an die False Memory Foundation und an Psychotherapeuten in Amerika, denen das False Memory Syndrom schon lange kein Fremdwort mehr ist, und erfuhr zum ersten Mal Hilfe.
Von einigen meiner ehemaligen multiplen Freunde wurde ich heftig beschimpft, „ich sei Schuld, wenn Inzestopfern jetzt nicht mehr geglaubt wird, ich würde Skeptikern ihr Fressen zuwerfen, ich sei nicht besser als die Täter, …“ Ich wurde bedroht und gezwungen, den Mund zu halten, zu schlucken und so zu tun, als wäre das alles nie passiert. Als ich mich „nicht einsichtig“ zeigte, sondern darauf bestand, dass auch ich ein Recht habe über das, was man mir und meiner Familie angetan hat, zu reden, wurde ich aus deren Mitte ausgeschlossen.
Ich möchte mich an dieser Stelle gerne bei meinen fünf multiplen Freunden, die weiterhin zu mir gehalten haben und mir in der schwersten Zeit meines Lebens zur Seite gestanden haben und die Freundschaft und Vertrauen nicht von der Frage abhängig gemacht haben, ob ich sexuell missbraucht wurde oder nicht, bedanken.

Ich begab mich erneut auf Therapeutensuche und begann eine weitere tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie. Das Bewusstsein, dass ich zwölf Jahre lang falschen Erinnerungen geglaubt habe und als ein Opfer gelebt habe, das ich nie war, hatte mich in eine schwere Krise gestürzt. Ich hatte das Gefühl, keine Identität mehr zu haben. Ich wusste nicht mehr, wer ich eigentlich bin, wer ich wirklich bin. Meine ganze Identität war auf Erinnerungen aufgebaut, die falsch waren.

Doch ich brach auch diese Therapie wenige Stunden nach Kassenzusage wieder ab. Aus zwei Gründen:
Ich fühlte mich von dieser Therapeutin nicht verstanden. Sie verstand nicht, in welch schwere Krise mich die Erkenntnis, ein Opfer falscher Erinnerungen geworden zu sein, gestürzt hatte, wie schlimm die letzten Jahre für mich gewesen waren, in denen ich glaubte, einen Bruder gehabt zu haben, der von Satanisten brutal hingerichtet wurde, selber Täterin gewesen zu sein und getötet zu haben, ein Kind gehabt zu haben, das hingerichtet wurde, … Nicht nur meine ganze Identität lag in Schutt und Asche. Ich hatte gelitten, völlig sinnlos gelitten. Die ganzen Flashbacks und Alpträume, die mir mein Leben zur Hölle gemacht haben, die Angst, von meinen Tätern getötet zu werden, in der ich all die Jahre gelebt hatte, …, die vielen verlorenen, nicht gelebten Jahre, die ich damit verbracht hatte, nach Tätern zu suchen, die es gar nicht gibt, nach Erinnerungen zu suchen, die gar nicht vorhanden sind, … , meine Familie, die zerstört wurde, … all das ganze Leid, das man mir und meiner Familie zugefügt hat, … alles völlig sinnlos, alles nur aufgrund einer Ideologie namens „Verdrängungstheorie“.

In Bezug auf „meine“ Multiple Persönlichkeitsstörung hing ich noch immer völlig in der Luft. Ich zweifelte an meiner Multiplizität, denn ich hörte nichts mehr von „meinen“ Innenpersonen. Doch ich glaubte damals noch, dass ich deshalb nichts mehr von „meinen Innenpersonen“ höre, weil sie sich aufgrund der schweren Retraumatisation während der Psychoanalyse und dem Verlust zweier Therapeutinnen in Folge, zurückgezogen haben.
Ziel meiner Therapie war also unter anderem, all die „verloren gegangenen Innenpersonen“, von denen ich schon seit Monaten, seit Ende meiner letzten Therapie, nichts mehr gehört, gesehen und gespürt hatte, wieder zu finden. Meine Therapeutin, die die Diagnose „Multiple Persönlichkeitsstörung“ ebenfalls ungeprüft übernahm, lud jede einzelne verlorenen gegangene „Innenperson“ ein und sagte, dass sie ihnen nicht helfen könnte, wenn sie sich nicht zeigen und die Therapie verweigern. Ich spürte jedoch, dass ich nie wieder etwas von ihnen hören werde. Doch ich konnte dieses Gefühl damals noch nicht einordnen, pendelte hin und her zwischen dem Glauben, dass sie sich nur zurückgezogen haben und der Wahrnehmung, gar nicht multipel zu sein.
Ich brach diese Therapie ab. Einerseits hätte ich in jener Zeit dringend therapeutische Hilfe gebraucht hätte. Andererseits merkte ich erneut, dass ich nie zu mir selber finden werde, so lange ich mich in Therapie befinde. Ich hätte eine neutrale Therapeutin gebraucht, die die Diagnose ihrer Vorbehandler nicht ungeprüft übernimmt, sondern selber überprüft, ob die Diagnose zutrifft.

Ich bekam zunehmend mehr Zweifel an der Richtigkeit der Diagnose „Multiple Persönlichkeitsstörung“.
Ich ließ meine Zweifel zu, die ich in meinem Tagebuch wie folgt versuchte in Worte zusammenzufassen:
Es ist mir gerade ein Rätsel, wieso ich Janas Schuldgefühle gefühlt habe. Die gehören zu Jana, aber nicht mir. Und trotzdem weiß ich, dass ich diese Gefühle gefühlt habe, sehr stark sogar. Ist mir ein Rätsel.
Wenn es sich dabei um Co-Bewusstsein handeln würde, dann würde ich zwar mitkriegen, was die anderen fühlen und denken, aber ich würde eine eigene Identität bleiben. Aber genau das ist nicht der Fall. Ich habe das Gefühl ein Mensch ohne Identität zu sein, ein Mensch, der nicht einmal einen Namen hat. Ich kann mich selber nicht charakterisieren. Ich habe das Gefühl, ich bin die, der mich gerade füllt. Ich habe das Gefühl, gar nicht zu existieren, gar keine wirkliche Person zu sein. Hätte ich Zeitverluste, dann wüsste ich, aha, da war jemand anderes aktiv. Aber solche Zeitverluste sind heute nur noch Ausnahmefälle.
Warum werden Janas Gefühle von mir so gefühlt, als seien es meine eigenen? Und dann plötzlich sind all diese Gefühle wieder vollkommen verschwunden.
Außenstehende können den Unterschied zwischen mir und den anderen nicht erkennen, weil sie nur mich sehen. Ich erkenne den Unterschied daran, dass unbekannte Gefühle durch meinen Körper fließen.
Neuerdings sage ich ständig "Ich" und rede über Erfahrungen und Erinnerungen so, als hätte ich diese gemacht, obwohl das nicht stimmt. Im Moment stelle ich meine Multiplizität wieder sehr in Frage. Ich höre und sehe von meinen Leuten nichts mehr und es fällt mich schwer, noch in der Wir-Form zu schreiben und zu reden.
Ich fühlte mich zerrissen von den quälenden Fragen: Sind es wirklich Innenpersonen, die ich da spüre oder sind es „nur“ vorübergehende Zustände, abgespaltene Gefühle und Stimmungen? Welchen Einfluss hatte die Diagnose Multiple Persönlichkeitsstörung auf meine Selbstwahrnehmung? Habe ich mein Verhalten nicht vielleicht nur dieser Diagnose angepasst? Habe ich mich nicht vielleicht nur so verhalten, wie meine Therapeutin es von mir erwartet hat, weil sie mich ständig fragte, wer da alles in mir wäre, wie die denn heißen würden, ...? Warum höre ich nichts mehr von meinen Innenpersonen seit ich keinen therapeutischen Einflüssen mehr ausgesetzt bin? Warum ist das Gefühl, nicht Ich zu sein, mehrere zu sein, immer nur von kurzzeitiger Natur? Warum habe ich keine Innenpersonen, die in der Kindheit entstanden sind, die Träger traumatischer Erinnerungen sind? Warum entstehen ständig neue "Innenpersonen" und verschwinden dann plötzlich und kommen nie wieder? Wie sind meine "Innenpersonen" zu ihren Namen gekommen und welchen Einfluss hatte die Namensgebung auf meine Selbstwahrnehmung? … Fragen über Fragen, die allesamt nach einer Antwort schreien.
Ich versuche herauszufinden, warum bei mir ständig neue Innenpersonen entstehen und wo genau die Grenze zwischen Depersonalisation und der Multiplen Persönlichkeitsstörung ist. Und ich frage mich, ob es diesbezüglich nicht häufig auch zu Fehldiagnosen kommen kann, dass die Multiple Persönlichkeitsstörung diagnostiziert wird, obwohl "nur" Depersonalisation vorliegt. Ebenso frage ich mich, welchen Einfluss die Diagnostik auf die eigene Wahrnehmung hat. Würde ich diese abgespaltenen Gefühle auch dann noch als eigenständige Persönlichkeiten wahrnehmen, wäre bei mir nicht die Multiple Persönlichkeitsstörung diagnostiziert worden? Welchen Einfluss hat die Diagnose auf die eigene Wahrnehmung?
Welchen Einfluss hat die Art der Beschäftigung mit dem abgespaltenen Teil von sich auf die eigene Wahrnehmung? Beeinflussen Gedanken nicht auch die eigene Wahrnehmung? Wenn ich den abgespaltenen Teil immer nur aus der Perspektive betrachte, er könne gar nicht zu mir gehören, weil (…), läuft man dadurch nicht Gefahr, dass man diesen Anteil wirklich eines Tages tatsächlich als eine von sich unabhängige Person wahrnimmt? Fragen über Fragen. Unsicherheiten über Unsicherheiten.
Das, was ich mit "Innenpersonen" betitle, beschreiben andere Menschen als "Ich-Zustände“ als "derselbe Mensch in verschiedenen Rollen", als "fremde Anteile". Allen gemeinsam ist, dass sie diese "Ich-Zustände" als etwas nicht zu sich selbst Gehöriges wahrnehmen und irgendwie doch. Die Beschreibungen der Selbstwahrnehmungen sind identisch. Und trotzdem sagt der eine "ich bin multipel", der andere sagt "ich bin es nicht". Ist es eine Frage der eigenen Wahrnehmung? Ist es eine Frage der Interpretation? Ist es eine Frage der Diagnostik?


Ich den Monaten nach dieser Therapie wurde mir immer bewusster, dass ich gar nicht multipel bin. Die imaginären Bilder von „meinen Persönlichkeiten“, die infolge der Aufforderung meiner Analytikerin, meine Innenpersonen zu suchen, entstanden waren, verblassten immer mehr. Sie verloren ihre Lebendigkeit, bis ich schließlich nur noch schattenhafte Konturen vor meinem imaginären Auge sah.
Mit meiner Erkenntnis, dass mir während meiner Therapien falsche Erinnerungen induziert wurden, verschwanden zuerst all meine personifizierten falschen Erinnerungen, also, „Innenpersonen“, wie „Sandy“, „der Tapfere“, „Püppchen“, … Mit Therapieende ließen auch meine stressbedingten Gedächtnisstörungen nach und so verschwanden sämtliche während der Analyse personifizierten Gedächtnisstörungen, wie „Kind, das die Mutter nicht kennt“, „Kind, das den Vater nicht kennt“, … Ich konnte mich wieder an meine Mutter erinnern, hatte keinen Zweifel mehr daran, dass ich mein Abitur nachgeholt habe, … Damit verschwanden meine personifizierten Erinnerungen. Und zum Schluss verblassten all die personifizierten Gefühle, wie Jana = Schuldgefühle, Angie = Wut usw.
Am Ende blieb nur noch eine Person übrig: die Person, die ich vor Beginn dieser Analyse war.

Im Mai 2005 war mir endgültig bewusst, dass nicht nur meine Erinnerungen falsch waren, sondern auch die Diagnose „Multiple Persönlichkeitsstörung“.
Von meinen multiplen Freunden blieben nur noch zwei übrig.

Ich konnte wieder Gefühle fühlen, doch ich bin erst seit einem halben Jahr wieder in der Lage, sie als zu mir Gehörig wahrzunehmen – was darauf zurückzuführen ist, dass diese nicht nur personifiziert worden waren, ich habe sie tatsächlich von mir abgespalten. Diese analytische Therapie hatte mich in die Dissoziation getrieben. Das ständige und willkürliche Rumgebohre meiner Analytikerin in all meinen traurigen und schmerzhaften Erfahrungen, und die Tatsache, dass sie mir anschließend verbot, meine Gefühle zuzulassen, weil sie meine Gefühle für Innenpersonen hielt, hatte zur Folge, dass ich all die schmerzhaften Gefühle unverarbeitet wieder mit nach Hause nehmen musste und schlussendlich, weil sie nicht mehr auszuhalten waren, von mir abgespalten habe.


Es ist ein Wunder, dass ich noch lebe. Denn das war kein Leben mehr, zu dem mich jeder Sonnenaufgang tagtäglich aufs Neue verdammte.

Noch heute leide ich unter den Folgeschäden meiner analytischen Therapie. Fünf Jahre lang habe ich sämtliche Gefühle von mir abgespalten und irgendwelchen Innenpersonen zugeschrieben.
Seit ich wieder in der Lage bin, Gefühle zu fühlen und sie als zu mir Gehörig wahrzunehmen, strömen all diese Gefühle in geballter Form auf mich ein. Ich habe schwer mit sämtlichen Symptomen der Posttraumatischen Belastungsstörung und mit den Folgeschäden von Extremstress zu kämpfen: Wahrnehmungsstörungen, Schwindelanfälle, Gehörstürze, Tinitus, Globus Hystericus, Zusammenbrüche, Sehschärfeneinbußungen, starke Verspannungen, Angstzutände, Unfähigkeit, Reize auszuhalten und zu verarbeiten, Konzentrationsprobleme, Herz- Kreislaufprobleme, … berauben mich noch heute meiner Lebensfreude. Bereits im Alter von 36 Jahren befand ich mich mitten in den Wechseljahren. Seit 2 Jahren renne ich von einer Arztpraxis in die nächste und erhalte von allen Ärzten dieselbe Antwort: „Ihre Symptome sind stressbedingt, Sie müssen unbedingt zur Ruhe kommen“.

Ich habe mein Leben wieder aufgebaut. Ich habe wieder einen netten Freundeskreis, doch noch immer fühle ich mich wie ein seelisches Frack. Zerstört. Oft gehe ich abends zu Bett in der Hoffnung, Morgen nicht mehr aufwachen zu müssen.
Ich trauere um mein Studium, das ich nicht beenden konnte und das für mich, seit Einführung der Studiengebühren, zu einem nichtbezahlbaren Luxus geworden ist. Ich trauere um mein nicht gelebtes Leben, um all die vielen verlorenen Jahre, in denen ich völlig sinnlos gelitten habe. Ich trauere um meinen Vater und meine Familie.

Seit Oktober 2005 bin ich wieder in Therapie. Ich mache eine Verhaltenstherapie. Ohne die Hilfe meiner derzeitigen Therapeutin hätte ich das Alles nicht überlebt.
_________________
Wenn Du wissen willst wer Du bist, dann frag nicht andere, sondern dich selbst

Es ist besser für etwas gehasst zu werden, was man ist, als für etwas geliebt zu werden, was man nicht ist

Meine Therapieerfahrung: http://www.induzierte-erinnerungen.de/viewtopic.php?t=87


Zuletzt bearbeitet von Jenny Doe am 04.02.2007, 20:42, insgesamt einmal bearbeitet
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Jenny Doe
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BeitragVerfasst am: 04.02.2007, 13:44    Titel: Antworten mit Zitat

Teil 6

1994 brach ich den Kontakt zu meinem Vater ab.

Am 21. April 2006 nahm ich den Kontakt zu meinem Vater wieder auf und erzählte ihm, was in meinen Therapien passiert ist, von den Geschichten und Lügen, die mir meine Mutter aufgetischt hatte und erklärte ihm, wie es zu den Missbrauchsvorwürfen kommen konnte.

Dieser Schritt hat mich Überwindung gekostet, denn ich schämte mich, schämte mich maßlos dafür, dass ich drei Familienmitglieder fälschlicherweise des sexuellen Missbrauchs bezichtigt hatte.

Ich saß meinem Vater gegenüber und hätte mich am Liebsten in Luft aufgelöst. Ich saß einem alt gewordenen Mann gegenüber und dachte an all die vielen verlorenen und zerstörten Jahre, die der Fluss der Zeit in Richtung Vergangenheit gespült hat.

Alle reagierten mit Fassungslosigkeit.
So was gibt es doch nur im Fernseher. Das ist ja wie in einem Horrorfilm. Das ist Gehirnwäsche“, sagte die Freundin meines Vaters.
"Vergiss die Vergangenheit, lass uns in die Zukunft gucken!", sagte mein Vater.
Acht Tage später fiel mein Vater die Treppe runter, fiel auf den Kopf, fiel ins Koma und verstarb.

Auf der Beerdigung sah ich meine ganze Familie väterlicherseits und die Schwester meiner Mutter wieder.
Ich stand mitten in einem Scherbenhaufen und hatte nicht mehr die Kraft, all die Scherben zusammenzukehren, die die Verdrängungstheorie hinterlassen hatte, mich gegen den Vorwurf meiner Familie zu wehren, ich wäre eine Lügnerin, ich würde Geschichten erfinden, ich hätte mir die Missbrauchsgeschichten ausgedacht, … keiner meiner Familienangehörigen würde und könnte mir glauben, dass ich wirklich mein Abitur nachgeholt habe, Bücher schreiben würde, studiert hätte, … Jemandem wie mir, der solche Lügen über Missbrauch, Satanismus und Kindstötung verbreitet, könne man nicht glauben.

Es war schlimm. Keiner redete mit mir. Keiner sah mich an. Alle machten einen Bogen um mich.
Ich redete mit keinem, sah keinen an, machte um alle einen großen Bogen, denn ich fühlte mich am Ende meiner Kräfte.
Ich saß alleine in der Kirche, stand alleine am Grab und war alleine mit all meinen Tränen, die erst zu Hause fließen durften.
Ich fühlte mich wie der letzte Dreck, wie Müll, wie Abschaum.

Ich dachte an meine Mutter, die sich durch ihren Tod der Verantwortung entzogen hat. Ich dachte an die Analytikerin in der analytischen Klinik, die vermutlich schon längst in Rente ist. Ich dachte an meine Gesprächstherapeutin, die schon lange nicht mehr praktiziert. Ich dachte an die Körperwahrnehmungstherapeutin, die Missbrauchsopfer nach Intuition aufspürt. Ich dachte an die ambulante Analytikerin, die mich einfach vor die Türe gesetzt hat und sich der Verantwortung entzogen hat. Ich dachte an das Buch „Trotz Allem“, das irgendwo auf der Welt in buntes Geschenkpapier eingehüllt, verschenkt wird, …
Ich dachte an mein Gespräch mit einem Polizisten, der mir sagte, dass ich eine Anzeige wegen Falschverdächtigungen zu erwarten habe.

Ich dachte an meine jüngere Schwester, die noch heute an die Richtigkeit all der Geschichten glaubt, die unsere Mutter uns beiden von klein auf eingetrichtert hat, und die wie ich, den Kontakt zur Familie abgebrochen hat. Das durch meine Mutter induzierte „Wissen“, mein Onkel hätte mich sexuelle missbraucht, reicht aus; es müssen keine falschen Erinnerungen entstehen, um Menschen, die des Missbrauchs beschuldigt werden, zu meiden.

Ich dachte an meine Analytikerin, die mich beschimpfte, ich würde mir nicht genug Mühe geben, „meine Innenpersonen“ zu finden und mit ihnen zukommunizieren. Ich dachte an meine ehemaligen multiplen Freunde, die mich heftig beschimpfen, wegen mir würder keiner ihnen mehr glauben. Ich stand auf dem Friedhof und wurde von meinen Familienangehörigen dafür beschimpft, die Familie zerstört zu haben.

Ich sah hinab auf meinen Vater, der seine Tochter aufgrund einer unantastbaren Ideologie namens „Verdrängungstheorie“ verloren hat. Ich sah hinab auf meinen Vater, von dem mich der Tod nun endgültig trennte.

Ich wäre ich am Liebsten selber gestorben. Ich weiß nicht, zum wievielten Male ich mir, seit ich falschen Erinnerungen Glauben schenkte, den Tod herbeisehnt habe.
Ich beneidete all die Toten um mich herum, die das Leben nicht mehr zum Kampf auffordern kann.
Ich beneidete sie um ihren Frieden und ihre Ruhe.

Jenny Doe
_________________
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Meine Therapieerfahrung: http://www.induzierte-erinnerungen.de/viewtopic.php?t=87
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freedom
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Anmeldedatum: 05.02.2008
Beiträge: 188

BeitragVerfasst am: 02.03.2008, 22:14    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Jenny,

endlich bin ich mal dazu gekommen, intensiv Deinen Bericht

Zitat:
Fehldiagnose Multiple Persönlichkeitsstörung und sexueller Missbrauch


zu lesen. Ich bin zutiefst erschüttert.

Das was Dir angetan wurde, war ärgste Mißachtung der Menschenwürde.

Viele Grüße, freedom
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Jenny Doe
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BeitragVerfasst am: 23.07.2010, 04:50    Titel: Antworten mit Zitat

Auszüge aus den Gutachterberichten:

1992: Therapeutin diagnostiziert DIS:
DIS-Diagnose infolge der Atemtherapiesitzung.

Zitat:
„Es resultiert eine massive ich-strukturelle Störung auf Borderline-Niveau mit der Ausprägung multipler Persönlichkeiten, die dissoziiert erlebt und wahrgenommen werden“.



1993/1994: DIS-Diagnose wird nicht bestätigt.
Mir wird unterstellt, ich hätte die DIS erfunden, und das, obwohl aus dem obigen Gutachterbericht klar hervorgeht, dass die DIS-Diagnose von der Therapeutin diagnostiziert wurde. Mein Wunsch, die Diagnose der obigen Therapeutin zu überprüfen, machte mich automatisch zu einer Borderline, die ja nur eine Identitätskrise hat und "Persönlichkeiten" erfindet.

Zitat:
Borderline-Syndrom mit Ängsten und multipler Körpersymptomatik. „Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die vielfältige Symptomatik der Patientin von ihr selbst eingeordnet wird unter dem Überbegriff der multiplen Persönlichkeitsstörung. Offenbar ist für sie diese Vorstellung eine Art innere Ordnung, die sie sich im Chaos ihrer wenig strukturierten Affekte gibt. So muss sie z.B. Affektausbrüche nicht ihrem Ich zuordnen, sondern kann dies einer ihrer neun Teilpersönlichkeiten zuordnen“



1994: Missbrauch-Diagnose / DIS-Diagnose wird überprüft
Meine Symptome werden als Hinweis auf einen verdrängten Missbrauch interpretiert, die Geschichten, die meine Mutter erzählte, wurden ungeprüft als wahr angenommen ("bekannte Pädophile des Großvaters" - dies wurde von der Staatsanwaltschaft nicht (!) bestätigt).

Zitat:
Verdacht auf Multiple Persönlichkeitsstörung: „(…) Auch für einen frühen sexuellen Missbrauch gibt es neben ihrer psychischen Symptomatik weitere deutliche Anzeichen (bekannte Pädophile des Großvaters, der sich auch an der Mutter „vergriffen“ habe, Vater onanierte vor Tochter im alkoholisiertem Zustand, Mutter hält auf kürzliches Befragen hin einen Inzest für möglich“.



1995: DIS-Diagnose wird nicht bestätigt
Inzest-Alpträume, die infolge der Suche nach dem postulierten verdrängten Missbrauch entstanden, werden als Beweis für einen tatsächlich stattgefundenen Missbrauch interpretiert. Die Tatsache, dass ich mich nicht an den postulierten Missbrauch erinnern konnte, wird als Beweis für die Verdrängung des Missbrauchs, als Beweis für bestehende Erinnerungslücken interpretiert. Meine Symptome und die Geschichten, die meine Mutter erzählten, reichten aus, um bei mir Erinnerungslücken zu postulieren. Interessant ist die Formulierung "Arbeit am WAHRSCHEINLICHEN Missbrauch". Die bloße Annahme eines Missbrauchs reichte aus, um mich einer Traumatherapie zu unterziehen und gezielt nach einem Missbrauch zu suchen, für den es nicht den geringsten Beweis gab. Wenn man sich nicht an den postulierten Missbrauch erinnern kann, dann hat man ihn verdrängt, so einfach ist das.

Zitat:
Der Verdacht auf eine multiple Persönlichkeitsstörung bestätigt sich nicht weiter): „(…) Ein weiteres zentrales Thema ist die Sexualität – anlässlich der inzestuösen Alpträume, bei der Aufarbeitung ihrer Lebensgeschichte in Form der aufkommenden Erinnerungslücken aus der Kindheit (…)“„(…) Die Arbeit mit bzw. direkt am wahrscheinlichen Missbrauch und den Alpträumen wird sehr vorsichtig durchgeführt, da sie heftige emotionale Reaktionen und Dekompensationen hervorruft.
(…)“



1998: Wieder DIS-Diagnose
Die Tatsache, dass ich die Therapie anlässlich des Todes meiner Mutter begann, macht mich automatisch zu einer "Emotional instabilen Persönlichkeit". Dass ich vor dem Tod meiner Mutter nicht unter den von mir berichteten Symptome litt, sondern erst seit zwei Monaten, das war für die Analytikerin irrelavant. Mein Trauerzustand wurde zu einer dispositionell instabilen Persönlichkeit gemacht.
Aus der Depersonalisation, die infolge des Todes meiner Mutter erneut aktiviert wurde, wurde erneut eine Multiple Persönlichkeitsstörung gebastelt. Dass ich die Jahre zuvor unter keiner Dissoziationsproblematik gelitten hatte, wurde einfach ignoriert.
Mit der Diagnose "Multiple Persönlichkeitsstörung" ging die Ursachensuche einher, warum ich multipel "bin". Lange suchen musste man nicht, da ja von vornherein feststeht, dass man nur infolge extremer Gewalt sexueller Art multipel wird.
Da ich mich an keinen Missbrauch erinnern konnte, erfüllte ich somit das "Amnesiekriterium". Die Analytikerin war dann "so nett" mir die zu sagen, was ich erlebt habe, nämlich, dass mich meine Mutter an Männer verkauft hätte. Systematisch wurden mir falsche Erinnerungen induziert.
Die "wiederentdeckten" Erinnerungen waren dann eine Rechtfertigung für die Analytikerin, mich eine Traumatherapie zu unterziehen und mir die Diagnose "Posstraumatische Belastungsstörung" zu verpassen.

Zitat:
Diagnose: Emotional instabile Persönlichkeit auf Borderlineniveau. DD: Posttraumatische Belastungsstörung im Sinne einer Dissoziativen Identitätsstörung

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BeitragVerfasst am: 23.07.2010, 04:56    Titel: Antworten mit Zitat

Teil 6: Wie es weiter ging

Es waren zwei weitere Therapien nötig, um das, was in meinen Therapien passiert ist, und um die Folgeschäden der "Erinnerungstherapie" verarbeiten zu können.

Ich betrat die Praxen der beiden Verhaltentherapeuten mit einer schweren Angstproblematik und klagte über ständige Intrusionen. Den ganzen Tag über sah ich diese Analytikerin vor meinem geistigen Auge, hörte ihre Stimme, spürte diese Hilflosigkeit und eine massive Wut über so viel Inkompetenz, Arroganz und Fanatismus in einer Person, ... Ich konnte diese Bilder nicht stoppen. Egal was ich tat, egal wo ich war, ... ich wurde den ganzen Tag von den Erinnerungen an die Therapien geplagt. Ich durchlebte die Therapie immer und immer wieder aufs Neue. Ich sah für mich keine Zukunft mehr, kämpfte gegen Selbstmordgedanken an,... Alles hatten Therapeuten mir zerstört, meine Beziehung, meine Freundschaften, mein Studium, meine Familie, ... 14 Jahre meines Lebens plus der Jahre danach, in denen ich mit den Folgeschäden zu kämpfen hatte, ... und das alles nur, weil Therapeuten ungehindert ihren Missbrauchs- und Multiplen Wahn ausleben dürfen.

Beide Verhaltenstherapeuten diagnostizierten bei mir Angstörungen und Posttraumatische Belastungsstörung als Folgeschäden der "Erinnerungstherapie" und "MPS-Therapie".

Die Behandlung bestand darin, die Erfahrungen zu verarbeiten, sie in meinen Lebenslauf zu integrieren und mich mit meinen Ängsten zu konfrontieren.
Zudem unterstützen mich meine Verhaltenstherapeuten bei meiner klage gegen die beiden Analytikerinnen und halfen mir dabei, dass ich nach 6 Jahren Extramatrikulation meinen Studienplatz wiederbekomme und mein Studium wieder fortüführen kann.

Inzwischen plagen mich nur noch selten Intrusionen und ich bin wieder in der Lage auf die Straße zu gehen, auch wenn die Angst noch nicht ganz weg ist. Ich kann nach all den Erfahrungen kein Gefühl der Sicherheit mehr erlangen.
Zudem konnte ich mein Studium erfolgreich beenden. Ich bin Diplom-Psychologin.
Meine Familie habe ich nie wieder gesehen. Sie möchte mit mir nichts mehr zu tun haben.

Ich habe beide Verhaltenstherapien als sehr hilfreich erlebt und möchte mich an dieser Stelle gerne bei diesen beiden Therapeutinnen bedanken. Bedanken möchte ich mich auch dafür, dass sich beide die Mühe gemacht haben, sich mit dem Thema "Falsche Erinnerungen und Induzierung der Multiplen Persönlichkeitsstörung und die Folgeschäden" zu beschäftigen, um mir helfen zu können.

Meine "Therapiekarriere" ist nun beendet.
Die einzigen Therapien, die mir in den Jahren 1992 - 2012 etwas gebracht haben, waren die beiden letzten, in denen die Folgeschäden der Vortherapien therapiert wurden.
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Jenny Doe
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BeitragVerfasst am: 12.05.2013, 16:40    Titel: Antworten mit Zitat

Weiter:

2. Woran ich erkannte, dass meine Erinnerungen falsch sind

3. Mythen, Einflüsse und Gefahren in der Psychotherapie

4. Persönlichkeitsmerkmale

5. Einflüsse durch das Buch "Trotz allem"

6. Einflüsse aus der "Multiplen-Szene"

7. Fragebögen

8. Folgeschäden der Fehldiagnosen und derzeitige Therapie

Selbstgemalte Bilder aus meiner Multiplen-Zeit

Selbstgemalte Bilder: Induzierung falscher Erinnerungen



Weiterführende Links:

Folgen falscher Erinnerungen für den Klienten
http://www.induzierte-erinnerungen.de/viewtopic.php?t=817

Einfluss von Imaginationen auf die Emotionen
http://www.induzierte-erinnerungen.de/viewtopic.php?t=838

Nocebo-Effekt - Wenn die Diagnose krank macht
http://www.induzierte-erinnerungen.de/viewtopic.php?t=2232

Warum induzieren Therapeuten falsche Erinnerungen?
http://www.induzierte-erinnerungen.de/viewtopic.php?t=2255

Wahrheitsfindung in der Psychotherapie
http://www.induzierte-erinnerungen.de/viewtopic.php?t=940

Implizite Suggestionen und subtile Manipulationen
http://www.induzierte-erinnerungen.de/viewtopic.php?t=2126

Das lukrative Geschäft mit dem sexuellen Missbrauch
http://www.induzierte-erinnerungen.de/viewtopic.php?t=2202

Therapeuten verhalten sich wie mißbrauchende Erwachsene
http://www.induzierte-erinnerungen.de/viewtopic.php?t=1962

Wenn Therapeuten "Persönlichkeiten" sehen
http://www.induzierte-erinnerungen.de/viewtopic.php?t=1997

Imaginäre Vorstellung nicht existenter Personen
http://www.induzierte-erinnerungen.de/viewtopic.php?t=1315

Der Glaube beeinflusst und kreiert Erinnerungen
http://www.induzierte-erinnerungen.de/viewtopic.php?t=417

Warum glauben Menschen (an etwas)?
http://www.induzierte-erinnerungen.de/viewtopic.php?t=2238

Rückschluss von Erinnerungslücken, Widersprüchen auf PTBS
http://www.induzierte-erinnerungen.de/viewtopic.php?t=1895

Was wurde bei euch als DIS interpretiert?
http://www.induzierte-erinnerungen.de/viewtopic.php?t=420

Multiple Persönlichkeit - Ein Fantasieprodukt
http://www.induzierte-erinnerungen.de/viewtopic.php?t=441

Annahme: Die MPS entsteht nur im Kindesalter
http://www.induzierte-erinnerungen.de/viewtopic.php?t=277

Depersonalisation: Verwechslung mit / Übergang zur DIS
http://www.induzierte-erinnerungen.de/viewtopic.php?t=460

Retrospektive Erinnerungen: sich selbst als Person sehen
http://www.induzierte-erinnerungen.de/viewtopic.php?t=1171

Ursachensuche in der Kindheit (bei den Eltern)
http://www.induzierte-erinnerungen.de/viewtopic.php?t=1362

Borderline Persönlichkeit hat nur eine Ursache: Trauma
http://www.induzierte-erinnerungen.de/viewtopic.php?t=2008

Borderline: Ursache oder Folge falscher Erinnerungen?
http://www.induzierte-erinnerungen.de/viewtopic.php?t=1120

Mythen, Einflüsse und Gefahren in der Psychotherapie
http://www.induzierte-erinnerungen.de/viewtopic.php?t=148

Traumdeutung
http://www.induzierte-erinnerungen.de/viewtopic.php?t=875

Wie weit reichen Erinnerungen zurück
http://www.induzierte-erinnerungen.de/viewtopic.php?t=2249

Vergangenheitsumschreibung und die Folgen
http://www.induzierte-erinnerungen.de/viewtopic.php?t=1918

Behauptung:Veränderung physiologischer Reaktionen = MPS
http://www.induzierte-erinnerungen.de/viewtopic.php?t=2318

Die Suche nach vermuteten Alter-Persönlichkeiten
http://www.induzierte-erinnerungen.de/viewtopic.php?t=656

Multiple Persönlichkeitsstörung: Produkt eines Lernprozesses
http://www.induzierte-erinnerungen.de/viewtopic.php?t=2081

Faktoren,die die Übernahme falscher Erinnerungen begünstigen
http://www.induzierte-erinnerungen.de/viewtopic.php?t=821

Namensgebung bei Multiple Persönlichkeiten
http://www.induzierte-erinnerungen.de/viewtopic.php?t=459

"Persönlichkeiten" unterschiedlichen Alters
http://www.induzierte-erinnerungen.de/viewtopic.php?t=1986

Falsche Behauptungen über das Stimmenhören
http://www.induzierte-erinnerungen.de/viewtopic.php?t=1851

Widersprüche und Zweifel sind "normal"
http://www.induzierte-erinnerungen.de/viewtopic.php?t=1260

Fragebögen
http://www.induzierte-erinnerungen.de/viewtopic.php?t=297

Personifizierte Träume, falsche Erinnerungen, Zweifel, ...
http://www.induzierte-erinnerungen.de/viewtopic.php?t=470

Namensgebung der "Persönlichkeiten"
http://www.induzierte-erinnerungen.de/viewtopic.php?t=459

Fehldiagnosen in der Vorbehandlung
http://www.induzierte-erinnerungen.de/viewtopic.php?t=456

Behauptung, nur Verdrängtes bereitet Probleme, nicht Bewusstes
http://www.induzierte-erinnerungen.de/viewtopic.php?t=1034

Das Versprechen der Psychotherapeuten
http://www.induzierte-erinnerungen.com/viewtopic.php?t=1080

Nicht bewusste automatisierte Prozesse
http://www.induzierte-erinnerungen.de/viewtopic.php?t=1130

Sanktionen und Bestrafungen
http://www.induzierte-erinnerungen.de/viewtopic.php?t=1130

Multiple-Foren als "Übungsfeld" für Rollenspiele
http://www.induzierte-erinnerungen.de/viewtopic.php?t=312

Verwechslung: Gefühle unterdrücken und Gefühle abspalten
http://www.induzierte-erinnerungen.de/viewtopic.php?t=604

Die Verheimlichung der dissoziativen Identitätsstörung
http://www.induzierte-erinnerungen.de/viewtopic.php?t=457

Der "Widerstand" des Klienten muss durchbrochen werden
http://www.induzierte-erinnerungen.de/viewtopic.php?t=1184

Retrospektive Erinnerungen: sich selbst als Person sehen
http://www.induzierte-erinnerungen.de/viewtopic.php?t=1171

Stabilisierungstherapie versus Konfrontationstherapie
http://www.induzierte-erinnerungen.de/viewtopic.php?t=1823

Wie kann man falsche und wahre Erinnerungen unterscheiden?
http://www.induzierte-erinnerungen.de/viewtopic.php?t=2259
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